Kindermund Nr. 6: Neuer kleiner Bruder?

Als ich gestern Nachmittag von der Arbeit nach Hause kam, standen meine vierjährige Tochter und mein zweijähriger Sohn bereits an der Tür und warteten. Sie wollten noch vor dem Abendessen einen Ausflug mit den Fahrrädern ins Feld machen und bettelten so lange und herzzerreißend, bis ich den Gedanken ans entspannende Sofa beiseite schob und mich erweichen ließ.

10 Minuten später hatten wir alle notwendigen Schuhe, Jacken & Fahrradhelme angezogen und sammelten alle benötigten diversen Fahrräder und Laufräder in verschiedenen Größen auf unserem Grundstück ein. Meine Tochter fährt ein kleines rosa Fahrrad. Mein Sohn besitzt ein blaues Laufrad, das er heiß und innig liebt, und von dem er in diesen Tagen kaum loszueisen ist. 80 % seiner „Trotzanfälle“ gehen aufs Konto „Warum zum Henker muss ich ins Haus?! Ich muss mindestens drei weitere Stunden Laufrad fahren!! Dringend!!“

Da beide Kinder mittlerweile recht schnell auf ihren fahrbaren Untersätzen unterwegs sind, entschied ich mich nach kurzem Zögern erstmals dazu, ebenfalls mit dem Fahrrad mitzufahren. Ob ich auf diese Weise nach der Radtour beide Kinder dazu bewegen konnte, mir nach Hause zu folgen, blieb abzuwarten… Eins stand jedoch fest: Zu Fuß hatte ich definitiv keine Chance mehr, meinen Sohn einzuholen, sollte dieser sich in den Kopf setzen davonzufahren. In diesem Punkt hatte ich mit Fahrrad eindeutig eine bessere Position. Kindermund Nr. 6: Neuer kleiner Bruder? weiterlesen

Guldbjerg Mose – Goldberg Moor, Seeland

Derzeit sind wir jedes Wochenende auf Erkundungstour. Wir haben immer noch das Gefühl, viel zu wenig von unserer Gegend zu kennen. Ein kurzer Blick auf die (digitale) Landkarte und schon entdecken wir eine neue Ecke in unserer Umgebung, die wir näher erforschen müssen.

Letztes Wochenende wollte mein Mann mir einen kleinen Tümpel zeigen, den er bei einer Tour mit seinem Mountain-Bike entdeckt hat. Böse Zungen behaupten, es gäbe im flachen Dänemark keine echten „Mountains“ und somit auch keine Notwendigkeit für Mountain-Bikes. Dies stimmt jedoch nicht! Wir wohnen in einer sehr hügeligen Gegend, die mich – mit Fahrradanhänger und 30 kg Kindern im Schlepptau – schon oft den ein oder anderen (nicht zur Veröffentlichung geeigneten) Fluch hat ausstoßen lassen.

Der Tümpel unserer Wahl hatte sogar einen Namen: Guldbjerg Mose, auf Deutsch „Goldberg Moor“. Auf der zehnminütigen Autofahrt  warfen wir misstrauisch den ein oder anderen unruhigen Blick gen Himmel. Im Westen Dänemarks wütete bereits eine ordentliche Regenfront. Diese war auf dem Weg zu uns nach Seeland, und wir waren uns nicht sicher, wie optimal sich unser Zeitplan für einen Ausflug in die Gegend gestalten würde.

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9 Monate in der Blog-Welt

Wieder ist fast unbemerkt ein Monat ins Land gegangen. Damit ist der Blog seit 9 Monaten Teil der Blog-Welt. Vor wenigen Tagen kletterten die gesamten Seitenaufrufe seit Blog-Start über die 60.000-Marke.

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Im August hatte ich aufgrund akutem Zeitmangel einen deutlichen Rückgang der monatlichen Seitenaufrufe erwartet. Der neue Job und 8 Tage in der alten Heimat Deutschland fordern ihren Tribut. Mit Ach und Krach schaffte ich 11 Blog-Posts, während ich im ersten Halbjahr jeden Monat zwischen 15 und 20 Artikel einstellen konnte.   9 Monate in der Blog-Welt weiterlesen

Vorher – Nachher: 10 Eigenschaften einer Frau, die Mutter wurde – Teil II

Nach den ersten 5 Eigenschaften, die in meinem persönlichen “Mama-Bootcamp” der letzten Jahre nach und nach umgewandelt wurden, folgen hier die restlichen:

6. Das „weibliche Versorger-Gen“

VORHER:
Ich hatte keinen Spaß am Kochen und keine Lust, andere nahrungstechnisch zu verwöhnen. Generell fehlte mir das weibliche „Versorger“-Gen.

NACHHER:
Mit Hilfe der App „Chefkoch“ und einer kleinen privaten Facebook-Kochgruppe habe ich etwas mehr Freude am Kochen entwickelt. Das Koch-Gen ist jedoch nach wie vor sehr ausbaufähig.

