Archiv der Kategorie: Die lieben Kleinen…

Kurzes Frauengeplänkel

Morgens im Bad. Beim Waschen.

Die Tochter wuselt um mich herum. Sohnemann ist irgendwo im Haus unterwegs und stellt hoffentlich nix an. Die Tochter (6) zieht unter dem Regal mit den Handtüchern die Waage hervor und stellt sie demonstrativ vor mich. Deutet mit den Fingern drauf und sieht mich an. Fragend ziehe ich die Augenbrauen hoch, halte inne beim Zähneputzen.
Die Tochter: „Mama, komm! Wir gucken jetzt mal, wie dick du heute bist!“
….

Und wie dick seid Ihr heute so?

Schönes Wochenende und Grüße vom dänischen Seeland, heute in helles Grau gepackt und fast windstill!

Mary

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9 Anzeichen, dass der Nachwuchs aus dem Gröbsten raus ist

Heimlich, still und leise, fast unmerklich, hat sich im letzten halben Jahr unser Familienleben verändert. Neulich fiel es mir dann wie Schuppen von den Augen: Unser Nachwuchs ist aus dem Gröbsten raus! Finally!

Wann genau das geschah, kann ich nicht mehr rekonstruieren. Fest steht nur: Unser Leben ist einfacher. DEUTLICH einfacher! (Wenn auch noch lange nicht einfach… Das wäre mit zwei Wildfängen im Alter von 3 und 5 wohl zuviel verlangt).

In folgenden 9 Lebensbereichen kehrte jedoch wieder eine Art Normalzustand ein, ein Zustand aus der ominösen Zeit vor den Kindern, an die ich mich nur ganz dunkel erinnere.

1. Schlaf

Ich schlafe wieder.
Ganz wichtig! Ich wiederhole: Ich schlafe wieder! Auch wenn die Kinder nachts immer mal noch aufwachen, berührt mich das nicht mehr. Auf kleinen Füßen tapsen sie zu uns ins Elternschlafzimmer und schlüpfen unter die Decke, um sofort darauf mit einem Seufzer der Zufriedenheit weiterzuschlafen. Kein elterliches Aufstehen mehr gefordert, kein Windelnwechseln, keine wahnsinnigen Nachtschreck-Anfälle, keine Flaschennahrung, nicht stillen. Einziger Nachteil im Vergleich zur Zeit vor dem Nachwuchs ist hin und wieder ein kleiner Fuß im Gesicht.

2. Geräuschpegel

Nach vielen Jahren mit markerschütterndem (und in den Augen der Eltern oft sinnlosem) Geschrei konnte ich vor einiger Zeit die Ohrenstöpsel beiseite räumen. Meine Retter in der Not. Den aktuellen Lautstärkepegel schaffe ich tatsächlich mit ungeschützen Ohren. Auch wenn Sohnemann (3) ab und  zu noch ganz plötzlich von den allseits bekannten und beliebten Wutanfällen übermannt wird und wirklich ein lautes Organ hat: Es handelt sich nicht mehr um Stunden am Tag sondern nur noch um Minuten. Zimperlich sind wir Eltern sowieso nicht (mehr). Das unkontrollierte Baby- und Kleinkindgebrüll weicht ersten Diskussionsrunden zwischen Eltern und Kindern, die auch mal lautstark werden, mit denen ich persönlich jedoch deutlich besser umgehen kann, da kindliche Unzufriedenheiten endlich verbal geäußert und zunehmend auch logische Lösungen mit den Kindern gefunden werden 🙂 9 Anzeichen, dass der Nachwuchs aus dem Gröbsten raus ist weiterlesen

Kindermund: Pulverfässe

In den Tiefen meines Blogs habe ich heute folgende kleine Geschichte entdeckt, die ich vor einem guten Jahr skizziert und abgespeichert, doch niemals fertiggeschrieben hatte:

