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Nyhavn, das Aushängeschild Kopenhagens, im Regen….

Jeder Dänemark-Fan und jeder, der schon einmal in Kopenhagen war, kennt den Nyhavn („Neuer Hafen“). Das Bild mit den bunten Häuserfassaden und den malerischen Segelbooten im Kanal ist DER Favorit in Reiseführern und Berichten über die dänische Hauptstadt.

Der Nyhavn ist ein Aushängeschild Kopenhagens.

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Quelle: http://www.commons.wikimedia.org

Gestern Abend fuhr ich nach Kopenhagen rein, um mir ein bisschen Wellness für Körper und Seele zu gönnen. Ich hatte einen Termin zur Aroma-Massage bei Marianne Mikkelsen/Aromanet. Das hatte ich vor einigen Wochen einmal ausprobiert, nachdem das Aromanet ein gutes Angebot auf eine der populären Deal-Rabattseiten gestellt hatte:

https://4nordlichter.wordpress.com/2013/12/11/60-minuten-aroma-massage-downtown/

https://4nordlichter.wordpress.com/2013/12/11/60-minuten-wellness-genuss-aua-verflucht/

Pünktlich stieg ich am Kongens Nytorv aus der Metro aus und lief im strömenden Regen in Richtung Massagepraxis. Ich wollte gerade eine Ampel überqueren, da fiel mein Blick auf den Nyhavn, der ganz in der Nähe liegt. Prüfend schaute ich auf meine Uhr und änderte meinen Kurs auf Nyhavn.

Im Sommer konnte ihn ja jeder fotografieren. ICH würde ihn heute mal bei Regenwetter ablichten und versuchen, die besondere Atmosphäre des kalten und windigen Klimas in der Stadt einzufangen.

Ein toller kleiner Ausflug, auch wenn mein Handy danach nass und meine Finger steif vor Kälte waren! Seht selbst.

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Es ist zwar schon Februar, aber die Weihnachtsbeleuchtung hängt immer noch…

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Ich finde, Kopenhagen kann sich bei jedem Wetter sehen lassen!

Kopenhagen by night during christmas

Als ich mich heute Abend von meiner Massage in der Innenstadt auf den Heimweg machte und dabei ein Stück zu Fuß durch Kopenhagen zur Metro-Station Kongens Nytorv ging, fiel mir einmal mehr auf, dass ich nach so vielen Jahren hier diese Stadt immer noch so liebe und schick finde wie zu Beginn.

Die Atmosphäre und Stimmung dieser Stadt berührt mich immer wieder von Neuem…

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60 Minuten Wellness-Genuss? AUA, verflucht!

Pünktlich fuhr ich mit dem Bus in die Kopenhagener Innenstadt und ließ mich durch den Feierabendverkehr kutschieren. In Kopenhagen kann ich mich immer noch  perfekt verirren, aber dank Telefon-Navi fand ich die Dronninger Tværgade / Adelgade einigermaßen problemfrei und kurz nach 16.30 Uhr stand ich vor dem Eingang eines typischen Wohnkomplexes in der Stadt.

Es war ein bisschen verwirrend, weil an keinem Klingelknopf der Name der „Praxis“ Aromanet dranstand, aber den Namen der Masseurin konnte ich nach längerem Suchen entdecken. Marianne Mikkelsen.

Die Praxis schien sich in einer gewöhnlichen Mietswohnung zu befinden. Marianne öffnete die Tür und ließ mich ein. Ein kleines Wartezimmer, und der Massageraum. Beides nett und dekorativ eingerichtet und mit entspannenden ätherischen Gerüchen und leiser musikalischer Untermalung. Ich fühlte mich trotz meiner etwas anderen Erwartungshaltung an die Praxis an sich sofort recht wohl.

Die Dänen sind generell etwas prüde, und es gibt zum Beispiel ausschließlich Textil-Saunas hier. Ein echter Frevel, und eine unmögliche Saunabanausen-Kultur, aber dazu muss ich mal noch ein ander Mal ausführlicher meine Entrüstung bloggen.

Marianne verließ also diskret den Raum, damit ich mich in Privatsphäre entkleiden konnte. Das Höschen sollte ich anbehalten und mich dann auf die Massageliege legen und das Handtuch über mich 🙂 Und dann erst kommt sie herein. Sehr goldig irgendwie. Aber auch angenehm.  60 Minuten Wellness-Genuss? AUA, verflucht! weiterlesen

60 Minuten Aroma-Massage Downtown!

Der Zeitpunkt könnte nicht besser gewählt sein! Nach wieder einmal einer anstrengenden Nacht mit mehrmals unterbrochenem Schlaf, in der mich alle 3 Familienmitglieder mehrmals zeitversetzt weckten, steht jetzt gleich ein herrlicher Wellness-Termin auf dem Programm: Eine 60-minütige Ganzkörpermassage mit ätherischen Ölen.

