Archiv der Kategorie: Die lieben Kleinen…

Mutter werden oder: Das Bootcamp

Was geschieht nun, wenn eine Frau die aufgezählten 10 für die Mutterrolle denkbar ungeeigneten Eigenschaften bei sich finden kann und allen Vorzeichen zum Trotze dennoch Mutter wird?

Nach der Geburt meiner Tochter wurde ich von einer Fülle an Emotionen überwältigt, in einer bis dato nie gekannten Intensität! Ich war ergriffen von diesem kleinen Bündel Mensch. Berührt von der Tatsache, diesen Winzling erschaffen zu haben. Erfüllt von einer unendlichen Liebe, die ich mir vorher nicht hätte vorstellen können!

DAS war also das vielzitierte Mutterglück, von dem alle sprachen.

Mit diesem kraftvollen Wind in den Segeln gingen die praktischen Herausforderungen eines kleinen Babys viel leichter von der Hand, als ich mir vorher ausgemalt hatte. Mutter werden oder: Das Bootcamp weiterlesen

10 Eigenschaften einer „denkbar ungeeigneten Mutter“

Mein Leben lang war ich der Ansicht, für die Rolle einer Mutter denkbar ungeeignet zu sein. Mein Umfeld bestätigte diese Einschätzung nicht direkt, versuchte jedoch auch nicht, mich vom Gegenteil zu überzeugen.

Entsprechend überrascht war ich daher von der festen Überzeugung meiner besseren Hälfte, ich sei mit meinem Humor und der stets guten Laune sogar ganz besonders dazu geeignet, Mutter zu werden.

Ganz offensichtlich kannten wir uns zu diesem Zeitpunkt noch nicht sehr lange… Denn mir fielen auf Anhieb mindestens 10 Eigenschaften ein, die mich als „denkbar ungeeignete Mutter“ auswiesen:

  1. Ich schlief gerne. Ich ging abends gerne früh ins Bett und stand morgens gerne spät auf. Am Wochenende war ich auch einem Mittagsschläfchen nicht abgeneigt.
  2. Ich war gerne alleine, konnte stundenlang in Ruhe lesen und wollte nicht ständig andere Leute um mich herum haben.
  3. Ich mochte weder Lärm, noch lautere Stimmen noch sonstige anderweitige , ungeplante Störungen.
  4. Ich brauchte viele Pausen im Alltag. Hatte ich zuviel um die Ohren, standen zuviel Termine oder Erledigungen an, war ich schnell gestresst und wurde hektisch.
  5. Ich war Ordnungsfanatiker und Perfektionist.
  6. ich hatte keinen großen Spaß am Kochen und keine Lust, andere nahrungstechnisch zu verwöhnen. Generell fehlte mir wohl einfach das weibliche „Versorger“-Gen.
  7. Ich plante gerne im Voraus und wollte alles im Detail unter Kontrolle haben. Überraschungen waren nicht meins. Ich liebte Struktur und Vorhersehbarkeit.
  8. Ich hasste unkontrollierbare Schmerzen! Meine Schmerztoleranzgrenze war äußerst niedrig. Eine natürliche Geburt war für mich schon immer vollkommen unvorstellbar.
  9. Ich konnte mir nicht vorstellen, pro Kind zwischen 2 und 3 Jahren völlig aus dem Arbeitsleben auszutreten und nur stundenweise zu arbeiten.
  10. Ich hatte keinerlei Interesse daran, jahrzehntelang den Löwenanteil an Haushalt und Kinderbetreuung zu übernehmen.

