Archiv der Kategorie: Die lieben Kleinen…

Opfer der Zweisprachigkeit

Meine Tochter, fast 4 Jahre alt, wird zweisprachig erzogen. Da der deutsche Input im Alltag ausschließlich von mir kommt, und ihr darüber hinaus von ihrem restlichen Umfeld ansonsten nur dänisch eingetrichtert wird, hinkt Ihr Deutsch ihrem Dänisch natürlich etwas hinterher. Ich bemühe mich täglich, diese Diskrepanz nicht noch größer werden zu lassen.

Scheinbar um jeden Preis…

Neulich wirft meine Tochter mir einen bösen Blick zu und faucht wütend:

„Mama, Du bist ein richtiges blödes Mama!“

Automatisch und sehr eifrig korrigiere ich sie: „Nein, Schatz, das heißt: eine richtig blöde Mama!“

Ich stutze.

Offensichtlich bringe ich tatsächlich meinem Kind eher bei, wie es mich grammatikalisch auf Deutsch korrekt beschimpfen kann als dass ich auf den Inhalt des Satzes pädagogisch reagiere… 

Die Prioritäten muss ich an dieser Stelle wohl doch nochmal überdenken!

Mama darf nicht mehr geweckt werden!

Meine Kinder schlafen durch! Jedenfalls in der Regel.

Die Nachtruhe eines kleinen Kindes wird allerdings von vielen Faktoren beeinflusst. Schon ein kleiner Schnupfen kann sich zu einem großen nächtlichen Drama entwickeln und sowohl den Kindern als auch den zugehörigen Eltern den wohlverdienten Schlaf rauben. Dasselbe gilt für alle anderen typischen Erkältungskrankheiten, die Herbst und Winter so mit sich bringen. Aber auch ganz andere Dinge können ein Kind aufwecken und es die Nähe der Eltern suchen lassen. Beispielsweise der Wind (der sich nach der letzten skandinavischen Sturmsaison einen ganz neuen Respekt bei uns allen erarbeitet hat), schmerzende Beine (Wachstum?) oder Gespenster im Zimmer (DAS kommt wohl aus dem Fernsehen).

Ich gehöre zu dem Typ Eltern, der seinen Kindern nachts die benötigte Nähe nicht verwehrt! Man möchte schließlich psychisch gesunde Abkömmlinge mit unerschütterlichem Urvertrauen und Geborgenheitsgefühl in die Welt entsenden.

Hierfür möchte ich nur nicht mehr aufstehen! Mama darf nicht mehr geweckt werden! weiterlesen

Gedanken einer Mutter zum Kranksein

Neulich blieb ich an einem Status-Update auf Facebook hängen.

Jemand schrieb: „Liege leider mal wieder krank zuhause im Bett. Habe Halsschmerzen. BÄH!“
Oder so ähnlich.
Derartige Updates fallen mir öfter mal auf. In den sozialen Medien schmücken die Menschen gerne mit blumigen Worten und Bildern aus, wie herrlich ihr Leben ist. Oder sie klagen alternativ mit mitleidserregenden Formulierungen ihrem nahen und weiteren Umfeld ihr Leid. Genauer ausgedrückt: ihre Erkältungskrankheiten.

Halsschmerzen also. Wer hat die gerade nicht, so mein erster Gedanke.

Unter dem Status-Update tummeln sich schon viele Kommentare. 13 an der Zahl. Interessiert klicke ich sie an.

„Oh NEIN! Du Ärmste…“
„Bleib ja im Bett.“
„Gute Besserung“ war gleich mehrmals vertreten und
„Lass Dich schön pflegen“ war natürlich auch dabei.

Zum Abschluss verkündete die Kranke von ihrem Krankenbett, dass sie die Halsschmerzen mit Eis lindert und sonst nicht mehr tun kann als im Bett zu liegen und sich auszuruhen. „Seufz“

Mein Blick schweift in die Ferne ab. Ich beginne zu träumen.

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Back home – nach kleineren logistischen Herausforderungen

Nach einer knappen Woche an der Bergstraße sind wir heute von unserer Weihnachtsreise zurückgekehrt. Wohlbehalten, ein bisschen müde wegen des frühen aber dafür günstigeren Flugs um 8.10 Uhr von Frankfurt, mit neuem Input, vielen schönen Erinnerungen. Und mit sowohl ein paar neuen Kilos auf der Hüfte als auch mit einem zusätzlichen Gepäckstück im Vergleich zur Hinreise.

