Ich schreibe ein Buch!

111 Gründe, Dänemark zu lieben

Verlag: Schwarzkopf & Schwarzkopf

Nichtsahnend öffnete ich vor einigen Wochen den Posteingang meines Blogs. Es war Sonntag, wir hatten gerade die Kinder erfolgreich zu Bett gebracht und machten es uns auf der Couch gemütlich, um den Abend in aller Ruhe ausklingen zu lassen. Draußen war es längst dunkel. Sang- und klanglos hatte sich der Sommer davongemacht und war bereits in den kühleren Herbst übergegangen. Die ungewohnte Dunkelheit hatte in meinem Körper bereits raue Mengen an Melatonin produziert und meine Augen wurden bereits schwer.

Der Posteingang des 4Nordlichter-Blogs zeigte eine neue Mail an. Ich seufzte. Eine Werbeanfrage? Oder ein Interview? Oder gar ein Auftragsartikel? Was es auch war, ich würde es ablehnen. Denn ich befand mich schon seit Wochen in einer schreibfaulen Phase und hatte keinerlei Ambitionen für neue Schreibprojekte. Seit sich die hellen skandinavischen Nächste aus dem Staub gemacht hatten, rief das Sofa jeden Abend nach mir. Mit Nachdruck! Wie jeden Herbst war ich unweigerlich dabei, mich in die im Winter obligatorische sofakartoffel (=dänisch f.couch potatoe) zu verwandeln .

Plötzlich setzte ich mich kerzengerade auf. Wie elektrisiert starrte ich auf den Bildschirm. Mein Däne, die sofakartoffel neben mir, sah mich irritiert an.
„Ist was passiert?“
Ich hörte ihn kaum. Er piekste mir in die Seite. Ich fuhr zusammen.
„Nein, nein“, murmelte ich zerstreut und las die Mail ein zweites Mal. Ich sah ihn an. „Das heißt … doch. Ein Literaturagent fragt, ob ich ein Buch schreiben möchte….“
Mein Däne zog die Augenbrauen hoch. „Na also! Wolltest Du doch schon immer machen!“
Auch wieder wahr. Ich runzelte die Stirn und dachte nach. Konnte so eine Anfrage seriös sein? Google musste her. Die nächsten 15 Minuten gab ich mich meiner deutschen Skepsis hin und stellte im Web diverse Nachforschungen an. Sowohl der Literaturagent, der die Mail geschrieben hatte, der Verlag Schwarzkopf & Schwarzkopf, der das Buch herausbringen wollte als auch die Serie „111 Gründe“, zu der das Buch gehören sollte, existierten. Schwarz auf weiß.

Die Sache war ernst: Es wurde der oder die geeignete Autor/in für das Buch „111 Gründe, Dänemark zu lieben“ gesucht. Auf seiner Suche war der Literaturagent über meinen Dänemark-Blog gestolpert.

Irland
SO etwa sollte das Buch irgendwann aussehen (siehe Bild, Beispiel Irland)

Quelle Foto: 
http://www.schwarzkopf-verlag.net/

In der Reihe „111 Gründe“ sind bereits viele Titel mit ganz unterschiedlichen Themen erschienen, zum Beispiel zu verschiedenen Ländern, Regionen und Städten. Die Reihe umfasst aber auch Titel zu diversen Hobbys, Sportarten, Fußballmannschaften und zu anderen kunterbunten Themen, die auf Anhieb nicht unbedingt in bestimmte Schubladen kategorisiert werden können. Seht selbst: 111 Gründe – Übersicht des Verlags.

Der Verlag plant nun Bücher zu den vier nordischen Länder Finnland, Schweden, Norwegen und Dänemark. Bei den 111er-Büchern handelt es sich nicht um gewöhnliche Reiseführer sondern um populäre Sachbücher (ohne Bildmaterial) mit interessanten Infos und gerne mit persönlichem Insiderwissen aus dem Land.

111 Gründe, Dänemark zu lieben. Genau mein Thema, schoss es mir durch den Kopf. Ich begann zu schwitzen. Fieberhaft suchte ich nach Auswegsmöglichkeiten. 111 Gründe, warum ich kein Buch schreiben konnte… Schrieb ich überhaupt gut genug? Wusste ich genug über Dänemark? Brachte ich ausreichend an schreibtechnischer Erfahrung für ein solches Projekt mit? War 111 nicht sowieso eine merkwürdige Zahl? Und viel zu hoch? Besaß ich genügend Drive, um bei einem derartigen Umfang am Ball zu bleiben, so dass ich das Manuskript in der vorgegebenen Zeit abliefern konnte? Und gab es da draußen wirklich ein paar einsame Leser, die mein Geschreibsel kaufen würden? Mir fielen gleich zwei andere Blogger ein, denen ich das Dänemark-Projekt getrost überlassen konnte. Die würden das sicher super meistern 🙂

Selbstzweifel kennt  jeder – bei Hobby-Autoren sind sie besonders ausgeprägt. Wir sind ein selbstkritischer Haufen. Die eigenen Texte sind nie gut genug, egal wie lange man daran herumfeilt.

