Archiv der Kategorie: Die lieben Kleinen…

Kindermund: Vater, Mutter, Kind und …

6 Uhr morgens am Frühstückstisch. Die Kinder unterhalten sich über das derzeit alles entscheidende Thema: Wer ist der beste Freund? Unser Kleiner (endlich 3 Jahre alt) verteilt aktuell den Status “bester Freund” großzügig an alle, die ihm in den Sinn kommen. Wir Eltern kommen stündlich in den Genuss, außer, wir werden erzieherisch tätig. Dann wird uns der Status sofort entzogen.
Der Kleine löffelt sein Müsli. Mit vollem Mund erklärt er: “Mein bester Freund ist….. Walther!” Er kaut eine Weile und fügt hinzu: “Und Ida. Und William!”.
Die Große (5) hält inne mit dem Frühstück. Sie schüttelt heftig den Kopf.
“Nicht William!”
Ich hebe die Augenbrauen. Beginnt die Einmischung des weiblichen Geschlechts in die Angelegenheiten anderer etwa schon in diesem jungen Alter? Kindermund: Vater, Mutter, Kind und … weiterlesen

Kindermund – Leben nach dem Tod

Ein dunkler Dienstagmorgen, 6.30 Uhr. Ich sitze am Frühstückstisch und versuche, meine Lebensgeister zu wecken. Meine Tochter (zu dem Zeitpunkt 4) setzt sich neben mich. Ihr Gesicht sieht ernst aus. Eine dunkle Ahnung beschleicht mich. Sie hat etwas wichtiges auf dem Herzen…

Und schon legt sie los: „Mama, wann werden wir gegraben?“

Ich ziehe die Augenbrauen hoch. Mein Gesicht ähnelt sicherlich einem einzigen Fragezeichen.

„Gegraben?“

„Ja, Mama!“ Meine Tochter tritt von einem Bein aufs andere und rollt mit den Augen. „G-E-G-R-A-B-E-N! Wenn wir alt sind, werden wir gegraben!“

Bei mir fällt der Groschen.

„Ah, begraben meinst du,“ rufe ich erleichtert auf, „Wir werden irgendwann einmal B-E-graben.“

Ich seufze. Nicht gerade mein bevorzugtes Thema morgens um 6.30 Uhr. Und natürlich habe ich Google noch gar nicht befragt, wie man mit Kindern über Begräbnis und Tod spricht. Ich werde mich wieder einmal durchmogeln und auf meine Intuition setzen müssen. Kindermund – Leben nach dem Tod weiterlesen

800 dänische Kronen – Ein IKEA-Abenteuer

Jedes Jahr, pünktlich zur Weihnachtszeit, überfällt mich ein akuter Anfall weiblichen Nestbautriebs. Es beginnt damit, dass mir ganz plötzlich Einrichtungsdefizite auffallen, die ich aus unerklärlichen Gründen im zurückliegenden Jahr übersehen haben muss. An diese Phase schließen sich kreative Ideen zur Beseitigung dieser Defizite an, sowie nachgelagert das dringende Bedürfnis nach neuen Möbelstücken. Höhepunkt des Anfalls ist schließlich ein Besuch bei IKEA.

So auch dieses Jahr. Kurz nach dem Weihnachtsfest fiel es mir wie Schuppen von den Augen: Unser Schlafzimmer und die Kinderzimmer mussten dringend optimiert werden. Keinen Tag länger konnten wir so leben! Glücklicherweise ließ mich meine Kreativität auch dieses Jahr nicht im Stich: Schon wenige Stunden später meldeten sich grandiose Einfälle an, wie sich alle drei Zimmer auf einfache Weise in perfekte Räumlichkeiten wandeln ließen. Es fehlten lediglich ein Hochbett inklusive Zubehör, ein kleiner Tisch mit zwei kleinen Stühlen und ein neuer Schreibtisch für die Verfasserin dieser Geschichte. Ein kurzer Besuch im Internet bestätigte meine Vermutung: IKEA hatte alles, was zu meinem Nestbau-Glück fehlte. Nun musste ich nur noch mein Mann von meinem kleinen Projekt überzeugen.

