111 Gründe, Dänemark zu lieben: Rohfassung fertig!

Was für ein Tag!

Aus aktuellem Anlass teile ich mit, dass ich heute am 12. Dezember, exakt um 13:07 Uhr, den 111. Grund ins Manuskript des Buches „111. Gründe, Dänemark zu lieben“ reingehackt habe.

Damit ist die Rohfassung meines ersten Buches fertig. Mein Kopf raucht. Was für ein denkwürdiger Tag. Wer an dieser Stelle denkt, das Manuskript würde damit schneller abgabefertig als die geplanten Verlagsdeadline am 31.8.2016 vorgibt, der irrt sich. Gewaltig. Vor mir liegt nämlich ein Haufen Arbeit. Ich weigere mich heute jedoch rigoros, daran zu denken.

Stattdessen denke ich daran, dass ich 111 Gründe gefunden, akribisch untersucht und in (abenteuerliche) Worte und Sätze gefasst habe. 111 Gründe! In Worten: hundertelf.

Ich will in Zukunft niemals mehr etwas mit der Zahl 111 zu tun haben. Unter keinen Umständen 😉

Die Mitarbeiter der kleinen Firma, in der mein lieber dänischer Mann arbeitet, erhielten alle einen  großen Fresskorb zu Weihnachten. Ich meine, ich hätte irgendwo zwischen den Leckereien und Flaschen auch eine Flasche Champagner hervorblitzen sehen. Ich meine auch, dass heute DER geeignete Zeitpunkt ist, diese zu köpfen…

Die Rohfassung meines ersten Buches ist tatsächlich fertig.
Meines ersten und meines letzten Buches.

(Auch wenn mir letzteres wahrscheinlich niemand glaubt… 🙂 )

Naja, vielleicht denke ich morgen auch schon wieder anders.

Euch allen da draußen ein wunderschönes Wochenende!

Mary

111 Gründe, Dänemark zu lieben – Welcher darf auf keinen Fall fehlen?

Genau zweieinhalb Monate ist es jetzt her, dass ich mich in das Projekt „111 Gründe, Dänemark zu lieben“ gestürzt habe. Zweieinhalb Monate, in denen ich diese Entscheidung abwechselnd gelobt und verflucht habe. Zweieinhalb Monate mit Schreibattacken und Schwitzen vorm Computer, mit innerlichen Luftsprüngen, wenn ein weiterer Grund „im Kasten“ war. Und tatsächlich: Das Manuskript, die Erstfassung, nimmt nach und nach Formen an. Um genau zu sein, die abenteuerliche Erstfassung. Schliesslich werden Bücher nicht geschrieben, sie werden redigiert, so meine Devise.

Für die Erstfassung hatte ich ursprünglich ein halbes Jahr vorgesehen, fürs Überarbeiten dann nochmal so viel. Als nervös veranlagte Erstautorin habe ich diesen Plan jedoch mittlerweile umgeworfen. Der neue lautet: Erstfassung 4 Monate, Zweitfassung 5 Monate, Endfassung 3 Monate. Denn aus der Erfahrung heraus lassen sich meine Erstfassungen schneller schreiben als redigieren 🙂 Und sicher ist sicher, nicht wahr?

Gerade habe ich Grund Nummer 76 getippt, sehr zu meiner Freude und Erleicherung. 76 Gründe bedeutet: 35 Gründe to go. Das klingt doch schon deutlich überschaubarer als 111!

Daher hat sich meine anfängliche Projektnervosität endlich gelegt.  Dafür stehe ich vor einem ganz neuen „Problem“: Auf meiner Liste an potentiellen weiteren Gründen stehen noch über 80 Themen… Und ich traue mich kaum, ins Internet zu gehen und ein bisschen herumzulesen, denn ein Thema führt zum anderen und schon entdecke ich wieder drei neue Gründe. In mein Blog-Notizbuch habe ich ebenfalls noch nicht hineingeschaut, hier sind sicher auch noch ein paar vergessene Schätze enthalten.

Ich habe also die Qual der Wahl und muss einige Gründe erst mal unter den Tisch fallen lassen!

Was meint Ihr? Welcher Grund darf Eurer Meinung nach auf keinen Fall im Buch fehlen? Was ist für Euch persönlich der wichtigste Grund, Dänemark zu lieben?

