Ein Wochenende in Hvide Sande: Die Westküste bei Sonne

CIMG4894Am Strand bezwang die Sonne gerade die letzten Schwaden des Seenebels. Man konnte förmlich zusehen, wie sich der Nebel langsam aber sicher verzog.

Es war herrlich warm. Die Windräder standen fast still. Wir gingen über den breiten Sandstrand zum Wasser hin und genossen den herrlichen Anblick.
Bei Sonnenschein und blauem Himmel hatte die Westküste einen ganz anderen Charakter!

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Auf dem Parkplatz hatten wir bereits die bunten Vans gesehen: Sie gehörten diesen Surfern bzw. Wellenreitern, die die dänische Westküste entlang reisten – auf der Jagd nach den besten Wellen. Wir schauten ihnen ein Weilchen zu.

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In meiner Begeisterung über die herrliche Gegend kam ich auf eine glorreiche Idee. Wir würden zu dem langen Steinwall gehen und mal auf die andere Seite schauen. Sicher würde das nicht allzulange dauern – er schien ganz nah zu sein. Ich motivierte also meine Familie dazu, energisch durch den feinen Sand zu stapfen. Vielleicht konnte man auf dem Steinwall sogar bis zu dessen Spitze gehen und ein Foto vom Strand in Hvide Sande aus einer ganz neuen Perspektive knipsen. Als Blogger trägt man schließlich eine Verantwortung…

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Nach einer etwas anstrengenden und längeren Tour kamen wir schließlich an den Steinen an. Der kleinste Zwerg war bereits leicht verstimmt und wollte hin und wieder getragen werden. In meiner Begeisterung dachte ich jedoch nicht weiter darüber nach. Wir würden ja bald wieder am Auto sein. Es war mittlerweile Mittagszeit und die Sonne brannte vom Himmel.

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Wir kletterten die Felsen hinauf und schauten gespannt auf die andere Seite. Dort entdeckten wir ein paar Taucher, die mit Harpunen auf Fischfang waren. Sie fingen tatsächlich einen Fisch, als wir ihnen beim Tauchen zusahen.

 

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Zwischen den Steinen verlief ein befestigter Weg bis zu Spitze, weit ins Meer hinaus. Mein Mann äußerte erste Bedenken, ob es wirklich eine gute Idee war, bis ganz dorthin zu gehen. Schließlich mussten wir den ganzen Weg auch wieder zurück. Und Sohnemann musste so langsam seinen Mittagsschlaf halten. Papperlapapp, wischte ich seine Zweifel weg. Das war ein Katzensprung und unsere Kinder waren gut zu Fuß. Gut gelaunt trieb ich also meine Familie an und wir machten uns auf den Weg.

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Der Weg war jedoch beschwerlicher als gedacht. Zwischen den Steinplatten gab es tiefe Spalten und mit Wasser gefüllte Löcher, so dass unser Kleiner an der Hand geführt werden musste. Worauf dieser altersgemäß selbstverständlich keine Lust hatte… Mit viel Geduld und Überredungskunst gelangten wir schließlich ans Ende des Weges. In aller Hektik knipste ich ein paar Bilder.

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Als wir den Rückweg antreten wollten, machten die Kinder komplett schlapp. Ihre Ausdauer und Geduld war nun vollends aufgebraucht. Sie weigerten sich beide, auch nur einen weiteren Schritt zu gehen.

Das, was vom Strand aus wie ein Katzensprung ausgesehen hatte, erschien uns nun als unüberschaubar langer Rückweg über Steine, über den langen, feinen Sandstrand und durch die Dünen zum Auto.

Tapfer nahmen wir jeder eine Tasche und einen Zwerg auf den Arm und gingen los. Meter um Meter ging es vorwärts. Meine Arme wurden bereits nach wenigen Metern schwer. Der kleine Zwerg zappelte und jammerte in mein Ohr, was meine Aufgabe nicht gerade einfacher machte.

Nach einer Weile musste ich ihn in den Sand setzen und mit Ananas, Äpfeln und Wasser bestechen, um meinen Armen eine kleine Pause zu gönnen. Dann ging es wieder ein paar hundert Meter weiter. Dann wieder Pause und Arme ausschütteln. Der Sand machte das Vorankommen mit einem schweren, zappelnden Kind auf dem Arm immer beschwerlicher. Die andere Hälfte der Familie war längst in den Dünen angelangt, und Sohnemann brüllte nun ständig „Papa“ in mein Ohr.

Schließlich konnte ich nicht mehr. Meine Arme und Beine waren wie Gummi. Ich bestach mein Söhnchen ein letztes Mal mit Ananas und einer Fruchtstange – und als er die Dünen und das Auto sah, weckte dies seine Lebensgeister. Die letzten 500 Meter stapfte das tapfere Kerlchen zu meiner großen Erleichterung im Schneckentempo selbst durch den Sand.

Nach einer gefühlten Ewigkeit kamen wir schließlich wieder am Ausgangspunkt an.

Katzensprung… so konnte man sich täuschen! Und die üblichen Mittagsschlafzeiten würden wir in Zukunft wohl auch wieder etwas genauer einhalten… In meiner Begeisterung hatte ich ganz vergessen, wie klein unsere Kinder sind!

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Kurz darauf fuhren wir zurück ins Guesthouse Hvide Sande Bed & Breakfast. Während alle Familienmitglieder augenblicklich Siesta hielten, machte ich mich gleich wieder fertig und fuhr weiter auf einen Termin.

Die Ferienhausvermietung DanWest (www.danwest.de) hatte mich zu einem Gespräch eingeladen, bei dem der Firmeninhaber und ich uns kennenlernen und einen eventuellen neuen Produkttest eines Ferienhauses im Herbst/Winter besprechen konnten. Nach einem sehr interessanten Gespräch und einer kleinen Führung durch die Räume von DanWest fuhr ich gutgelaunt wieder „nach Hause“ ins Guesthouse und hatte tatsächlich das Glück, mich der langen Siesta meiner Familie noch anschließen zu können.

Wenn DAS nicht Urlaub war…

-> Fortsetzung:
Ein WE in Hvide Sande – Geburtstagspicknick am Strand

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