10 untrügliche Anzeichen, dass Du Dich in Dänemark befindest!

Dänemark und Deutschland sind Nachbarländer.
Und doch bestehen unzählige große und kleine Unterschiede zwischen den beiden Ländern.

Da ich es immer wieder spannend finde, wie unterschiedlich zwei westliche, so dicht beieinanderliegende Länder sein können, habe ich hierfür die Blog-Kategorie „Dänische Besonderheiten“ ins Leben gerufen, in der sich Blog-Beiträge zu den unterschiedlichsten Themen angesammelt haben. Ihnen allen ist eines gemeinsam: Sie erzählen von einem Umstand, der für mich als deutsche Auswanderin in Dänemark überraschend, verwirrend oder schlicht und einfach komplett neu war.

Die Kategorie „Dänische Besonderheiten“ umfasst mittlerweile drei Blog-Seiten. Zeit für einen kleinen Überblick!

Einige Besonderheiten und Unterschiede zwischen Dänemark und Deutschland habe ich bereits in den folgenden beiden Artikeln zusammengefasst:

10 gute Gründe, nach Dänemark auszuwandern!
10 gute Gründe, NICHT nach Dänemark auszuwandern!

Da diese 20 Punkte noch längst nicht die ganze Wahrheit darstellen und beide Blog-Posts bei Euch Lesern sehr beliebt waren, setze ich das Thema fort und starte eine kleine Blog-Serie dazu.

10 untrügliche Zeichen dafür,
dass Du Dich in Dänemark befindest!

  1. Das kleine Nutella-Glas kostet 32 Kronen (umgerechnet über 4 EURO) und mutiert somit vom täglichen Konsumgut zum exklusiven Luxusgut!
  2. Auch die anderen Preise im Supermarkt treiben Dir Tränen in die Augen. Und das auch nachdem Du mühsam den Kronen-Preis durch 7,45 geteilt hast.
  3. Du hörst andere Leute sich über das absolut fantastische Sommerwetter unterhalten, blickst in ihre strahlenden Gesichter und fragst Dich misstrauisch, ob die angezeigten läppischen 20 Grad auf Deinem Thermometer korrekt sein können.
  4. Du wirst auf eine Silvesterparty eingeladen, die exakt um 17.45 Uhr beginnen soll. Als Du kurz vor 18 Uhr ankommst, was Du persönlich immer noch sehr pünktlich findest, sind  alle anderen Gäste schon da und werfen Dir kollektiv vernichtende Blicke zu, da Du einen der heiligsten Augenblicke im Jahr – die Neujahrsansprache der Königin Margrethe II von Dänemark – nicht genügend gewürdigt hast.
  5. Du hörst einige frischgebackene Eltern ihr Baby mit „mein kleiner Junge“ oder „mein kleines Mädchen“ ansprechen, weil sie sich in den ersten Monaten nach der Geburt noch nicht auf einen Namen für das Baby festlegen konnten. Alternativ kennst Du Eltern, die im Wechsel fünf verschiedene Namen nutzen und auf diese Weise herausfinden wollen, welcher Name der passende für ihr Baby ist. Schließlich hat das Baby am Tag seiner Geburt bereits etwas viel wichtigeres als einen Namen erhalten: Die CPR-Nummer! Reicht ja auch!
  6. Du fragst Dich bei jedem Besuch in einer einheimischen Wohnung, ob der Bewohner unter der Rot-Grün-Blindheit oder einer anders gearteten Farbwahrnehmungsstörung leidet und sich daher gleich von vornherein nur in den Farben schwarz, weiß und grau einrichtet.
  7. Du frierst im Winter so lange, bis Du Deinen modischen Widerstand aufgibst und Dich ebenfalls wie ein Eskimo kleidest. Das Wetter siegt über die Mode.
  8. Du wirfst eiskalt sämtlichen Müll in EINEN EINZIGEN Mülleimer. Egal ob Essensreste, Windeln, Milchkartons, Konservendosen, Fleischschalen, Schokoladenpapier, gefüllte Kaffeefilter oder Eierschalen. Dafür musst Du den Müll mindestens zweimal täglich rausbringen, weil die Mülleimer-Kapazität hierfür nicht ausreicht.
  9. An Geburtstagen und anderen Feierlichkeiten schmückst Du Deine Tafel nicht mehr nur mit Luftschlangen und Konfetti sondern mit edlen, rot-weißen Tisch-Nationalfahnen. Draußen an der Straße und im Garten werden viele Plastik- und Papierversionen der dänischen Nationalflagge in die Erde gesteckt, um den eingeladenen Gästen den Weg zum Geburtstagskind zu zeigen. Und auch am Flughafen wedelst Du enthusiastisch mit dem Dannebrog, um liebe Besucher gebührend zu empfangen.
  10. Zum Fasching schickst Du nur noch Deine Kinder. Stattdessen kannst Du selbst in der Vorweihnachtszeit beim Julefrokost mal so richtig feiern und alles geben, wenn auch ohne Verkleidung.

