Archiv der Kategorie: Dänische Besonderheiten

Dänische „Hygge“ und Kamin-Tuning

In der dänischen Sprache gibt es ein ganz besonderes Wort, das man nicht zu 100% ins Deutsche übersetzen kann. In diesem Wort steckt eine ganze Kultur. Ein Wahrzeichen dieses kleinen Landes.

Die „danske hygge“ – die dänische „Hygge“.

Das deutsche Wort, das die dänische „Hygge“ noch am Treffendsten beschreibt, ist „Gemütlichkeit“. Und doch umfasst das Wort „Gemütlichkeit“ nicht alle Facetten der dänischen „Hygge“.

„Hygge“ ist eine ganz besondere Atmosphäre in diesem Land. Etwas, was dieses Land ausmacht. Ein Zusammentreffen mit netten Menschen in einem gemütlichen heimischen Ambiente im dänischen Design, Dinner bei Kerzenlicht und mit gutem Rotwein, im Kamin prasselt ein gemütliches Feuer, draußen pfeift der Wind um die Backsteinmauern, es ist diesig, die Luft riecht frisch und salzig, Möwen kreisen am Himmel und rufen in die weite Dünenlandschaft hinaus und in der Ferne sind die unruhigen Wellen der rauen See zu hören. Dänische „Hygge“ und Kamin-Tuning weiterlesen

Goodbye 2013 … hello 2014!

Und wieder geht ein ereignisreiches Jahr zu Ende!

Ich wünsche Euch allen einen guten Rutsch ins Jahr 2014 und ein tolles neues Jahr mit Gesundheit, guter Laune und schönen Erlebnissen!

Wir verbringen den Abend mit den Kindern zuhause und es ist fraglich, ob wir bis 24 Uhr durchhalten. Nachdem das letzte Silvesterfest ziemlich schief ging und wir ab 22 Uhr ganz plötzlich ein Baby mit 40 Grad Fieber und außer Rand und Band zu betreuen hatten, wagen wir es exakt ein Jahr später auf ein neues! Geplant ist, die Kinder schon vor 20 Uhr schlafen zu legen, danach lecker zu kochen und ganz gemütlich und in aller Ruhe ins neue Jahr reinzufeiern.

Begonnen wurde wie jedes Jahr um 18 Uhr mit der obligatorischen Neujahrsansprache der Königin Margrethe II von Dänemark. Silvester ist der einzige Zeitpunkt im Jahr, an dem mir bewusst wird, dass ich in eine Monarchie ausgewandert bin. Am 31.12. eines jeden Jahres um 18 Uhr lauschen sämtliche Bürger des kleinen Königreiches ihrer Königin. Das ist ein echtes Highlight für das Volk und für mich als aus einer nüchternen Republik Eingewanderte jedes Jahr wieder sehr interessant zu erleben. Goodbye 2013 … hello 2014! weiterlesen

Es wird gar nicht mehr hell!

Noch 4 Tage und wir haben den kürzesten Tag des Jahres erreicht. Die Wintersonnenwende.

Und es wird auch langsam Zeit. Denn mittlerweile haben wir hier oben das Gefühl, dass die Sonne gar nicht mehr aufgeht. Meist versteckt sie sich ohnehin hinter tiefhängenden, schweren Wolken. Aber selbst an Tagen ohne dichte Wolkendecke sieht man hier nur wenig Licht.

Die Nacht geht grundsätzlich bis 9 Uhr. Eine halbe Stunde vor diesem Zeitpunkt findet irgendwann offiziell eine Dämmerung statt und man kann ohne Taschenlampe seinen Weg zur Arbeit finden. Gegen 11 Uhr zwinge ich meist meine lieben Kollegen des DanCenter-Kundenservices dazu, das elektrische Licht auszuschalten. Wir wollen doch das Gefühl haben, dass das Tageslicht wenigstens für 2-3 Stunden ganz alleine ausreicht, unser Büro zu erhellen.

Gut, dass die Bildschirme und die kleinen Tischlampen noch etwas Licht spenden. So kommen wir durch diese 2-3 Tageslichtstunden. Nur wenig später kommt meist schon ein Kollege herein und fragt, warum zum Teufel wir im Dunkeln sitzen. Spätestens da gebe ich meinen Widerstand auf. Das elektrische Licht wird wieder eingeschaltet. Es ist 14 Uhr.

Blickt man gegen 15.30 Uhr aus dem Fenster, guckt einem das eigene Spiegelbild entgegen.

Um 16 Uhr ist es stockdunkel und die Nacht beginnt. Es wird gar nicht mehr hell! weiterlesen

Julefrokost-Strohwitwe die Zweite

Heute ist mal wieder eine der traditionellen, berühmt-berüchtigten dänischen Weihnachtsfeiern. Sie heißen JULEFROKOST (von dän. Jul: Weihnachten und frokost: Mittagessen) und sind so ein bisschen das, was bei uns in Deutschland FASCHING ist.