Die Natur? Die Gelassenheit? Die Hygge? Das Meer? Das Ferienhaus-Ambiente? Die Ausflugsmöglichkeiten? Das entspannte Feeling? Das Soft-Eis? Die Tebirkes? Die Sonnenuntergänge? Die Legos? Die Dänen?

Bis 15.12.2015 könnt Ihr mir Euren ganz persönlichen Grund schicken – per Mail an 4nordlichter@gmail.com. Ich verlose unter allen Einsendungen drei Exemplare des Buches, das im Herbst/Winter 2016 erscheinen soll, pünktlich zu Weihnachten 🙂

Also: Ran an die Tasten! Ich bin sehr gespannt auf Euren Input. Denn vielleicht sehe ich bei der Unzahl an Gründen auf meinen vielen Listen vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr und übersehe genau DEN EINEN wichtigen Grund 🙂

Wer weiß?

Ich freue mich auf Eure Teilnahme.

Viele Grüße aus dem novemberdunklen Dänemark!

Eure Mary

 

Quelle Beitragsbild: www.fanshop-international.com

Atlantikwall – Kurzgeschichte in der Anthologie Dark Places

Wer schon einmal an der Westküste in Dänemark war, kennt sie, die Bunker des Atlantikwalls aus dem Zweiten Weltkrieg. Stumme Zeitzeugen eines dunklen Kapitels der Vergangenheit.

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Anfang dieses Jahres stolperte ich über eine interessante Anthologie-Ausschreibung.

Dark Place – Die 6. Geisterspiegel-Anthologie

Hinrichtungsstätten, Friedhöfe, alte Parkanlagen und viele dunkle Orte mehr sind der Schauplatz dunkler Geschichten. Was ereignete sich dort vor langer Zeit? Welche Geister der Vergangenheit suchen diese Plätze heute heim, was wird sich dort in vielen Jahren abspielen? Schauriges, Morbides oder Kriminelles? Wer vermag es zu wissen? Von welchen Schicksalen mögen diese Orte erzählen?

Sofort schossen mir die Bunker in den Kopf. In Kombination mit der stürmischen Nordsee, einsamen Stränden und düsterem Licht der perfekte dunkle Ort für eine Story. In meinem Kopf begann sich eine Geschichte zu formen und ich beschloss, an der Ausschreibung teilzunehmen. Das Genre: Phantastik. Nicht zu verwechseln mit Fantasy, was ausdrücklich nicht erwünscht war (und auch gar nicht meins ist). Ich musste mich allerdings erst einmal einlesen, was genau mit Phantastik innerhalb der Literatur gemeint ist, nämlich (ganz grob definiert) eine Handlung, in deren „fiktiver Welt die Naturgesetze verletzt werden“ (Quelle: Wiki) – beispielsweise durch etwas Übernatürliches o.ä.

Ich schrieb erstmals eine längere Kurzgeschichte. Titel, kurz und präzise: „Atlantikwall“. Die Maximalgrenze lag bei 35.000 Zeichen (cirka 18-19 Romanseiten) und diese schöpfte ich auch voll aus. Zum Vergleich: Meine ersten beiden Kurzgeschichten, die bei Anthologien untergekommen sind, hatten 10.000 bzw. 18.000 Zeichen. Bei „Atlantikwall“ hatte ich somit auch erstmals Gelegenheit, mehrere Charaktere zu entwickeln. Außerdem übte ich die Verknüpfung von Geschehnissen aus der Vergangenheit mit einer Handlung in der Gegenwart. Atlantikwall – Kurzgeschichte in der Anthologie Dark Places weiterlesen

Herbstausflug – Sommerhausgebiet Tollerup, Nordseeland

Der Herbst ist da. Die Tage werden kürzer, die Nächte kühler. Und zwar mit großen Schritten. Die Sonne versteckt sich immer öfter hinter schweren Wolkengebilden und lässt uns in unzähligen Graunuancen zurück.

Der Herbst ist meine Lieblingsjahreszeit! Ich freue mich auf die ruhigen Abende auf dem Sofa, auf die Zeit des Einigelns in den eigenen vier Wänden, auf viel Schlaf und innere Regeneration. Nichtsdestotrotz schlägt auch mir der Herbst in den ersten Wochen erst mal aufs Gemüt. Auch an Herbstliebhabern gehen die Auswirkungen des Lichtmangels nicht spurlos vorüber. Die Umstellung von den hellen, endlosen Sommernächten auf die alles vereinnahmende Dunkelheit des skandinavischen Winters ist aber auch eine echte Herausforderung.