 

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Weiterer Kindermund aus eigener Produktion

Derzeit kann ich fast täglich einen neuen Spruch meiner 4-Jährigen in mein kleines Notizbuch schreiben. Die gesammelten Werke der letzten Tage will ich Euch daher nicht vorenthalten:

Meine Tochter will mir ein I-Pad-Spiel aus dem Kindergarten erklären. So ganz kann ich ihr allerdings nicht folgen. Im Spiel sind viele Freunde und Tiere. Soviel habe ich verstanden. Außerdem hat irgendjemand ein kaputtes Bein.
„Der im I-Pad hatte ein puttes Gebein!“ Weiterer Kindermund aus eigener Produktion weiterlesen

Neuer Kindermund aus eigener Nachwuchsproduktion

Die Große (4 Jahre) langweilt sich und möchte raus in den Garten. „Mama. Ich muss raus!“
Sie überlegt ein paar Sekunden nach geeigneten Argumenten. Plötzlich leuchten ihre Augen auf. Sie ist fündig geworden.
„Mein Bein muss nämlich ein bisschen Luft haben!“
Weitere Sekunden vergehen. Sie schaut angestrengt auf ihre Beine.
„Das rechte Bein, Mama!“
Na, wenn das SO ist, dann ab in den Garten mit dem rechten Bein und Luft schnappen.

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Die Große ist mal wieder sauer auf mich.
„Mama, Du bist dumm!“ höre ich.
Das kenne ich schon. Ob ich wieder in den Mülleimer muss?
(siehe hier).
„Ab ins GEFÄNGNIS mit Dir, Mama!“
Die aktuellste Beschimpfungsvariante. Sehr kreativ.
Mülleimer mit Dreieinhalb, Gefängnis mit Vier.
Was kommt danach? Neuer Kindermund aus eigener Nachwuchsproduktion weiterlesen

Kuschelige Innereien – mit den Gedärmen ins Bett

Meine Tochter hat vor längerem aus der Verwandtschaft ein etwas – sagen wir mal – spezielleres Geschenk bekommen. Schon beim Auspacken wusste ich nicht so recht, was ich davon halten sollte. Es ist eine Stoffpuppe von Sigikid und sie heißt „Erwin, der kleine Patient“. 

Erwin ist eine ganz besondere Stoffpuppe, für Kinder ab 2 Jahren.

Denn mit Erwin kann man nicht nur kuscheln. Erwin kann man operieren. Er hat ein sehr wirklichkeitsgetreues weißes OP-Hemdchen an. Vorne lang, hinten offen. So können kleine Doktoren ohne Umschweife an die wichtigen Teile des zu untersuchenden Körpers gelangen. Und damit nicht genug! Erwins Bauch hat einen langen Reißverschluss. Dieser kann vollständig geöffnet werden und gibt Einblick in das Innere eines menschlichen Körpers. Herz, Lunge, Magen – alles da. Und einen langen grünen sowie blauen Darm gibt es auch noch. Dazu noch Klettstreifen, die die Organe ordentlich auf ihrem Platz halten sollen. Alles kindgerecht erstellt, in hübschen bunten Farben und aus kuschelig-weichem Stoff.

Etwas ungewöhnlich, denke ich mir, aber sicher keine schlechte Idee. Heutzutage ist Spielzeug schließlich stets konzipiert nach dem Motto „Spielst Du noch oder lernst Du schon?“. Erwin ist somit ein intelligentes Spielzeug aus der Kategorie „positive Körpererfahrung“ und mit seiner Hilfe lernen die Kinder spielerisch, was sich alles innerhalb ihres Körpers befindet.

Soweit so gut. Kuschelige Innereien – mit den Gedärmen ins Bett weiterlesen

Die Phantasie eines Kindes müsste man haben!

Wer hätte sie nicht gerne ……die Phantasie eines Kindes!

Ich erinnere mich noch bruchstückhaft an meine eigene Phantasie aus Kindertagen. Mein Kopf steckte täglich voller spannender Ideen, und ich besaß eine unerschöpfliche Energie, meine Einfälle auszuprobieren und umzusetzen.

Ich pflanzte Unmengen an Kakteen in Töpfe und hegte und pflegte sie. Ich sah die kleinen stacheligen Ableger wachsen und produzierte weitere Kinderkakteen. Mutter, Vater und Kind hatten stets einen Namen und ich kannte diese sowie sämtliche verwandschaftlichen Relationen auswendig.

Ich setzte einen Kakteen-Straßenverkauf in Gang, und da mein kleiner Verkaufsstand noch Platz hatte, verkaufte ich gleich noch ein paar alte Teppichstücke mit. Als die Laufkundschaft meine Kakteen und Teppiche kaufen wollte, disponierte ich kurzerhand um und baute ein Kakteen-Museum mit einem Rundweg für Besucher in meinem Zimmer auf.