Abendbrot mit der lieben Familie. Eine der größten nervlichen Herausforderungen des Tages für Eltern von Kleinkindern. Gott sei Dank geht es nicht mehr ganz so chaotisch zu wie noch zu diesen Zeiten, von einem ruhigen, gemütlichen Miteinander sind wir jedoch nach wie vor meilenweit entfernt. Mit angeschaltetem Multitasking-Modus höre ich meinen beiden Kindern sowie meinem Mann zu, die alle gleichzeitig um meine Aufmerksamkeit buhlen. Mein Sohn (2) steckt wie üblich Nudeln ins Wasserglas und rührt eifrig mit der Gabel darin herum. Mein Mann erzählt mir irgendetwas mysteriöses von seinem Arbeitstag und meine Tochter (4) lebt eine neue Phase aus: Die „Was passiert, wenn….“-Phase. Ein gestresstes Gefühl macht sich in mir breit.

„Mamaaaaaaaa?“

„Ja.“

„Was passiert, wenn man Nutella, Marmelade und Honig zusammen mit Butter auf ein Brot schmiert?“

Ich runzele die Stirn. „Das macht man ja gar nicht.“

„Doch, Mama. Wenn man es macht, was passiert dann?“

Ich überlege. „Es wird einem sicher schlecht.“ Kindermund: Pulverfässe weiterlesen

Kindermund: Vater, Mutter, Kind und …

6 Uhr morgens am Frühstückstisch. Die Kinder unterhalten sich über das derzeit alles entscheidende Thema: Wer ist der beste Freund? Unser Kleiner (endlich 3 Jahre alt) verteilt aktuell den Status “bester Freund” großzügig an alle, die ihm in den Sinn kommen. Wir Eltern kommen stündlich in den Genuss, außer, wir werden erzieherisch tätig. Dann wird uns der Status sofort entzogen.
Der Kleine löffelt sein Müsli. Mit vollem Mund erklärt er: “Mein bester Freund ist….. Walther!” Er kaut eine Weile und fügt hinzu: “Und Ida. Und William!”.
Die Große (5) hält inne mit dem Frühstück. Sie schüttelt heftig den Kopf.
“Nicht William!”
Ich hebe die Augenbrauen. Beginnt die Einmischung des weiblichen Geschlechts in die Angelegenheiten anderer etwa schon in diesem jungen Alter? Kindermund: Vater, Mutter, Kind und … weiterlesen

Kindermund – Leben nach dem Tod

Ein dunkler Dienstagmorgen, 6.30 Uhr. Ich sitze am Frühstückstisch und versuche, meine Lebensgeister zu wecken. Meine Tochter (zu dem Zeitpunkt 4) setzt sich neben mich. Ihr Gesicht sieht ernst aus. Eine dunkle Ahnung beschleicht mich. Sie hat etwas wichtiges auf dem Herzen…

Und schon legt sie los: „Mama, wann werden wir gegraben?“

Ich ziehe die Augenbrauen hoch. Mein Gesicht ähnelt sicherlich einem einzigen Fragezeichen.

„Gegraben?“

„Ja, Mama!“ Meine Tochter tritt von einem Bein aufs andere und rollt mit den Augen. „G-E-G-R-A-B-E-N! Wenn wir alt sind, werden wir gegraben!“

Bei mir fällt der Groschen.

„Ah, begraben meinst du,“ rufe ich erleichtert auf, „Wir werden irgendwann einmal B-E-graben.“

Ich seufze. Nicht gerade mein bevorzugtes Thema morgens um 6.30 Uhr. Und natürlich habe ich Google noch gar nicht befragt, wie man mit Kindern über Begräbnis und Tod spricht. Ich werde mich wieder einmal durchmogeln und auf meine Intuition setzen müssen. Kindermund – Leben nach dem Tod weiterlesen

800 dänische Kronen – Ein IKEA-Abenteuer

Jedes Jahr, pünktlich zur Weihnachtszeit, überfällt mich ein akuter Anfall weiblichen Nestbautriebs. Es beginnt damit, dass mir ganz plötzlich Einrichtungsdefizite auffallen, die ich aus unerklärlichen Gründen im zurückliegenden Jahr übersehen haben muss. An diese Phase schließen sich kreative Ideen zur Beseitigung dieser Defizite an, sowie nachgelagert das dringende Bedürfnis nach neuen Möbelstücken. Höhepunkt des Anfalls ist schließlich ein Besuch bei IKEA.