-> Fortsetzung: TEIL 2 der Blogserie

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6 Kommentare zu “10 untrügliche Anzeichen, dass Du Dich in Dänemark befindest!”

  1. Woran man auch merkt, dass man in DK ist: Wenn man mit den vorgeschriebenen 80 km/h über die Landstraße tuckert und von allen überholt wird, als wäre man ein stehendes Verkehrshindernis.

  2. Woran man ebenfalls merkt, dass man in Dänemark ist: Wenn die Leute in den Kleinstädten so unfreundlich – besser: so widerlich unfreundlich sind – dass man Angst bekommt! Kopenhagen ist der einzig freundliche Ort in Dänemark. Die Dorfdänen sind einfach nur ekelhaft! Und ich dachte immer, der Osten wär schlimm ….

    1. Oha, da hast Du wohl eine äußerst schlechte Erfahrung gemacht.
      Mit dieser (sehr aggressiven und kompromisslosen) Einstellung wirst Du allerdings eher alleine dastehen. Die meisten finden die Dänen ja recht freundlich.

      Ich selbst halte generell gar nichts von derartigen Schwarz-Weiß-Aussagen wie „auf dem Land“ sind alle „ekelhaft“ und in der Stadt sind alle freundlich, alternativ: „der Osten ist schlimm“.
      Mit etwas eigenem Horizont und Lebenserfahrung wird man feststellen, dass es nur Schwarz oder nur Weiß niemals gibt – es wird überall solche und solche geben. Egal ob in der Stadt oder auf dem Land.

      Vieles hängt sowieso auch von der eigenen Person ab, wie man auf die Menschen zugeht.

      Ich persönlich halte die Dänen bestimmt nicht – wie so viele Deutsche oft meinen – für ein super freundliches Volk. Ich kann keinen Unterschied zwischen Deutschland und Dänemark feststellen. Es gibt dort wie dort freundliche und unfreundliche Menschen.

      Darüber hinaus ist Kopenhagen bestimmt nicht freundlicher als die Kleinstädte. Ganz im Gegenteil.

      Nun ja, und manchmal ist es auch schwierig, deutschen Touristen gegenüber immer freundlich zu sein…. Ich habe viele Jahre in der Reisebranche gearbeitet und dort einiges erlebt. Die Deutschen sind keine einfachen Touris. Viele erwarten oft denselben Standard wie im eigenen Land, viele erwarten, dass man hier in Skandinavien natürlich deutsch spricht (und nicht nur englisch), wenn Skandinavien am Deutschen Markt „Leistungen anbietet“ und sowas….

      Nun ja – jedenfalls mag ich keine Aussagen, die viele Menschen über einen Kamm scheren – das zeigt eigentlich nur, dass man die Komplexität einer Gruppe (Dorfdänen, Kopenhagener) nicht durchschaut hat sondern lediglich nur subjektive Einzelfälle als Grundlage einer Gesamtbewertung heranzieht.

      Mary

  3. Schön geschrieben Mary und Du hast sicher grundsätzlich Recht! Auch ich arbeite seit vielen Jahren in der Reisebranche, allerdings im Marketingsegment und Gott sei Dank sehr erfolgreich selbständig. Unabhängig davon, habe ich schon viele Länder bereist und in einigen längere Zeit gelebt. Als echte Kreuzberg-Berlinerin mit türkisch-spanisch-deutschem Blut bin ich nicht nur insgesamt 5-sprachig, sondern auch ein grundsätzlich offener, mulitkulturell eingestellter Mensch. Das letzte, was ich in einem fremden Land erwarte ist, dass dort meine Sprache gesprochen wird.

    Und nein, nicht alle Kopenhagener sind freundlich, genauso wenig wie alle Berliner und überhaupt alle Großstädter. Ganz ganz sicher nicht. Nichtsdestotrotz reagieren ECHTE Großstädter nicht unbedingt alle unfreundlich und hysterisch auf Unbekanntes. Ihr Horizont ist zweifelsohne weiter. Zweifelsohne! Ganz gleich, ob es solche und solche dort wie dort gibt. Aber es gibt dort immer mehr von solchen und dort immer mehr von solchen! Und die „Komplexität von Gruppen“ ist nirgendwo gefährlicher, als in Dörfern und Kleinstädten!

    Ich finde trotzdem, dass die „Dorfdänen“ atemberaubend unfreundlich und unsympathisch sind, auch wenn ich natürlich Ausnahmen getroffen habe. Und ich habe eine sehr positive Ausstrahlung, ansonsten würde ich in meinem Job keinen Cent verdienen.