Es ist bemerkenswert, was ein Elternpaar transportieren kann, wenn eine durchschnittliche 4-köpfige Familie auf Reisen geht. Unsere Kinder waren von Babybeinen an zwangsläufig reiseerprobt. 2 Mal im Jahr fliegen wir nach Deutschland zum Heimatbesuch. Die beiden sind in ihren ersten Jahren so viel geflogen wie ihre Mutter damals im Alter von 30 Jahren noch nicht.

Lediglich nach Lasses Geburt trat ich die ersten 10 Monate in einen rigorosen Flugstreik. Mit einem Kind reisen kann – je nach Temperament und Bedarf eines festen Tagesrhythmus´- schon sehr anstrengend sein. Mit 2 so kleinen, noch nicht kontrollierbaren Wesen war es mir dann doch zu bunt.

Der Flug von Kopenhagen nach Frankfurt dauert etwas über eine Stunde. Back home – nach kleineren logistischen Herausforderungen weiterlesen

Essen mit Kindern

Das Thema „Essen mit Kindern“ ist eigentlich eine ganze Serie wert. Heute möchte ich nur eine kurze Episode vorstellen, die aber das generelle Chaos ganz gut wiederspiegelt.

Mein lieber Ehemann schrieb mir eine SMS auf die Arbeit, dass er heute das Kochen übernimmt. Nicht, dass er das hätte ankündigen müssen, weil es eine überraschende Ausnahme darstellte: Nein, mein Mann kocht eigentlich in 80 % der Fälle das Abendessen. Wobei ich an der Ausweitung meiner 20 % arbeite und derzeit mit Hilfe meiner privaten, kleinen aber feinen Facebook-Kochgruppe den Inhalt meiner 20 % qualitativ steigere.

Nach meinem letzten Arbeitstag vor einem 2-wöchigen Weihnachtsurlaub komme ich nach Hause. Im Haus riecht es schon verlockend nach Weihnachten. Eine Ente ist im Ofen, Kartoffeln köcheln im Kochtopf und eine Sauce blubbert langsam vor sich hin. Mein Mann hat eine gute Flasche Rotwein geöffnet, und 3 gutgelaunte kleine und große Menschen erwarten mich freudig. Mein Mann verkündet, dass wir heute Abend spontan den Weihnachtsurlaubsbeginn feiern. Essen mit Kindern weiterlesen

Fortsetzung des ganz normalen Wahnsinns (Die Nacht danach):

Der ganz normale Wahnsinn an einem Freitag Abend (29.11.2013, die Nacht danach):

20.30 Uhr: Buch aus der Hand gefallen, eingeschlafen (vorher noch Desperate Housewives geguckt).

0:30 Uhr: Die Große kommt rübergedackelt und wird von mir sanft wieder ins eigene Bett gelegt und zugedeckt.

0:45 Uhr: Die Große kommt rübergedackelt und will was trinken. Ab in die Küche, einen ganzen Becher Wasser getrunken, wieder rüber ins eigene Bett gelegt und zugedeckt.

0:55 Uhr: Die Große kommt rübergedackelt und berichtet, dass ihr die Beine weh tun. Und zwar SEHR weh. Auf die Frage, ob sie bei mir schlafen möchte, antwortet sie mit „Ich hol schnell meine Decke“. Gesagt, getan. Ab ins Bett.

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Der ganz normale Wahnsinn an einem Freitag Abend (eine wahre autobiographische Kurzgeschichte):

Freitag, 29.11.2013:
Papa hat Ausgang heute, so dass Mama die Zwerge alleine managen muss. Einmal in die Hände gespuckt und los gehts, wäre doch gelacht….

15 Uhr: Papa holt die Zwerge vom Kiga/Kita ab und liefert sie mitsamt einer riesigen Tasche zuhause ab und verdünnisiert sich gleich darauf, erleichtert, mal rauszukommen. Der große Zwerg (3,5) kann vor Müdigkeit kaum aus den Augen gucken (schlechte Nacht), der kleine Zwerg (1,5) war vor ein paar Tagen erkältet und leidet noch darunter wie ein Mann (dramatisches Dauergenöle ohne weiteren Hintergrund). Die Tasche ist auszupacken, Winterklamotten auszuziehen und wegzuhängen, die dreckigen Schuhe wegzustellen, bevor sie an den Kinderfüßen ihre Spuren im Haus hinterlassen.

Der große Zwerg will unbedingt eine Wärmflasche (Bauchweh) und TV gucken (Yakari), der kleine Zwerg will futtern (wie immer), beide jammern synchron, parallel Pizza in den Ofen geschoben und Wärmflasche gemacht, großen Zwerg vorm TV geparkt, kleinen Zwerg mit Obst und Leberwurstbrot versorgt, was cirka 5 Minuten Jammerpause mit sich führt (kurzes Aufatmen).

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