So auch dieses Jahr. Kurz nach dem Weihnachtsfest fiel es mir wie Schuppen von den Augen: Unser Schlafzimmer und die Kinderzimmer mussten dringend optimiert werden. Keinen Tag länger konnten wir so leben! Glücklicherweise ließ mich meine Kreativität auch dieses Jahr nicht im Stich: Schon wenige Stunden später meldeten sich grandiose Einfälle an, wie sich alle drei Zimmer auf einfache Weise in perfekte Räumlichkeiten wandeln ließen. Es fehlten lediglich ein Hochbett inklusive Zubehör, ein kleiner Tisch mit zwei kleinen Stühlen und ein neuer Schreibtisch für die Verfasserin dieser Geschichte. Ein kurzer Besuch im Internet bestätigte meine Vermutung: IKEA hatte alles, was zu meinem Nestbau-Glück fehlte. Nun musste ich nur noch mein Mann von meinem kleinen Projekt überzeugen.

Nun habe ich das Glück, an einen Mann geraten zu sein, der längst eingesehen hat: Es ist für alle Beteiligten das Beste, wenn er meinen spontanen Umgestaltungsplänen zügig folgt. Jedoch gibt es an dieser Stelle eine ganz persönliche Herausforderung für ihn: Der IKEA-Besuch. Denn bei meinem Mann verhält es sich wie bei den meisten männlichen Bewohnern dieses Planeten: Die ersten Stresssymptome treten bereits auf, wenn er die riesige Drehtür des Möbelriesen betritt. 800 dänische Kronen – Ein IKEA-Abenteuer weiterlesen

Kindermund: Das Versteckspiel

Frühmorgens, 7 Uhr.
Wir sind gerade mit dem Frühstück fertig geworden. Ich beginne, den Tisch abzuräumen. Bevor ich mit den Kindern das Haus verlasse, möchte ich wie jeden Morgen gerne noch etwas mehr Herr über die Haushaltslage werden… Diesem Vorhaben ist es zuträglich, dass gleich zwei kleine Kinder um mich herumspringen anstelle nur eines, da diese sich gegenseitig unterhalten anstelle an meinem Rockzipfel zu hängen. Jeden Morgen werde ich Zeuge neuer kreativer Beschäftigungsideen. Meistens gibt die Große (4) hierbei den Ton an. So auch heute.

„Lasse, wir spielen Verstecken!“, kündigt sie an.
Der kleine Bruder (2) nickt freudig.
„Ich zähle bis fünf“, wird ihm erklärt, „dann such ich Dich!“
Er nickt. Alles klar. Es kann losgehen. Meine Tochter schließt die Augen und zählt laut: „1…..2…..3…..4….5!“
Sie reißt die Augen auf und will ihren Bruder suchen gehen. Der steht jedoch immer noch vollkommen reglos vor ihr und starrt sie gespannt an. Meine Tochter rollt mit den Augen.

„Du musst Dich doch auch V-E-R-S-T-E-C-K-E-N!“, ruft sie und seufzt. Der Kleine nickt langsam. Woher soll er denn das wissen? Meine Tochter nimmt ihn an der Hand und zieht ihn mit sich.

„Komm!“, höre ich sie sagen, „Ich zeige Dir ein gutes Versteck!“
Die beiden verschwinden aus dem Wohnzimmer. Kurz darauf kommt die Große zurück und schließt die Augen.
„1….2…..3….4….5“, zählt sie von neuem, „Ich KOMME JETZT!!“

Sie springt auf und rennt zielstrebig ins Kinderzimmer, direkt zu dem Versteck, in das sich mein kleiner Sohn auf Anweisung hin brav begeben hat.

„GEFUNDEN!!!!“, kräht sie und hüpft vor Freude durchs Haus.

Surprise!!

Das Leben kann so einfach sein 🙂