Nun habe ich das Glück, an einen Mann geraten zu sein, der längst eingesehen hat: Es ist für alle Beteiligten das Beste, wenn er meinen spontanen Umgestaltungsplänen zügig folgt. Jedoch gibt es an dieser Stelle eine ganz persönliche Herausforderung für ihn: Der IKEA-Besuch. Denn bei meinem Mann verhält es sich wie bei den meisten männlichen Bewohnern dieses Planeten: Die ersten Stresssymptome treten bereits auf, wenn er die riesige Drehtür des Möbelriesen betritt. 800 dänische Kronen – Ein IKEA-Abenteuer weiterlesen

Kindermund: Das Versteckspiel

Frühmorgens, 7 Uhr.
Wir sind gerade mit dem Frühstück fertig geworden. Ich beginne, den Tisch abzuräumen. Bevor ich mit den Kindern das Haus verlasse, möchte ich wie jeden Morgen gerne noch etwas mehr Herr über die Haushaltslage werden… Diesem Vorhaben ist es zuträglich, dass gleich zwei kleine Kinder um mich herumspringen anstelle nur eines, da diese sich gegenseitig unterhalten anstelle an meinem Rockzipfel zu hängen. Jeden Morgen werde ich Zeuge neuer kreativer Beschäftigungsideen. Meistens gibt die Große (4) hierbei den Ton an. So auch heute.

„Lasse, wir spielen Verstecken!“, kündigt sie an.
Der kleine Bruder (2) nickt freudig.
„Ich zähle bis fünf“, wird ihm erklärt, „dann such ich Dich!“
Er nickt. Alles klar. Es kann losgehen. Meine Tochter schließt die Augen und zählt laut: „1…..2…..3…..4….5!“
Sie reißt die Augen auf und will ihren Bruder suchen gehen. Der steht jedoch immer noch vollkommen reglos vor ihr und starrt sie gespannt an. Meine Tochter rollt mit den Augen.

„Du musst Dich doch auch V-E-R-S-T-E-C-K-E-N!“, ruft sie und seufzt. Der Kleine nickt langsam. Woher soll er denn das wissen? Meine Tochter nimmt ihn an der Hand und zieht ihn mit sich.

„Komm!“, höre ich sie sagen, „Ich zeige Dir ein gutes Versteck!“
Die beiden verschwinden aus dem Wohnzimmer. Kurz darauf kommt die Große zurück und schließt die Augen.
„1….2…..3….4….5“, zählt sie von neuem, „Ich KOMME JETZT!!“

Sie springt auf und rennt zielstrebig ins Kinderzimmer, direkt zu dem Versteck, in das sich mein kleiner Sohn auf Anweisung hin brav begeben hat.

„GEFUNDEN!!!!“, kräht sie und hüpft vor Freude durchs Haus.

Surprise!!

Das Leben kann so einfach sein 🙂

Kindermund – Schmerzfreie Geburt!

Im Auto, auf der Rückfahrt von einer Geburtstagsfeier.
Die Kinder sind überdreht und übermüdet. Quengeln und Jammern sind angesagt, besonders bei unserer Großen, die auf Übermüdung sehr sensibel reagiert.

Nach einigen Kilometern wird die Geräuschkulisse unerträglich. Mein Geduldsfaden ist bis zum Äußersten gespannt. Wenige Minuten mehr in dieser Lautstärke und eine Explosion meines Temperaments steht bevor. Ein Ablenkungsmanöver muss her. Mein Blick fällt auf das höchste Gebäude Kopenhagens, an dem wir gerade vorbeifahren: Das „Herlev Hospital“, ein riesiges Krankenhaus in der Vorstadt Herlev. Dort wurde vor zweieinhalb Jahren mein Sohn geboren. Im 17. Stock, sofern ich mich nach Schlafmangel und Stilldemenz richtig erinnere.

Mit aufgesetzter Heiterkeit und lauter Stimme, um den Lärmpegel zu übertönen, rufe ich: „Kinder, seht mal! Das Hochhaus!“
Mein Finger zeigt auf das imposante Gebäude.