Mein Gemüt (und das meiner besseren Hälfte…) brauchte aus diesem Grunde unbedingt ein bisschen neue Energie. Und was tun wir hier oben, wenn wir müde sind und Energie fehlt? Wir nehmen uns eine kleine Auszeit am Meer. Das hilft mit Garantie.

Zuerst wollten wir heute nach Kulhuse am Isefjord fahren und mit der Fähre auf die andere Seite übersetzen. Bis ich im Internet dann gerade noch rechtzeitig entdeckte, dass die Fähre den Betrieb saisonbedingt am 1.10. eingestellt hat. Als Alternativprogramm nahmen wir wie üblich Kurs auf Nordseeland, Liseleje. Ich hatte auf der Karte jedoch einen anderen Küstenabschnitt herausgesucht: Tollerup, Nordseeland – ein Sommerhausgebiet. Ganz naiv waren wir davon ausgegangen, dass wir dort irgendwo unser Auto abstellen würden, um mit Eimer und Schaufeln bewaffnet den einsamen Strand zu stürmen. Einsam war der Strand auch tatsächlich, doch von Stürmen konnte keine Rede sein. Denn als wir endlich ankamen, war der Ausblick zwar absolut phantastisch, doch unser Standort leicht erhoben…. Wir standen oben auf der Steilküste und starrten herab auf den feinen Strand, ohne jegliche Möglichkeit dorthin zu gelangen. Klassisch! Das passiert Touristen auf Seeland öfter einmal, wie ich aus Erfahrung weiß. „Falsche Erwartungshaltung“ – so nennt man das im Jargon der Reisebranche 🙂

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Ich schreibe ein Buch!

111 Gründe, Dänemark zu lieben

Verlag: Schwarzkopf & Schwarzkopf

Nichtsahnend öffnete ich vor einigen Wochen den Posteingang meines Blogs. Es war Sonntag, wir hatten gerade die Kinder erfolgreich zu Bett gebracht und machten es uns auf der Couch gemütlich, um den Abend in aller Ruhe ausklingen zu lassen. Draußen war es längst dunkel. Sang- und klanglos hatte sich der Sommer davongemacht und war bereits in den kühleren Herbst übergegangen. Die ungewohnte Dunkelheit hatte in meinem Körper bereits raue Mengen an Melatonin produziert und meine Augen wurden bereits schwer.

Der Posteingang des 4Nordlichter-Blogs zeigte eine neue Mail an. Ich seufzte. Eine Werbeanfrage? Oder ein Interview? Oder gar ein Auftragsartikel? Was es auch war, ich würde es ablehnen. Denn ich befand mich schon seit Wochen in einer schreibfaulen Phase und hatte keinerlei Ambitionen für neue Schreibprojekte. Seit sich die hellen skandinavischen Nächste aus dem Staub gemacht hatten, rief das Sofa jeden Abend nach mir. Mit Nachdruck! Wie jeden Herbst war ich unweigerlich dabei, mich in die im Winter obligatorische sofakartoffel (=dänisch f.couch potatoe) zu verwandeln .

Plötzlich setzte ich mich kerzengerade auf. Wie elektrisiert starrte ich auf den Bildschirm. Mein Däne, die sofakartoffel neben mir, sah mich irritiert an.
„Ist was passiert?“
Ich hörte ihn kaum. Er piekste mir in die Seite. Ich fuhr zusammen.
„Nein, nein“, murmelte ich zerstreut und las die Mail ein zweites Mal. Ich sah ihn an. „Das heißt … doch. Ein Literaturagent fragt, ob ich ein Buch schreiben möchte….“
Mein Däne zog die Augenbrauen hoch. „Na also! Wolltest Du doch schon immer machen!“
Auch wieder wahr. Ich runzelte die Stirn und dachte nach. Konnte so eine Anfrage seriös sein? Google musste her. Die nächsten 15 Minuten gab ich mich meiner deutschen Skepsis hin und stellte im Web diverse Nachforschungen an. Sowohl der Literaturagent, der die Mail geschrieben hatte, der Verlag Schwarzkopf & Schwarzkopf, der das Buch herausbringen wollte als auch die Serie „111 Gründe“, zu der das Buch gehören sollte, existierten. Schwarz auf weiß. Ich schreibe ein Buch! weiterlesen

Digitales Dänemark VI – Das gläserne Auto

Nicht nur Dänemarks Einwohner sind gläsern, nein, auch dessen Fahrzeuge!