Da kann es mich heute gar nicht schocken, dass sämtliche Familienmitglieder die ganze liebe lange Nacht sich selbst und andere durch ihren Husten weckten, und ich auf der Suche nach einem ruhigeren und friedlichen Schlafplatz wieder mal aufs Sofa ausgezogen war. Was so lange effektiv war, bis der Papa seine kurzfristig ins Elternbett eingezogene kleine ebenfalls hustende Tochter mit seinem eigenen Husten so lange störte, bis diese ebenfalls zuviel hatte, es mir nachtat und auch neben mir auf die Couch zog… 60 Minuten Aroma-Massage Downtown! weiterlesen

Sturm „Bodil“ ist auf dem Weg

So langsam merken wir, dass etwas im Anmarsch ist. Es ist jetzt 13 Uhr, und ich habe den Vormittag mit Fieber auf der Couch verbracht. Als ich aufwachte, war der Himmel grau und zwischenzeitlich ist ein ordentlicher Wind aufgezogen.

Bodil ist im Westen Dänemarks eingetroffen und macht sich auf den Weg rüber zu uns.

Übrigens ist das hier in Dänemark offenbar ganz neu, dass den Stürmen ein Name zugeordnet wird. Vor 6 Wochen hatten wir einen Sturm, am 28. Oktober. Dänemark nannte den Sturm einfach nur Sturm, wie immer bisher. Während andere Länder ja schon viel länger Namen vergeben. So hieß der Oktober-Sturm gleichzeitig St. Jude, Christian und Simone, je nachdem, welches Land den Namen vergeben hatte (England, Deutschland und Schweden).  Sturm „Bodil“ ist auf dem Weg weiterlesen

Die erste Schulstunde in der dänischen Sprachschule – 2. Teil

Nach den ersten Minuten gemeinsam mit meinen künftigen Klassenkameraden konnte es losgehen mit der Dänisch-Schulstunde.

Unsere Lehrerin Pernille bat auf dänisch um Ruhe in der Klasse. Der Lärm verebbte. Alle blickten sie erwartungsvoll an. Zu meinem Schreck zeigte sie auf mich. Sie erklärte, dass ich neu sei und wir daher eine kleine Vorstellungsrunde starten würden. Dies hätten sie im ersten Modul ja ausgiebig geübt.

Reihum stellte sich jeder Schüler in zwei bis drei kurzen, dänischen Sätzen vor. Die Herkunftsländer waren über die ganze Welt verteilt: Zwei Au-Pairs aus Deutschland, ein junger Mann aus Afghanistan, eine Frau aus Pakistan. Die drei Afrikanerinnen, die in den Pausen dafür sorgten, dass alle dänisch sprachen,  kamen aus Nigeria,  Kamerun und von der Elfenbeinküste. Bei der Frau mit dem Punkt auf der Stirn handelte es sich tatsächlich um eine Inderin. Außerdem gab es noch eine Belgierin und die Chinesin.

Schließlich war ich an der Reihe. Nervös stellte ich mich vor und kramte fieberhaft in meinem Gehirn nach dänischen Worten. Als ich fertig war, fragte Pernille, wie lange ich schon in Dänemark sei.

„3 uger“, antwortete ich. 3 Wochen.
„3 uger ?“, hakte sie nach. Meinte ich wirklich Wochen? Oder meinte ich eher 3 Monate? Oder vielleicht 3 Jahre?

Stirnrunzelnd sah ich sie an. Nein, 3 Wochen.
Sie nickte anerkennend. Meine Aussprache sei schon sehr fortgeschritten, erklärte sie. Viele Sprachschüler seien schon mehrere Monate, manche sogar Jahre, in Dänemark. Daher ihre Frage. Sie fragte, wieso ich bereits so gut dänisch sprechen konnte und ich berichtete von meinem PC-Sprachkurs und dem halben Jahr morgendlicher „Vorarbeit“. Die Lehrerin war beeindruckt.

Ich freute mich über die spontane positive Einschätzung, denn bislang hatte ich zwar dänisch gelesen und geschrieben, aber noch kaum gesprochen.

