Schlagwort-Archive: Kopenhagen

Die erste Schulstunde in der dänischen Sprachschule – 1. Teil

Es war 8:45 Uhr, an meinem ersten Schultag in der dänischen Sprachschule. Ich hatte zur Sicherheit einen früheren Bus genommen und war eine Viertelstunde zu früh dran. Der Unterricht sollte um 9 Uhr beginnen.

Ich suchte meinen Klassensaal, der auf der Bestätigung des Sprogcenter Hellerup angegeben war. Ich fand ihn auf Anhieb auf dem ersten Gang. Zaghaft betrat ich den leeren Raum. Deutsche Pünktlichkeit… Ich sah mich in dem kleinen Saal um. Schmale Holztische mit je zwei Holzstühlen standen in U-Form vor einer großen Tafel angeordnet.

Ich fühlte mich um 30 Jahre zurückversetzt. Ab heute war ich wieder Schülerin und tauschte den komfortablen Bürostuhl gegen diese niedrigen, unbequem aussehenden Holzstühle. Unschlüssig blickte ich mich um. Wo sollte ich mich hinsetzen? In diesem Moment betrat eine Gruppe junger Frauen und Männer den Raum. Sie redeten wild durcheinander. Lautes Gelächter erfüllte den Klassensaal. Freundlich begrüßten einige mich mit „Hej“. Ich grüßte zurück.

Ich beobachtete, wie sich die Gruppe im Klassensaal verteilte und versuchte, Alter und Herkunft zu schätzen. Ich tippte auf 20 bis 35 Jahre. Eine Frau schien etwas älter, war aber aufgrund von fremdartiger Kleidung und Aufmachung schwer einzuschätzen. Sie hatte einen dunklen Punkt auf der Stirn, genau zwischen den Augenbrauen. Vermutlich aus Indien, dachte ich. Einige Männer und Frauen sahen europäisch aus. Andere Schüler hatten eine dunkle Hautfarbe. Die erste Schulstunde in der dänischen Sprachschule – 1. Teil weiterlesen

Schulanfang in der dänischen Sprachschule

Gestärkt von meinem ersten Wochenende, das ich alleine in Dänemark verbracht hatte, machte ich mich am Dienstag Morgen auf den Weg zur Bushaltestelle. Wenige Minuten später kam auch schon Bus 184, der mich nach Hellerup bringen sollte. Ich war aufgeregt und hatte ein mulmiges Gefühl im Magen.

Heute war mein erster Schultag!

In einer halben Stunde würde ich im Sprogcenter Hellerup auf meine neuen Klassenkameraden treffen, die sich schon seit einigen Wochen mit der dänischen Sprache abkämpften. Die Klasse hatte nach sechs Wochen Unterreicht nun das 1. Sprachmodul abgeschlossen. Diejenigen, die die Prüfung bestanden hatten, würden heute – gemeinsam mit mir – das 2. Modul beginnen.

Ich war aufgeregt, wie ein kleines Kind vor seinem ersten Schultag. Dass ich bereits 13 Jahre die Schulbank gedrückt und danach über ein Jahrzehnt erfolgreich im Arbeitsleben gestanden hatte, schien für mein Nervenkostüm wenig relevant zu sein.

Der heutige Tag war für mich jedoch auch ein neuer Meilenstein! Heute trat ich den ersten „richtigen“, ernsthaften Schritt auf meine neue Heimat zu, auf mein Leben in Dänemark.

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Die Comfort Zone wird zu eng… und Abschiede

Die ersten Wochen und Monate gingen ins Lande, und die Beziehung intensivierte sich. Gleichzeitig polarisierte sich unser Leben mehr und mehr: 2-3 Wochen musste jeder für sich leben, was uns mit jedem Besuch etwas schwerer fiel, und daraufhin folgten 5-6 Tage im 7. Himmel. Der Unterschied der beiden im Wechsel stattfindenden Phasen wurde zunehmend stärker und nach unserer anfänglichen Euphorie aufgrund der Tatsache, dass eine Fernbeziehung über 1000 Kilometer gut möglich ist, begann dieses Wechselbad der Gefühle an unseren Kräften zu zerren. Die Comfort Zone wird zu eng… und Abschiede weiterlesen

Sightseeing in Kopenhagen

An meinem 3. Wochenende in Dänemark schafften wir es endlich einmal nach Kopenhagen in die Stadt hinein… Ich erhielt eine persönliche Führung durch die Stadt. Wir sahen lange nicht alles, was man in Kopenhagen eigentlich sehen musste, aber es war ein Anfang.