    Insofern zieh ich mir diesen Schuh erst gar nicht an und werde mich für die Zeit, die ich in diesem schönen, wenn auch nicht besonders freundlichen Land verbringen muss, einfach anpassen: Ich betrachte mich dann also als komplexe Gruppe und find die Dänen einfach kollektiv daneben und bin ebenfalls unfreundlich. Dann falle ich hier auch nicht auf! „When you’re in Rome do as the Romans do“ …

    Aber wie gesagt, grundsätzlich hast Du Recht und das die Menschen an und für sich immer unfreundlicher werden, liegt nicht unbedingt an Nationalitäten. Auch wenn manche Nationalitäten deutlich bekloppter sind als andere. Machen wir uns nichts vor. Kann mich nicht erinnern, dass die Deutschen in letzter Zeit irgendwelche Flugzeuge abgeschossen haben. Ok, haben die Dänen auch nicht, dafür schießen Sie auf Hunde.

    Die Dänen werden auf meiner persönlichen europäischen Herzchen-Skala sicher immer ziemlich weit unten bleiben. Und ganz ehrlich, in einem Land, in dem Sodomie legal ist, sollten die Nasen eh nicht ganz so hoch getragen werden. Ja, genau, das gilt auch für Länder, die Stiere aus Spaß an der Freud umbringen, oder Wale einfach abschlachten, und und und …. Man findet überall Dreck. Aber nee, ich find die Dänen nicht so dolle! Außer Kopenhagener 🙂 (Natürlich nicht alle) Und hier noch ein echter Aufreger: Meine Mauer will ich auch wieder haben 🙂 Es war früher so schön bunt und friedlich in Berlin. Bis die Mauer weg und alle Dörfler nach Berlin kamen. Die natürlich alle nix und wieder nix mit ihrem totalitären Staat zu tun hatten ….

    1. Hej igen 🙂
      Interessante Standpunkte und interessant auch, dass Du kurz Deinen Background dargelegt hast. Ich war schon ein bisschen neugierig, wer sich wohl hinter dem kontroversen Kommentar verbirgt 🙂

      Nun ja, ich bin grundsätzlich ebenfalls ja der Meinung, dass die Dänen kein hervorgehoben freundliches Volk sind. Genausowenig wie die Deutschen. Ich sehe da keine Unterschiede zwischen den beiden Ländern.
      Die Dänen (wie auch oft die Deutschen) sind z.B. nicht sonderlich offen, Freundschaften schließen ist oftmals eher schwierig – und das ist auf dem Land sicher ausgeprägter als in der Stadt.

      Habe ich richtig verstanden, dass Du derzeit in DK leben „musst“? Im ländlichen Bereich?

      Wenn Du von der Großstadt kommst, ist ja z.B. das Leben in einer ländlichen Gemeinschaft sowieso schon ein riesiger Kulturunterschied – unabhängig von der Nationalität.

      Ich habe es ja genau umgedreht erlebt. Ich komme eher aus einem kleinstädtischen Bereich und bin ich die Großstadt gezogen. In der Großstadt treffen ja ohnehin immer sehr viele Kulturen aufeinander, so dass dort generell eine höhere Toleranz und Offenheit herrscht. Auch Freundschaften schließen sich schneller. Man findet halt auch schnell Gleichgesinnte.

      Die Dänen in ländlichen Touri-Gebieten sind mir auch schon durch ihren Zynismus gegenüber Touri-Deutschen aufgefallen. Das ist mir als Deutscher in der Reisebranche schon öfter auch als Insider böse aufgestoßen. Aber das kommt wohl von der Arbeit mit den oft anstrengenden und fordernden Touristen. Gut fand ich es deswegen trotzdem nicht und die Pauschalität der Meinungen, die Vorurteile, das hat mich oft geärgert.

      Wie dem auch sei –
      Ich bin dennoch der Meinung, dass die Landdeutschen 🙂 oft ganz ähnlich sind gegenüber allem, was nicht deutsch aussieht und nicht deutsch spricht 🙂 .

      Ich komme ja aus diesem Bereich und habe es selbst erlebt, auch am eigenen Leibe, als ich ausgewandert bin. Es gibt so viele (gerne aber auch die ältere Generation), die sich einfach nicht vorstellen können, dass es außerhalb der eigenen begrenzten Gemeinde auch noch Ecken gibt, an denen es sich gut oder gar besser leben lässt…. und der eigene Horizont reicht dann manchmal auch nicht aus, diese Bewertung vielleicht denen zu überlassen, die sich eine derartige Aktion gerade überlegen.
      Da wird aus dem eigenen Horizont heraus kategorisch alles abgelehnt, was andere mit weltoffenerem Horizont vorhaben…

      Nun ja, jedem das Seine.

      Und dass darüber hinaus viele Teile der Welt sowieso verrückt spielen, ist leider auch wahr…

      Viele Grüße
      mary

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