Jeder, der einen Job hat, hat mindestens einen Julefrokost. Meiner wäre gestern gewesen, aber es macht wenig Sinn, dort halb krank aufzuschlagen, denn man braucht alle seine Kräfte 🙂  Viele haben aber mehrere Julefrokosts, mit Freunden, mit den Kollegen des Nebenjobs, mit alten Abschlussklassen. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Viele Julefrokosts beginnen schon sehr früh am Tag bzw. Nachmittag, denn eigentlich waren sie ja mal ursprünglich Mittagessen. Deswegen enden sie aber nicht unbedingt früher, sondern es wird gefeiert, so lange man kann. 

Es gibt ein traditionelles kaltes Buffet mit ganz bestimmten Leckereien. Eine Art Krustenbraten, Matjes in Zwiebeln, Frikadellchen, Gurken, Leberwurst, eine spezielle Bratwurst, Eier, Krabben und vieles mehr. Dazu wird gut getrunken. Bier und dann immer mal noch ein Schnäpschen dazwischen. Oder auch zwei.

Julefrokost-Strohwitwe die Zweite weiterlesen

Ein Meilenstein als Eltern: Der erste Kinobesuch!

Wir waren im Kino !!!

Wer sich an dieser Stelle fragt, was daran besonderes sein soll ….

Es war das erste Mal seit cirka 4 Jahren! Das letzte Mal ist so lange her, dass ich mich nicht mal an den Film erinnern kann.

Und das passiert MIR, die zu ihren Pre-Dänemark-Zeiten pro Woche mindestens einmal ins Kino gegangen ist. Die mit Andacht die Vorfilme angeschaut und auf diese Weise gleich die nächsten potentiellen Filme entdeckt hat. Quasi wie ein Kettenraucher. Den nächsten Film gleich am alten „angezündet“. Ein Meilenstein als Eltern: Der erste Kinobesuch! weiterlesen

Heimweh und Hindernisse

Drei Wochen nach meinem Umzug nach Kopenhagen trat schließlich ein, wovor ich mich gefürchtet hatte:

Ich bekam Heimweh!

Es fühlte sich allerdings ganz anders an, als ich mir vorgestellt hatte. Ich verspürte keinen Drang, nach Deutschland zurückzukehren. Las ich jedoch eine E-Mail von meinem Vater oder Bruder, brach ich hinterher in Tränen aus. Es dauerte danach jedes Mal eine ganze Weile, bis ich mich wieder gefangen hatte. Mein Däne stand meinen plötzlichen Ausbrüchen ein wenig hilflos gegenüber.

In meinem neuen Alltag hatte ich weiterhin das Gefühl, auf der Stelle zu treten. Ständig gingen Kleinigkeiten schief. Überall gab es kleine Hindernisse zu bewältigen. Ich war neu in Dänemark und musste vieles neu erlernen. Dinge, die ich in Deutschland ganz selbstverständlich und ohne großes Nachdenken bewältigt hatte.  Heimweh und Hindernisse weiterlesen

Die weibliche Hand im Haushalt

2014-03-21-Mülleimer-go-feminin

Nach den roten Sofakissen und kuscheligen Fleece-Decken folgten meinerseits weitere Eingriffe in den männlich-spartanischen, dänischen Haushalt.

Mit weiblichem Geschick bewegte ich meinen Dänen dazu, gemeinsam mit mir neue Bettwäsche zu kaufen, die trotz ihrer dezenten Farben eine willkommene Abwechslung zur bisher vorhandenen, natürlich weißen Bettwäsche darstellte.

Die neue Bettwäsche kauften wir in der IKEA um die Ecke. Da Frauen die IKEA generell niemals mit nur einer einzigen Ware verlassen würden, nahm ich bei dieser Gelegenheit noch mehrere Topfpflanzen, Dekorationen und selbstverständlich verschiedenartige Kerzen mit in unser neues Heim.

Die bisherigen Topfpflanzen nahm ich vertrauensvoll unter meine Obhut. Was diese auch bitter nötig hatten. Munter verteilte ich meine Dekorationen in der Wohnung. Mein Däne fand es sehr gemütlich und ließ mich gewähren.

Bei einem weiteren Streifzug durch die Innenstadt Lyngbys entdeckte ich ein nettes Haushaltswarengeschäft. Dort erstand ich Eierbecher und eine Erstausstattung an Tupperdosen. Dinge, die im Männerhaushalt meines Freundes bislang nicht existierten. Zu meinem großen Erstaunen, denn ein Haushalt ohne Tupperdosen ist kein Haushalt. Die weibliche Hand im Haushalt weiterlesen