Der Sightseeing-Tag begann mit einer Parkplatzsuche auf Islands Brygge, einer schicken Wohngegend direkt am Wasser auf der Insel Amager, von der aus man bequem zu Fuß in die Kopenhagener Innenstadt spazieren kann.

Mein Däne steuerte sein Auto ergebnislos durch die vielen Seitenstraßen. So vergingen 20 Minuten, in denen ich bereits mindestens 10 halbseidene Parkmöglichkeiten entdeckt hatte. An fast jeder Kreuzung waren jeweils viele Meter Platz, fand ich. Und außerdem – parken wir eben halb im Parkverbot und riskieren einen kleinen Strafzettel. Was machte das schon? Die 10 oder 20 Euro würden uns schon nicht ruinieren, und meistens kommt man ja sowieso ohne Strafe davon… Sightseeing in Kopenhagen weiterlesen

Lyngby – ein Vorort am nördlichen Rand Kopenhagens

In den ersten Monaten unserer Fernbeziehung machte ich sehr viele Fotos. Die meisten hatten allerdings nur ein Objekt, und zwar meinen Dänen 🙂

Als ich aber nach den ersten 2 Besuchen verstärkt damit aufgezogen wurde, dass ich bei meinen Besuchen in den Norden offensichtlich ausschließlich ins „dänische Bettenlager“ reise, beschloss ich, zum Gegenbeweis künftig auch andere Motive in Betracht zu ziehen.

Starten wir mit einer Karte Dänemarks, damit wir alle auf denselben geographischen Stand bezüglich der Lage Dänemarks (das kriegen wahrscheinlich alle noch ganz gut hin) sowie Kopenhagens (das möglicherweise schon nicht mehr ganz…) kommen:

Danmark

Die dänische Hauptstadt Kopenhagen (hier zu finden unter dem dänischen Namen „København“) liegt also auf einer der dänischen Inseln, genannt Seeland (auf dänisch „Sjælland“). Lyngby – ein Vorort am nördlichen Rand Kopenhagens weiterlesen

Long distance relationship

Im Vorfeld dieses Besuchs hatte ich versucht, möglichst ohne besondere Erwartungen an mein Abenteuer in Kopenhagen heranzugehen. Denn eine Sache war, sich in einem Skiurlaub kennenzulernen und Feuer zu fangen, eine andere war es, 4 Tage zusammen zu verbringen, ohne sich wirklich zu kennen. Ich hatte mir vorsichtshalber grob einen Plan B zugelegt für den Fall, dass ich nicht das ganze Wochenende in der Wohnung des Dänen wohnen konnte. Die ganze Aktion an sich war ja generell etwas gewagt, und äußerst atypisch für meine nicht gerade risikofreudige Persönlichkeit…

Ich überstand den Flug in höchster Anspannung und Nervosität, und wappnete mich dann für das Wiedersehen nach 3 Wochen mit vielen romantischen SMS und Telefonaten. Long distance relationship weiterlesen

1000 Kilometer

Wieder zuhause erzählte ich dem ein oder anderen aufgeregt von meiner dänischen Bekanntschaft. Die Reaktionen waren ernüchternd. Hochgezogene Augenbrauen, unmerkliches Kopfschütteln und hier und da auch ein süffisantes Grinsen, weil ein „Skihaserl“ generell ja eine nette und harmlose Sache ist. Die man hinterher schnell wieder vergisst. Jemand sagte mir sogar ganz deutlich auf den Kopf zu, dass das wohl keinen Sinn mache und ich mir die Sache besser gleich aus dem Kopf schlagen sollte. 1000 km seien schließlich ein Ding der Unmöglichkeit.

Das Kribbeln ließ sich davon nicht beirren, obwohl ich generell ähnliche Gedanken hatte.

Der interessante Däne und ich schrieben täglich SMS. Schon in Wagrain war ein möglicher Besuch in Kopenhagen zur Sprache gekommen. 1000 Kilometer weiterlesen