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7 Jahre in Dänemark

Gestern war ein großer Tag: Seit exakt 7 Jahren lebe ich in Dänemark!

Siebenstriche

Gestern vor 7 Jahren zog ich mit fahrigen Fingern am Flughafen in Frankfurt mein One-Way-Ticket hervor, schluckte vor meinem Vater die Abschiedstränen so gut es ging herunter und stieg mit einem kleinen Köfferchen ins Flugzeug nach Kopenhagen, voller Ungewissheit, was die Zukunft bringen würde.

Während des Fluges geisterten mir 1000 Fragen durch den Kopf:

Würde ich in Dänemark glücklich leben können, 1000 Kilometer von meiner Familie und Heimat entfernt?

Würde die Beziehung zu meinem dänischen Freund, der Auslöser für meine Auswanderung in den Norden, die Herausforderungen des Alltags bewältigen und daran wachsen?

Würde ich einen Job finden und mich in einem fremden Land etablieren können?

Würde ich in Dänemark ein Zuhause finden? 7 Jahre in Dänemark weiterlesen

13. Oktober – One way to Copenhagen!

Der große Tag war da: Heute Abend würde ich mein One-Way-Ticket nach Kopenhagen einlösen!

Ich war aufgeregt und abgeklärt zugleich. Den Tag verbrachte ich mit letzten Vorbereitungen und geriet sogar – trotz der guten Planung im Vorfeld – ins Schwitzen, um alles noch zu schaffen.

Schließlich war es soweit. Mein Vater holte mich ab, und fuhr mich mitsamt meinem Auswanderungsgepäck an den Frankfurter Flughafen.

Ursprünglich hatte ich geplant, dass eine Freundin den Transfer an den Flughafen übernehmen sollte. Ich wollte einem eventuellen Abschiedsschmerz am Flughafen am liebsten entgehen, und der Abschied von einer Freundin erschien mir leichter als der von meinem Vater. Die Vereinbarung mit meiner Freundin hatte auch bereits bestanden. Doch mein Vater bestand darauf, dass ER mich fahren wollte. Ganz egal, wie der Abschied aussehen würde. Meiner Freundin sagte ich daraufhin wieder ab und sie hatte natürlich Verständnis. 13. Oktober – One way to Copenhagen! weiterlesen

Brücken abbrechen

Die Zeit verging wie im Fluge.

Jedes Jahr im Sommer standen im Job zusätzliche Themen an, die viele Überstunden forderten. Ich arbeitete immer noch an Samstagen, manchmal auch stattdessen an einem Sonntag. Wenn ich abends geschlaucht heimkam, wartete die To-Do-Liste auf mich mit all ihren Erledigungen rund um die geplante Auswanderung nach Dänemark.

Begonnen hatte ich damit, sämtliche Papiere und Finanzen zu ordnen, um einen Überblick zu erhalten. Daraufhin mussten verschiedene Behörden informiert, Banken angeschrieben, Verträge gekündigt, Nebenkosten-Pauschalen bei den Versorgungsbetrieben gesenkt sowie Telefon-, Handy- und Internetverträge gekündigt werden. Die Liste wurde immer länger.

Ich ging systematisch meine Wohnung durch, entsorgte unnötiges, räumte auf und überlegte mir, was ich im ersten Schritt für meine Auswanderung mitnehmen wollte. Ich würde mit einem Gepäckstück nach Kopenhagen fliegen, das 20 Kilogramm wiegen durfte. Dazu 1-2 Handgepäck-Stücke und das wars auch schon. Auswandern mit leichtem Gepäck. Ich konnte somit nur das Allernötigste für die ersten Monate mitnehmen und das wollte geschickt gewählt sein. Brücken abbrechen weiterlesen

Reaktionen

Erwartungsgemäß änderte der erste gemeinsame Urlaub nichts an meiner Entscheidung! Wir verbrachten 2 tolle Wochen zusammen und es dauerte nach einem fürchterlichen Abschied ein paar Tage, bis ich mich wieder gefangen hatte. Danach rappelte ich mich auf und machte meine Kündigung offiziell.

Mit meinem Chef handelte ich eine Halbtagsstelle bis zum Ende des Jahres aus. Per Home Office aus Kopenhagen sollte ich den oder die Nachfolger/in nach einer persönlichen Einarbeitung noch einige Monate begleiten und unterstützen.

Ich beschloss, die Auswanderung danach für eine Auszeit zu nutzen und mir einige Monate „Pause“ zu gönnen. Viel zu lange schon lebte ich mit Stress-Symptomen. Das erste Mal in meinem Leben würde ich ganz mein eigener Herr sein. Das wollte ich auskosten und ein Weilchen ohne täglichen Arbeits- und Leistungsdruck leben. Mal wieder den „Luxus“ der Langeweile verspüren.  Und das so lange, bis aus der Langeweile heraus neuer Elan und Energie entstand, sich in eine neue Herausforderung zu stürzen. Den Gedanken an diese Auszeit fand ich phantastisch.

Ich informierte meine Familie, Freunde und Kollegen über die geplante Auswanderung nach Kopenhagen. Die Reaktionen waren gemischt. Reaktionen weiterlesen