Nachdem sich das Teufelchen auf meiner linken Schulter ausgetobt hatte, ergriff endlich das Engelchen das Wort.

NATÜRLICH konnte ich das Buch schreiben, keine Frage. Es war mein Thema. Und war es nach meinen diversen Kurzgeschichten-Veröffentlichungen nicht sowieso mal an der Zeit, ein größeres Projekt anzugehen? Eine „richtige Autorin“ zu werden? Was fing man denn auch sonst mit den stockdunklen, skandinavischen Abenden an, die vor der Tür standen? Lieferte mein Blog nicht sowieso schon einiges an Ideen und Input? Ganz zu schweigen von meinem kleinen vollgekritzelten Notizbuch, dessen Themen es nicht einmal ansatzweise in meinen Blog geschafft haben?

In meinem Hirn tobte ein erbitterter Kampf. Ich klappte den Laptop zu, ignorierte Engelchen und Teufelchen und steckte zwei Tage lang den Kopf in den Sand. Dann begann ich, zaghaft mit dem Literaturagenten aus München zu kommunizieren und Engelchen und Teufelchen erhielten neues Futter für ihre temperamentvollen Diskussionen.

Die Entscheidungsphase zog sich über mehrere Tage hin. Während dieser Zeit prasselten neben Engelchen und Teufelchen auch noch unzählige Gründe und Informationen zu Dänemark auf mich ein, die unbedingt ins Buch hinein wollten. In meinem Kopf herrschte Chaos.

Der Literaturagent Martin Brinkmann blieb in all dieser Zeit am Ball, zeigte Verständnis für meine zeitlichen Bedenken und ließ mir trotz meiner anfänglichen Defensive zwei Beispielbände zukommen, in der Hoffnung, mich mit dem ansteckenden Serienkonzept überzeugen zu können. Der Plan ging auf. Als ich die Titel Irland und Schottland in den Händen hielt, schmolz mein Widerstand. Die Gründe in meinem Kopf gaben ja doch keine Ruhe.

Wir einigten uns mit dem Verlag auf einen verlängerten Abgabezeitraum, der mir neben meinem bereits ordentlich ausgefüllten Alltagsprogramm mit Job, Familie, Haus und Garten einigermaßen machbar vorkam.

Noch bevor sich die diversen Verträge auf den Weg nach Dänemark machten, befreite ich meinen überfüllten Kopf von all den Ideen und Gründen, die ihn bis dahin heimgesucht hatten. Er dankte es mir mit besserem Nachtschlaf und ruhigerem Gemüt. Mein erster Brainstorming-Abend lieferte mir über 70 Ideen für verschiedene Gründe. In den Folgetagen trudelten weitere Ideen ein, die ich entweder akribisch in meinem Notizbuch festhielt oder der hastig heruntergeladenen Diktafon-App auf meinem Handy erzählte. Nach einer guten Woche lagen mir über 120 Themen vor, Tendenz steigend. Ich habe also irgendwann die Qual der Wahl und werde aussortieren müssen.

Mittlerweile sind alle Verträge unter Dach und Fach und ich bin schwer mit dem Manuskript beschäftigt. Wenn alles läuft wie in den Verträgen vorgesehen, wird das Buch „111 Gründe, Dänemark zu lieben“ im Herbst/Winter 2016 erscheinen.

Die ersten vier Wochen als Vertragsautorin habe ich nun hinter mir. Meine erste Nervosität und Anspannung haben sich Gott sei Dank gelegt. Erstes Fazit: Das Projekt macht mir Spaß! Oftmals ist es natürlich alles andere als einfach, abends nach dem normalen Alltagswahnsinn noch kreativ zu sein, aber ich versuche, mich zu disziplinieren. Sobald die ersten zwei Zeilen getippt sind, geht der Rest meist von selbst.

Vor mir liegt ein spannendes Jahr. Ich werde Euch auf dem Blog zwischendrin von meinen Fortschritten berichten. Nicht dass Ihr denkt, ich sei verschollen… Und sollte ich mal einen Durchhänger haben (der kommt bestimmt…), hoffe ich auf Eure Motivation 🙂  Schließlich seid Ihr genau die richtige Zielgruppe 🙂 Ich freue mich jetzt schon, Euch in einem gesammelten Werk meine schöne Heimat Dänemark in 111 Themenbereichen etwas näherbringen zu können. Ich bin jetzt schon gespannt darauf, ob Euch das Buch gefallen wird!

Aber jetzt muss ich es erst einmal schreiben 🙂

In diesem Sinne wünsche ich allen Blog-Lesern einen gemütlichen Herbst und Winter. Wenn Ihr abends auf dem Sofa sitzt, denkt einmal an mich und schickt mir ein bisschen Gemütlichkeit, Entspannung und Hygge in den Norden!

Hav en fantastisk aften!

Mary

PS: VERLOSUNG von 3 Exemplaren – 
Welcher Grund darf Eurer Meinung nach auf keinen Fall fehlen?

 

CIMG6756

 

 

 

 

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19 Kommentare zu “Ich schreibe ein Buch!”