Als auch bei diesem Projekt die Besucher trotz niedriger Ticket-Preise ausblieben, machte ich aus dem Museum ein Krankenhaus. Die Kakteen kamen in den Schuppen. Mein Krankenhaus hatte 15 Betten zur Verfügung. Meine Stofftiere und Puppen hatten verschiedene Leiden und ich hegte und pflegte sie. Manche mussten operiert werden. Dafür wurden sie mit einer Schere vorsichtig aufgeschnitten. Und natürlich nähte ich sie auch wieder sorgfältig zusammen, nach einem gründlichen Blick auf die Innereien.

Dann wurde ich Forscherin. Ich zählte alle Buchstaben in einem Buch. Hierfür übertrug ich jedes Wort fein säuberlich Buchstabe für Buchstabe in ein riesiges Blatt Papier, das pro Buchstabe eine Zeile hatte. Dieses Projekt dauerte Wochen. Am Ende gewann (natürlich) das E.

Ich fand meine Brettspiele langweilig und erfand daher spannende, neue Spielregeln. Alternativ machte ich mir meine Spielbretter einfach selbst und konnte endlich das spielen, worauf ich Lust hatte.

Ich wollte Dichterin werden und schrieb ganz viele (merkwürdige) Reime.

Das wurde mir jedoch schnell zu langweilig. Also schrieb ich Bücher und Geschichten. Ich gründete mit meiner besten Freundin einen Verlag und wir heuerten noch andere kleine Schriftsteller an. Jeder angestellte Schriftsteller musste sich ein Thema aussuchen und bekam eine Verlagsnummer für dieses zu schreibende Bucuh ausgehändigt. Wir versuchten auch, die angekündigten Texte einzutreiben. Dies gelang uns allerdings kein einziges Mal.

Wir selbst schrieben unsere Bücher jedoch meist auch nicht fertig. Es war wie verhext. Kaum war man mit einem Drittel des Buches fertig, hatte man die Idee zu einem noch besseren Buch. Also gab es einen neuen Titel, eine neue Verlagsnummer und schon war man bei der Arbeit am neuen Buch. Dass auch dieses Buch nie fertig wurde, muss ich wohl nicht erwähnen….

Die Phantasie und Energie eines Kindes ist unerschöpflich.

Wir Erwachsenen könnten uns hiervon oft eine Scheibe abschneiden. Wo ist sie nur abgeblieben, unsere Phantasie? Die Phantasie eines Kindes müsste man haben! weiterlesen

So lebt es sich mit kleinen Kindern…

Neben den Themen „Dänemark“ und „Auswandern“ hat der Blog auch das Thema „Familien-Chaos“ im Programm.

Die Kategorie habe ich neulich umgetauft in „Die lieben Kleinen…“, denn Gott sei Dank lässt das Chaos mit steigendem Alter der beiden Ursachen langsam aber sicher nach.

https://4nordlichter.com/category/die-lieben-kleinen/

Ich habe den Blog mit diesem Themenbereich bei einem neuen Projekt angemeldet: Eine Sammlung aller Top-Elternblogs (www.top-elternblog.de). Damit der Blog hoffentlich dort aufgenommen wird, werde ich die Zwergenchaos-Kategorie in den nächsten Tagen noch etwas weiter ausbauen.

Der Alltag mit zwei Kleinkindern liefert immer wieder das ein oder andere interessante Foto. Und damit meine ich nicht Fotos besagter Kleinkinder. Diese sind für Eltern und andere Familienmitglieder zwar sicherlich sehr spannend. Die Blog-Verfasserin ist jedoch zwischenzeitlich dem Irrglauben entwachsen, dass dies auch für den Rest der Welt zutreffen muss 🙂

Dieser „Elternblog“ sieht daher von den üblichen Kinderbildern ab und beschränkt sich auf „allgemeingültigere“ Situationen und Momente, die andere Eltern sicher wiedererkennen können.  So lebt es sich mit kleinen Kindern… weiterlesen