Zwei kleine Münder verstummen, zwei kleine Gesichter drehen sich in Richtung meines Zeigefingers. Kindermund – Schmerzfreie Geburt! weiterlesen

Kindermund – Dänemark ist ein flaches Land!

Meine bessere Hälfte hat wieder einen Job. Mit der Folge, dass die frühmorgendliche Kinderbetreuung in meinen Verantwortungsbereich fällt. Insbesondere die Ablieferung unseres Nachwuchses in den Kindergarten. Im Optimalfall sollte ich nach diesem Dienst auch noch pünktlich bei meinem neuen Job erscheinen. Soweit zur Theorie!

Für die Fahrt zur Arbeit lasse ich aus stau- und verkehrstechnischen Gründen das Auto mittlerweile wieder stehen. Wie ein Großteil der Dänen im Kopenhagener Raum bin ich auf S-Bahn plus Fahrrad umgestiegen: Ich nehme das Rad mit in die S-Bahn, pendele in den Kopenhagener Vorort Skovlunde und radle von dort in das Gewerbegebiet, in dem meine Firma liegt. Damit dieser Pendelplan auch künftig aufgeht, muss ich die Kinder mit dem Fahrradanhänger in ihrem Kindergarten abliefern und danach zur S-Bahn-Station radeln.

Heute früh scheuchte ich daher zwei kleine Menschen aus dem Bett, sorgte dafür, dass sie etwas Nahrhaftes im Magen hatten und einigermaßen sauber angezogen sowie gewaschen waren. Daraufhin packte ich sie in wetterfeste Klamotten und schob sie mitsamt Gepäck vor die Haustür.

Wir waren besonders früh dran, da ich an der Reihe war, in der Firma ein Frühstück auszurichten. Ich schleppte meine Handtasche, eine Kindergartentasche mit Pausenbroten und Obstmahlzeiten, eine zweite Kindergartentasche mit Regen- und Thermoklamotten sowie eine Tasche mit Butter, Käse und Aufschnitt für das Firmenfrühstück in Richtung Fahrradanhänger. Dort verteilte ich Kinder und einen Teil des Gepäcks geschickt im Fahrradanhänger und drapierte die übriggebliebenen Gepäckstücke ums Fahrrad herum. Kindermund – Dänemark ist ein flaches Land! weiterlesen

Kindermund Nr. 6: Neuer kleiner Bruder?

Als ich gestern Nachmittag von der Arbeit nach Hause kam, standen meine vierjährige Tochter und mein zweijähriger Sohn bereits an der Tür und warteten. Sie wollten noch vor dem Abendessen einen Ausflug mit den Fahrrädern ins Feld machen und bettelten so lange und herzzerreißend, bis ich den Gedanken ans entspannende Sofa beiseite schob und mich erweichen ließ.

10 Minuten später hatten wir alle notwendigen Schuhe, Jacken & Fahrradhelme angezogen und sammelten alle benötigten diversen Fahrräder und Laufräder in verschiedenen Größen auf unserem Grundstück ein. Meine Tochter fährt ein kleines rosa Fahrrad. Mein Sohn besitzt ein blaues Laufrad, das er heiß und innig liebt, und von dem er in diesen Tagen kaum loszueisen ist. 80 % seiner „Trotzanfälle“ gehen aufs Konto „Warum zum Henker muss ich ins Haus?! Ich muss mindestens drei weitere Stunden Laufrad fahren!! Dringend!!“

Da beide Kinder mittlerweile recht schnell auf ihren fahrbaren Untersätzen unterwegs sind, entschied ich mich nach kurzem Zögern erstmals dazu, ebenfalls mit dem Fahrrad mitzufahren. Ob ich auf diese Weise nach der Radtour beide Kinder dazu bewegen konnte, mir nach Hause zu folgen, blieb abzuwarten… Eins stand jedoch fest: Zu Fuß hatte ich definitiv keine Chance mehr, meinen Sohn einzuholen, sollte dieser sich in den Kopf setzen davonzufahren. In diesem Punkt hatte ich mit Fahrrad eindeutig eine bessere Position. Kindermund Nr. 6: Neuer kleiner Bruder? weiterlesen