Archiv der Kategorie: SERIE: Auswandern nach Dänemark

Revolution

Ich würde kündigen.
Anfang Juli, d.h. in 4 Wochen, würde ich meinen Chef hierüber informieren. Damit wäre mein Arbeitsvertrag zum 30.9. beendet. Im Oktober konnte ich dann nach Kopenhagen umsiedeln und mit meinem Dänen leben.

Mein Bauch fühlte sich mit diesem Gedanken sehr wohl. Die 4 verbleibenden Monate erschienen mir viel zu lange.

Mein Kopf war von den Entwicklungen jedoch zunächst überfordert. Ich hatte eine ordentliche Portion Respekt davor zu kündigen, obwohl es sich so klar und richtig anfühlte. Revolution weiterlesen

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Durchbruch

Wie ich gehofft hatte, kam ich meiner Entscheidung eines Tages ganz von alleine näher.

Mit meinen spannenden, neuen Visionen im Hinterkopf fühlte sich mein Leben und insbesondere mein Job mit jedem Tag weniger richtig an. Es fiel mir mittlerweile sehr schwer, einfach weiterzumachen wie bisher. Jeden Tag auf die Arbeit zu fahren. Ich war unglücklich. Die Abneigung gegen meinen Job wurde größer. Ich musste permanent dagegen ankämpfen. Der innere Druck wurde immens. Ich war überrascht von der Intensität dieser plötzlich aufgekommenen, negativen Gefühle. Und ich war ängstlich. Denn würde ich ihnen nachgeben, kamen große Veränderungen auf mich zu. 

An einem Wochenende in dieser Zeit besuchte ich meine Familie. Wir kamen auf meine Situation zu sprechen, und ich versuchte, meine plötzliche Abneigung gegen den Job zu erklären. In den Augen meiner Familie musste es natürlich so aussehen, als verblendete meine aktuelle Verliebtheit meine Sicht auf den bis dato eigentlich stets zufriedenstellenden Job beim Verlag. Denn nie hatte ich in diesem Ausmaß über den Job geklagt. Und plötzlich erklärte ich von jetzt auf nachher, dass sich alles falsch anfühlte. Das wirkte nach außen hin nicht gerade fundiert, geschweige denn vernünftig.

Meine Familie war dementsprechend überrascht und hatte natürlich die Sorge, ich würde eine übereilte und falsche Entscheidung treffen. Durchbruch weiterlesen

Lyngby See und Angeln in Helsingør

Unsere häufigsten Ausflüge ging an den See in Lyngby (Lyngby Sø). Wir spazierten 15 Minuten quer durch Lyngbys Wohnviertel und schon waren wir im Grünen. Im Sommer fährt hier ein kleines Schiff (Bådfarten), das zu verschiedenen Rundfahrten über den Lyngby Sø , Bagsværd Sø, Furesø und Vejlesø einlädt.

Am See gibt es ein kleines Kiosk und Bänke zum Sitzen, nebenan 2 Kanu-Clubs. Boote kann man auch mieten.

Lyngby-2007-04 016

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Die ich rief, die Geister, werd ich nun nicht los, Teil II

Johann Wolfgang v. Goethe, „Der Zauberlehrling“

Fortsetzung

Als EU-Bürger konnte man generell sehr einfach nach Dänemark einreisen, inklusive Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis. Man musste lediglich entweder einen festen Job in Dänemark nachweisen, oder alternativ finanzielle Mittel in einer bestimmten Höhe aufweisen. So zeigte man dem Staat, dass man sich mit seinen Ersparnissen auch ohne Job in Dänemark selbst finanzieren konnte und dem Staat nicht nutzlos auf der Tasche liegen würde. Und schon war man willkommen.

Bei der Einwanderung auf der Grundlage eigener Ersparnisse gab es 2 Beträge. Brachte man den geringeren Betrag auf, bekam man einen „bevis for registrering“ für 1 Jahr und musste danach erneut auf dem Amt erscheinen. Konnte man den höheren Betrag aufweisen, durfte man sich 5 Jahre in Dänemark aufhalten. Inklusive Arbeitserlaubnis. Und nach 5 Jahren im Lande, in denen man nicht ausgewiesen wurde, durfte man für immer bleiben. Die ich rief, die Geister, werd ich nun nicht los, Teil II weiterlesen

Die ich rief, die Geister, werd ich nun nicht los, Teil I

Johann Wolfgang v. Goethe, „Der Zauberlehrling“

Einmal in Worte gefasst, waren die Gedanken über eine mögliche Auswanderung nicht mehr zu bremsen. Sollte ich wirklich mein bisheriges Leben komplett umkrempeln und den Sprung ins kalte Wasser wagen?

Die Gedanken folgten mir auf Schritt und Tritt. Kleine Geister, die ich gerufen hatte, und die nicht nun nicht mehr los wurde.

In der ersten Zeit nach dem Gespräch über eine mögliche gemeinsame Zukunft dachte ich nicht bewusst über die Frage einer Auswanderung nach. Eine Antwort hatte ich sowieso nicht. Dazu war das Thema zu groß und die Konsequenzen, die diese Entscheidung mit sich führte, zu weitreichend. Ich lebte weiter wie bisher und wartete darauf, dass sich allmählich irgendein Gefühl einstellte, das mir den richtigen Weg zeigen würde. Die ich rief, die Geister, werd ich nun nicht los, Teil I weiterlesen

Die Comfort Zone wird zu eng… und Abschiede

Die ersten Wochen und Monate gingen ins Lande, und die Beziehung intensivierte sich. Gleichzeitig polarisierte sich unser Leben mehr und mehr: 2-3 Wochen musste jeder für sich leben, was uns mit jedem Besuch etwas schwerer fiel, und daraufhin folgten 5-6 Tage im 7. Himmel. Der Unterschied der beiden im Wechsel stattfindenden Phasen wurde zunehmend stärker und nach unserer anfänglichen Euphorie aufgrund der Tatsache, dass eine Fernbeziehung über 1000 Kilometer gut möglich ist, begann dieses Wechselbad der Gefühle an unseren Kräften zu zerren. Die Comfort Zone wird zu eng… und Abschiede weiterlesen

Ausflüge in die Natur: Jægersborg Dyrehave

Ein sehr schönes Ausflugsziel in der Natur, ganz in der Nähe Lyngbys, ist der „Dyrehaven“ (deutsche direkte Übersetzung: Tiergarten).

WM-Berlin 139

Offiziell heißt der Naturpark „Jægersborg Dyrehave“ und ist ein 11 Quadratkilometer großes eingezäuntes Gelände mit Feldern, kleinen Seen und weitläufigen Wäldern. Der Park beherbergt 2000 Hirsche, und wird daher offiziell auch mit „Jægersborger Hirschpark“ übersetzt. Laut Wikipedia gibt es 300 Rothirsche, 1600 Damhirsche und 100 Sikahirsche. Die 1600 Damhirsche habe ich bis zum heutigen Nachlesen in der Wikipedia definitiv für Rehe gehalten 😉 Wieder was gelernt dank Bloggen! Ausflüge in die Natur: Jægersborg Dyrehave weiterlesen