Stellen Sie sich vor, Sie wären keine sonderlich ehrliche Haut und wollten ihr Auto verkaufen. Hierzu formulieren Sie eine hübsche Annonce. Das Auto ist ganz schön in die Jahre gekommen, und Sie sind – nun ja, nicht gerade pfleglich mit dem Fahrzeug umgegangen. In der Annonce verschweigen Sie daher lieber ein paar kleinere Macken und sind Sie besonders unverfroren sind, auch ein paar Größere.

Dank verkaufstüchtigem Text melden sich die ersten Interessenten. Es dauert gar nicht so lange und Sie kriegen einen davon herum. Verkauft wie besehen und getestet. Privatverkauf, Rücknahme ausgeschlossen. Das Auto rollt von Ihrem Grundstück und Sie reiben sich die Hände. Geschafft!

Nicht so in Dänemark.

In Dänemark wissen die potentiellen Käufer, die Ihr Auto besichtigen kommen, wahrscheinlich mehr Bescheid über das Gefährt als Sie selbst. Denn im Internet befinden sich – für jeden frei zugänglich – spannende Informationen zu allen Fahrzeugen im Land. Die Interessenten werden vor ihrem Besuch also Daten wälzen.  Sie benötigen lediglich das Kennzeichen des Autos, das sie entweder auf dem Foto in Ihrer Annonce entziffern oder das sie ganz unverfroren bei Ihnen erfragen. Steht das Auto bei einem Händler ohne aktuelles Kennzeichen, wird der Händler todsicher um die Fahrgestellnummer des Objekts gebeten. Eines ist sicher – wird Kennzeichen oder Fahrgestellnummer nicht herausgerückt, zieht der Interessent höchstwahrscheinlich einfach zum nächsten Gebrauchtwagen weiter. Der Markt ist schließlich voll davon. Digitales Dänemark VI – Das gläserne Auto weiterlesen

Kurzgeschichte in „Hammer, Säge, Pinsel & Co.“

Vor einigen Monaten besuchten mein Däne, ich und unsere kleinen Kinder ein äußerst bekanntes, skandinavisches Einrichtungshaus. Dank des Temperamentes unseres geliebten Nachwuchses entwickelte sich dieser Trip, als gemütlicher Familienausflug angedacht, zu einem kleinbürgerlichen Psycho-Thriller. Nicht, dass ich dies nicht vorher geahnt hätte – frau besitzt schließlich bei derartigen Dingen eine Glaskugel und kann die drohenden Herausforderungen ganz anders einschätzen als der Gatte. Zu gerne hätte ich deswegen den neuen Webshop des besagten Möbelhauses ausprobiert, wäre da nicht ein Däne gewesen, mit dem unerschütterlichen Willen, die (skandinavisch hohen) Versandkosten zu sparen…

Wie dem auch sei – der Zufall wollte es, dass ich kurz auf das prägende Erlebnis über einen Kurzgeschichtenwettbewerb im WWW stolperte. Gesucht waren Baumarktgeschichten aller Art. Die besten Geschichten sollten in einer Anthologie veröffentlicht werden. Inspiriert von unserem ungemütlichen Familienausflug schrieb ich die Kurzgeschichte „Nestbau-Glück“ und reichte sie gerade noch rechtzeitig beim Herausgeber der Anthologie ein. Eventuelle Ähnlichkeiten der vier „Nestbau-Glück-Protagonisten“ mit den vier Nordlichtern sind zufällig und ganz unbeabsichtigt 🙂

Wenige Wochen darauf erhielt ich eine Mail mit der Nachricht, dass meine Geschichte in der Anthologie veröffentlicht wird!
Dies ist damit meine 2. Kurzgeschichte in einem echten, gedruckten Buch – und ich bin immer noch begeistert!

Cover Hammer Säge Pinsel U1 (2)

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