Hitzewelle und Tropennächte in Dänemark

Dänemark schwitzt!

Das sonst so kühle skandinavische Land hat sich temperaturmäßig in eine Mittelmeerregion verwandelt. Die Wetterkarte zeigt schon seit Tagen folgendes Bild:

Varme - masser af varme og op til 30 grader denne fredag.

Quelle: http://www.dr.dk

Hochsommer in Dänemark. Da wir hier oben derartige Temperaturen nicht gewohnt sind, und schon gar nicht mehrere Tage am Stück, leiden wir ein wenig unter der Hitze. Klimaanlagen sind eher dünn gesät, so dass die Bevölkerung in Dänemark dampft und schwitzt – in Bus & Bahn, am Arbeitsplatz und in den eigenen vier Wänden. Pünktlich zum Sommer ist auch wieder die Klimaanlage meines aus Deutschland importierten alten Opel Astras ausgefallen. Eine Reparatur lohnt sich nicht mehr. 

Mittlerweile spricht das meteorologische Institut DMI von landesweiten Wärme- & Hitzewellen.

Quelle: http://www.dmi.dk

Die roten Felder kennzeichnen eine Hitzewelle, die orangefarbenen eine „Wärmewelle“. Bei einer „Wärmewelle beträgt der Durchschnitt der an drei aufeinanderfolgenden Tage gemessenen Höchsttemperaturen über 25 Grad. Von einer Hitzewelle spricht man in Dänemark, wenn dieses Ergebnis sogar über 28 Grad steigt.

Wie man auf der Karte sehen kann, ist auch Kopenhagen von einer Hitzewelle betroffen (-> hier eine Dänemark-Karte mit Beschriftungen, auf der man die Lage Kopenhagens sehen kann).
Wir leben nordwestlich von Kopenhagen, d.h. glücklicherweise nur in einer orangefarbenen „Wärmewellen“-Zone! Die „Wärmewelle“ reicht mir auch schon! Jede Nacht wache ich auf und kann bei den Temperaturen nicht wieder einschlafen. Das meteorologische Institut hat mittlerweile Tropennächte in Dänemark gemessen. Diese Nächte gibt es äußerst selten in Dänemark. In einer Tropennacht sinkt die Temperatur zu keinem Zeitpunkt unter 20 Grad.

In meiner alten Heimat (Bergstraße, Südhessen) waren Hitzewelle und Tropennächte keine sehr besonderen Ereignisse. Vom Winter geht es oft direkt über in den Sommer, ohne langen Übergang. So gibt es in Deutschland nicht einmal den meteorologischen Begriff „Wärmewelle“.

Als ich frisch nach Skandinavien ausgewandert war, habe ich meinen Dänen und seine Familie belächelt, wenn sie schon nach 3 Tagen bei 30 Grad von „unglaublichem Wetter“ und „lähmender Hitze“ sprachen. Heute – nach 6 Jahren im kühlen Norden – fühle ich ähnlich. Mein persönliches Thermostat hat sich in den letzten Jahren offensichtlich deutlich verändert.

Da jedes Land – je nach Lage und Hitzegewöhnung – eine andere Toleranzgrenze gegenüber den hohen Temperaturen hat, gibt es überall unterschiedliche Definitionen für Hitzewellen. In Dänemark gibt es Hitzewellen schon ab 28 Grad, während Deutschland bei diesen Temperaturen noch „cool“ bleibt und darauf wartet, bis das Thermometer um zwei weitere Grad steigt. Erst bei 30 Grad wird von „Hitzewelle“ gesprochen. Amerika ist mit 32,2 Grad Hitzewellen-Grenzwert sogar noch „cooler“ (-> Quelle: http://www.synoptische-meteorologie.de/).

Hitzewellen-Definition hin oder her – Dänemarks Einwohner sind mittlerweile jedenfalls strapaziert von den ungewohnten Temperaturen. Und zwar nicht nur die Menschen. Auch die dänischen Kühe sind gestresst. Bei der andauernden Hitze verlieren sie offenbar und verständlicherweise die Lust zu fressen und geben daraufhin bis zu 20 % weniger Milch ab. Ein nicht unbedeutender Verlust für die Landwirtschaftsbetriebe. Diese lassen sich daher einiges einfallen, um die Kühe zu akklimatisieren. Den Kühen wird z.B. permanent kaltes, reines Trinkwasser angeboten. Mit Ventilatoren und Propellern im Stall wird für Abkühlung gesorgt. Manche Landwirte gehen sogar noch weiter und besprühen ihre Kühe mit einer Sprinkler-Anlage. Oder sie kühlen die Kühe mit Eis 🙂

Wären die dänischen Arbeitgeber nur mal genauso kreativ gegenüber ihren schwitzenden Mitarbeitern 🙂

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4 Kommentare zu “Hitzewelle und Tropennächte in Dänemark”

    1. Huhu Ulrike,
      dankeschön.
      Ja, ich fand das auch sehr interessant, als ich die Kuh-Geschichte heute Morgen bei meiner Wetterlektüre gefunden hatte. Ideal für einen Blog-Post, dachte ich mir 😉
      Du Ärmste musst ja bei diesen tropischen Temperaturen auch noch einen warmen Bauch mit herumschleppen. Kannst Du das überleben???

      LG aus Hot Denmark
      Mary

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