  1. Meine Güte, man kommt mit dem Präsentkörbe überreichen gar nicht mehr nach! 😉 Auch zu diesem Deal gratuliere ich dir, liebe Mary!
    Bin schon sehr gespannt auf dein Wek, welches ich hundertpro kaufen werde! *Indianer-Schwur*

    Wieder mal nächtliche Grüße
    Mone

    1. Haha, warst Du auch noch mitten in der Nacht auf?
      Vielen Dank – ja, das ist eine große Sache und ich nehme Dich beim Wort – Du bist als Abnehmerin fest eingeplant 🙂
      Jetzt muss ich es erst mal schreiben *schluck*
      LG
      Mary

    1. Dankeschön, liebe Evanesca, vielleicht bei den Rindlern, aber nun habe ich vor lauter Manuskript und Ideen im Kopf auch so langsam den Überblick verloren 🙂
      Von daher freue ich mich über Deine Glückwünsche und Du weißt ja, wie das ist mit dem Schreiben. Es ist total anstrengend, so ein großes Projekt, und auch total spaßig und cool.
      Ich muss einfach am Ball bleiben – das ist ein langer Schreibmarathon, so neben dem Alltag.
      Aber es läuft bis jetzt alles nach Plan.
      Liebe Grüße
      Mary

  2. Oh wie schön, ganz viel Muse!!!! Finde ich sehr gut und ich glaube, es wird ein gutes Buch werden. Einfach so schreiben wie immer, dann ist es bestimmt lustig und eine Bereicherung und regt an Dänemark zu erkunden! Viel Glück!!!!!
    LG Regina

    1. Liebe Regina,
      danke für die Vorschusslorbeeren, ich hoffe, das wird dann auch so.
      Mein Stil wird auf jeden Fall durchblitzen, und viele Dinge kann ich auch mit persönlichen Anekdoten spicken, aber das ein oder andere Thema wird natürlich auch etwas sachlicher.
      Mal schauen, wie es sich so entwickelt. Gar nicht so einfach, da den richtigen Dreh zu finden, die Balance, aber ich mache einfach wie ich denke und denke gar nicht so viel drüber nach 🙂
      Liebe Grüße
      Mary

  3. dann viel Erfolg und ich werde gerna auch ein Buch kaufen. Schwarzkopf & Schwarzkopf ist ein bekannter Verlag. Also viel Erfolg!

    1. Dankeschön – musst auch gar nicht mehr lange warten 🙂 Ein Jahr ist schnell herum!! Also für mich als Autor jedenfalls 🙂
      Ja, Schwarzkopf & Schwarzkopf scheint auch kein kleiner Verlag zu sein, das Programm war jedenfalls sehr interessant und auch recht umfangreich, das ich geschickt bekommen habe.
      Na, dann streng ich mich mal an
      LG
      Mary

  4. Hallo,
    fruchtbarer und leichter ist es VOR der Arbeit,also morgens 1-2 Stunden früher aufstehen und waschen/anziehen als würde man gleich aufbrechen und dann die Zeit nutzen.

    Viel Glück und gutes Gelingen!
    Grüße von Karin.

    1. Liebe Karin,
      ja, das würde ich unter normalen Umständen auch so vorziehen – morgens bin ich am frischsten im Kopf. Aber da meine beiden kleinen Kinder ausgeprägte A-Menschen sind und dann mit Mama gleich mit aufstehen, sobald sie nur den geringsten Laut hören, und da es dann alles andere als fruchbar ist, was ich daraufhin zustande bringen kann, ist diese Möglichkeit nicht gegeben 🙂
      Vielleicht mal irgendwann, wenn sie größer werden und auch gerne mal länger schlafen 🙂

      Danke für Deine guten Wünsche
      Mary

  5. Liebe Mary,

    ich bin heute Abend über deinen Blog gestolpert und lese mich gerade durch deine Artikel. Nach x Urlauben in unserem Lieblingsland bin ich sehr gespannt auf dein Buch!

    Viel Glück beim Schreiben.

    Grüße aus Bremen von Petra

  6. Toi toi toi,gutes gelingen 🙂 freue mich als København Expat schon auf die Gründe und bin gespannt in wie vielen meine Entscheidung, in Dänemark zu Leben, widerspiegelt 🙂

  7. Hallo liebe Mary, ich habe das Buch „111 Gründe, Schottland zu lieben“ geschrieben. Ich wollte dir nur die Daumen drücken und bin sicher, du kannst das und es wird toll – auch wenn es immer mal wieder schwierige Tage gibt. Es ist jeden einzelnen dieser Tage wert. Alles Liebe!
    Viele Grüße
    Ulrike

    1. Vielen Dank, liebe Ulrike, ich habe Dir auch eine Mail geschrieben.
      Es gibt viele anstrengende Phasen und dann wieder Tage, wo ich denke, das wird richtig gut.
      Die Selbstzweifel von Autoren…. das ist sicher normal. Mal sehen, wie das Buch dann tatsächlich wird.
      Liebe Grüße und Dir viel Erfolg beim Verkauf von Schottland.
      Mary

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