Pernille stand auf und ging zur Tafel. Auf der linken Seite war eine kleine Übersicht aufgezeichnet. Die dänischen Vokale in Lautschrift. Wir würden nun „Vokale singen“, sagte sie. Mit dem Stock zeigte sie auf die einzelnen Vokale und sprach den Laut selbst deutlich aus. Danach mussten wir ihn im Chor wiederholen. Zu meiner Verwunderung waren mehr Vokale aufgeführt, als in der dänischen (und deutschen) Schriftsprache vorhanden waren. Der Unterschied war bei einigen der Lautschrift-Vokalen sehr gering und wäre mir als Nicht-Dänin nicht aufgefallen. Obwohl der Vokal in der Schriftsprache derselbe war, gab es – je nach Wort – einen feinen Ausspracheunterschied. Sprach man diese feine Nuance falsch aus, konnte das Wort eine andere Bedeutung bekommen.

Dies war mir in meinem Dänisch-Eigenstudium überhaupt nicht aufgefallen. Meine Güte. Ich verknotete Zunge und verrenkte den Kiefer bei dem Versuch, den haarfeinen Unterschied korrekt auszusprechen. Danach übten wir, die Vokale in einer Folge schneller auszusprechen. Wir schlossen das Vokaletraining ab, indem wir die einzelnen Vokalgruppen melodisch vorsangen.

Ich blickte mich in der Klasse um. Es machte Spaß, mit so vielen Menschen aus der ganzen Welt dänische Vokale zu singen. Hier waren wir alle gleich. Ausländer in Dänemark, mit demselben Schulniveau (Abitur), die sich in den nächsten Monaten mit der dänischen Sprache abmühen würden.

In den nächsten Stunden lösten sich meine Hemmungen, dänisch zu sprechen, nach und nach in Luft auf. Die anderen Schüler plapperten unbefangen darauf los, verhaspelten sich, machten haarsträubende Fehler, wurden korrigiert und versuchten es erneut. Mit ihrer Unbefangenheit rissen sie mich mit.

Als der Unterricht um 12.15 Uhr zu Ende war, rauchte mir der Kopf. In etwas über 3 Stunden hatte ich mehr Dänisch-Input erhalten als in der Summe der letzten 3 Dänemark-Wochen zusammen. Ich notierte die Hausaufgaben für den nächsten Tag und packte meine Sachen zusammen.

Gut gelaunt machte ich mich mit ein paar Klassenkameraden auf den Weg zur Bushaltestelle. Die Zeit in der Sprachschule würde eine gute und lehrreiche Zeit werden, davon war ich bereits überzeugt.

Der erste Schultag hatte Spaß gemacht. Im Gepäck hatte ich neben Dänisch-Vokabeln ganz viele neue Eindrücke. Meine ersten, eigenen Alltagserlebnisse im Lande. Und ich hatte Menschen kennengelernt, die in einer ähnlichen Situatuion waren wie ich.

Meine Integration ins Land Dänemark hatte endlich begonnen.

 

Fortsetzung folgt

Die erste Schulstunde in der dänischen Sprachschule – 1. Teil

Es war 8:45 Uhr, an meinem ersten Schultag in der dänischen Sprachschule. Ich hatte zur Sicherheit einen früheren Bus genommen und war eine Viertelstunde zu früh dran. Der Unterricht sollte um 9 Uhr beginnen.

Ich suchte meinen Klassensaal, der auf der Bestätigung des Sprogcenter Hellerup angegeben war. Ich fand ihn auf Anhieb auf dem ersten Gang. Zaghaft betrat ich den leeren Raum. Deutsche Pünktlichkeit… Ich sah mich in dem kleinen Saal um. Schmale Holztische mit je zwei Holzstühlen standen in U-Form vor einer großen Tafel angeordnet.

Ich fühlte mich um 30 Jahre zurückversetzt. Ab heute war ich wieder Schülerin und tauschte den komfortablen Bürostuhl gegen diese niedrigen, unbequem aussehenden Holzstühle. Unschlüssig blickte ich mich um. Wo sollte ich mich hinsetzen? In diesem Moment betrat eine Gruppe junger Frauen und Männer den Raum. Sie redeten wild durcheinander. Lautes Gelächter erfüllte den Klassensaal. Freundlich begrüßten einige mich mit „Hej“. Ich grüßte zurück.

Ich beobachtete, wie sich die Gruppe im Klassensaal verteilte und versuchte, Alter und Herkunft zu schätzen. Ich tippte auf 20 bis 35 Jahre. Eine Frau schien etwas älter, war aber aufgrund von fremdartiger Kleidung und Aufmachung schwer einzuschätzen. Sie hatte einen dunklen Punkt auf der Stirn, genau zwischen den Augenbrauen. Vermutlich aus Indien, dachte ich. Einige Männer und Frauen sahen europäisch aus. Andere Schüler hatten eine dunkle Hautfarbe. Die erste Schulstunde in der dänischen Sprachschule – 1. Teil weiterlesen