In Bezug auf die Kinder setzt Gott sei Dank ganz generell ein offenbar Mutterinstinkt ein und übernimmt die Führung. Ich empfinde tiefste Zufriedenheit und Glück, wenn wir die Wildfänge nach einem ereignisreichen Tag abends fertigmachen, ins Bett bringen und den regelmäßig werdenden tiefen Atemzügen der beiden phantastischen Wesen lauschen. Dieses Gefühl kommt von ganz innen. Sind meine Kinder zufrieden, versorgt, umsorgt und glücklich, bin ich es auch 🙂

7. Planung & Kontrolle

VORHER:
Ich plante gerne im Voraus und wollte alles im Detail unter Kontrolle haben. Überraschungen waren nicht meins. Ich liebte Struktur und Vorhersehbarkeit.

NACHHER:
Eine meiner härtesten Übungen… Wer Kinder hat, und besonders ganz kleine, weiß: Planung, Vorhersehbarkeit und Struktur im Alltag werden zu Fremdworten. Das Chaos, das mit der Geburt des zweiten Kindes über mich hereinbrach, schockierte mich. Erst allmählich gelang mir so etwas wie Improvisation und Flexibilität. Mit viel, viel Übung und innerem Kampf wurde aus mir eine mittelmäßig flexible, immer noch äußerst strukturliebende, gelassenere und improvisierende Mama.

8. Schmerztoleranz & Kontrollverlust

VORHER:
Ich hasste unkontrollierbare Schmerzen! Meine Schmerztoleranzgrenze war äußerst niedrig. Eine natürliche Geburt war für mich schon immer unvorstellbar. Vorher – Nachher: 10 Eigenschaften einer Frau, die Mutter wurde – Teil II weiterlesen

Wolkenbruch über Kopenhagen mit „biblischen Ausmaßen“!

Wir wohnen ganz nah dran, sind aber am Rande der dänischen Hauptstadt fast komplett verschont geblieben: Gestern Nacht kam es zu einem heftigen Wolkenbruch über Kopenhagen! Das Nachrichten-Magazin beim DR (Danmarks Radio) spricht von Wassermassen in „biblischen Dimensionen“.

Die höchste Niederschlagsmenge wurde an der S-Bahn-Station „Ryparken“ gemessen, die Station, zu der ich bis vor wenigen Wochen täglich zu meinem früheren Job in Kopenhagen Ø gependelt bin. Innerhalb von wenigen Stunden fielen in der Nacht von Samstag auf Sonntag hier 104 mm Regen! Wolkenbruch über Kopenhagen mit „biblischen Ausmaßen“! weiterlesen

Vorher – Nachher: 10 Eigenschaften einer Frau, die Mutter wurde – Teil I

Hier gehts nochmal zur Vorgeschichte der Serie „Wandlung einer Frau, die Mutter wurde“. Meine 10 genannten Eigenschaften haben sich bei mir dank „Mama-Bootcamp“ in den letzten Jahren wie folgt gewandelt:

1. Schlaf

VORHER:

  • Ich schlief gerne.
  • Ich ging abends gerne früh ins Bett und stand morgens gerne spät auf.
  • Am Wochenende war ich auch einem Mittagsschläfchen nicht abgeneigt.

NACHHER:

  • Darf ich bis 5.30 Uhr schlafen, fühlte ich mich gut ausgeruht.
  • Alles nach 7 Uhr definiere ich als langes Ausschlafen.
  • 2-3 Mal pro Nacht Aufstehen steckt mein Körper nahezu unbemerkt weg und ich bin im Alltag dennoch ganz normal leistungsfähig.
  • Nach einer komplett durchgeschlafenen Nacht weiß ich nicht wohin mit all der Energie 🙂
  • Der Spiegel zeigt allerdings oft noch ein anderes Bild… es geht jedoch wieder aufwärts.
  • Mittagsschläfchen sind weitestgehend abgeschafft. Die Mittagspausen der Kinder werden minutiös zur Selbstverwirklichung genutzt.

Vorher – Nachher: 10 Eigenschaften einer Frau, die Mutter wurde – Teil I weiterlesen

Von der „denkbar ungeeigneten“ zur „denkbar geeigneten“ Mutter

Bevor ich meinen Dänen traf, war ich stets der festen Überzeugung,  für die Mutterrolle denkbar ungeeignet zu sein! Meine Überzeugung konnte ich nachhaltig mit mindestens 10 Argumenten begründen.

Meine bessere Hälfte ließ die Argumente jedoch nicht gelten und war der Ansicht,  ich würde die Herausforderungen mit meinem Humor und der guten Laune sicher meistern. Er schaffte es, mich vom Projekt „Familie“ zu überzeugen. Innerhalb von zwei Jahren setzten wir zwei kleine Wesen in diese Welt.

Was geschieht nun, wenn eine Frau wie ich , 10 für die Mutterrolle denkbar ungeeignete Eigenschaften im Gepäck, allen Vorzeichen zum Trotze dennoch Mutter wird?

Es beginnt ein ganz persönliches „Bootcamp“! Von der „denkbar ungeeigneten“ zur „denkbar geeigneten“ Mutter weiterlesen