Eine Ära geht zu Ende… nein, zwei!

Good-bye, DanCenter!
Eine Ära ist heute zu Ende gegangen.

Gestern hatte ich meinen letzten Tag im Kundenservice von DanCenter. Der Tag stand ganz im Zeichen meines Abschieds. Ich hatte meinen Kollegen das Versprechen abgenommen, keine Tränen zu vergießen. Als ich jedoch morgens zum letzten Mal mein Büro betrat, dauerte es exakt fünf Minuten, bevor ich dieses Versprechen selbst brach.

Dank unzähliger E-Mails verschiedener Ferienhauskunden fasste ich mich wieder. Gegen Nachmittag ging ich eine Runde durchs Haus und verabschiedete mich von all den Kollegen, die gerade nicht in Urlaub waren.

Abends fuhr ich mit meinem Kundenservice-Team in die Innenstadt Kopenhagens, wo wir im kleinen Kreis in einem italienischen Restaurant (The Italian) gebührend Abschied feierten. Wir hatten einen fantastischen Abend mit gutem Essen, Wein, schrägen Themen, hohem Geräuschpegel und lustigen Erinnerungen. Zu erwähnen wäre noch die erste Lasagne meines Lebens, die über 20 Euro kostete! Dies finde ich sogar für Schicki-Micki-Kopenhagen bemerkenswert. Zumal ich ohne Vor- und Nachspeise von dem Schüsselchen nicht unbedingt satt geworden wäre…

Mein erster Job in Dänemark ist damit vorüber. Der Job, der mich vor sechs Jahren als deutsche Auswanderin in den dänischen Arbeitsmarkt integrierte. In diesem Job habe ich mühsam mein Sprachschul-Dänisch in „richtiges“ Dänisch umgewandelt. Ich habe die Arbeitskultur in Dänemark kennengelernt und viel über die Einheimischen gelernt. Ich habe viele nette Menschen getroffen. Ich habe sämtliche Höhen und Tiefen der Ferienhausbranche erlebt. Zwischenrein habe ich zwei Kinder in die Welt gesetzt und danach das dänische Lebensmodell von Familien mit Kleinkindern getestet.

Nun ist diese Ära zu Ende.

Gleichzeitig endete diese Woche auch eine andere Ära, die ihren Ursprung ebenfalls in meiner ersten Zeit in Dänemark hatte:
Mein erstes dänisches Fahrrad  wurde gestohlen!
Eines Abends kam ich müde von einem langen Arbeitstag an meine S-Bahn-Station zurück und blickte mich verwirrt um. Mein altes Damenfahrrad mit Körbchen und Kindersitz war verschwunden! Da die letzten Tage vor dem Jobwechsel generell etwas hektisch waren, zweifelte ich zunächst an meinem Erinnerungsvermögen. Womöglich war ich gar nicht mit dem Fahrrad gefahren? Stand mein Auto vielleicht irgendwo an der Station? Oder war ich gar gelaufen? Ich grübelte und grübelte. Schließlich rief ich meinen Mann an. Danach stand fest: Das Fahrrad war gestohlen worden!

Nicht, dass der finanzielle Verlust sonderlich groß gewesen wäre.

Billed 138

Das Fahrrad hat zu seinen Zeiten auf dem dänischen „Sperrmüll“-Anzeigenmarkt DBA nur 500 Kronen gekostet (cirka 70 EUR) und 6 Jahre lang zuverlässig seinen Dienst getan. Der Erinnerungswert ist da schon etwas größer. Denn das türkisfarbene Fahrrad war eines der ersten Dinge, die ich mir nach der Auswanderung hierher angeschafft hatte.

Nachdem ich den Verlust verdaut hatte, habe ich mir zwischenzeitlich ein neues (gebrauchtes) Fahrrad angeschafft. Nach sechs Jahren in Dänemark bin ich von der mühsamen Drei-Gang-Schaltung auf ein Fahrrad mit sieben Gängen aufgestiegen 🙂

Ein Abschied macht den Weg frei für Neues!

In diesem Sinne bin ich nun gespannt auf morgen,
den Anfang einer neuen Ära.

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9 Kommentare zu “Eine Ära geht zu Ende… nein, zwei!”

  1. Dir viel Erfolg auf Deinen neuen spannenden Zukunftswegen in Dänemark.
    Ich lese sehr gern Deinen geschriebenen spannenden Block und fühle in viele Passagen mit Dir.
    Meine einzige Tochter ist auch vor 7 Jahren nach Dänemark ausgewandert der Liebe wegen und ich als Mama hatte Panik meine Tochter für immer zu verlieren!
    Aber es kam alles ganz anders! Inzwischen ist sie seit 6 Jahren glücklich verheiratet und ich habe einen tollen Schwiegersohn und praktisch gefühlt einen “ Sohn“ dazubekommen und ich wurde inzwischen mit zwei süßen Enkeltöchtern 3+5 J. beschenkt worden!!!
    Seitdem die kleinen „Süßen“ das Licht der Welt erblickt haben habe ich das unendliche Glück und ein schönes Geschenk für mich, dass ich fast jeden Monat, spätestens alle 6 Wochen, auf Einladung von meinen „Lieben“, in Kopenhagen bei meine Kindern und Enkelkindern sein darf.

    So konnte ich auch das Leben in Dänemark intensiv kennen lernen und bin von Ihrer Lebensphilosophie total begeistert.
    Ich fühle mich dort, wie zu DDR-Zeiten zurückversetzt!
    Alles Liebe und Gute für Dich und Deine Familie für die neuen spannenden Zukunftspläne.

    1. Hallo Angelika,
      danke für Deine Nachricht!
      Und für das Kompliment zum Blog. Freut mich, dass Du mitfieberst. Da sind ja einige Parallelen, und für mich war es auch mal interessant zu lesen, wie die „andere Seite“ das Auswandern am Anfang sieht 🙂 Meinem Vater ging es sicher insgeheim erst mal ähnlich.
      Aber wir haben auch einen guten und regelmäßigen Kontakt bewahrt. Zweimal im Jahr kommen wir runtergeflogen, und zwei mal im Jahr kommt mein Vater hoch.
      Wo wohnt Ihr denn, dass Ihr so oft nach DK kommen könnt?
      Bei uns trennen uns 1000 Kilometer, monatliche Besuche sind da nicht drin.

      Und erklär mir, wieso fühlst Du Dich in Dänemark in die DDR zurückversetzt???

      Nun war ich selbst nie in der DDR, aber Dänemark hätte ich nun nicht mit der DDR verbunden.
      Oder meinst Du das System mit der guten Kinderbetreuung und den Frauen am Arbeitsmarkt?
      Da ist ja eher Deutschland eine Ausnahme – das ist ja in ganz Europa eher so wie in Dänemark.

      Ich bin gespannt auf Deine Antwort
      Schönes WE
      Mary

  2. Ich wünsche Dir für morgen alles Gute! Immer neue Herausforderungen im Leben sind das Salz in der Suppe unseres Daseins! Ich bin mir sicher, Du packst auch das mit Deinem Chsrme und Deiner Willenskraft! Viele liebe Grüße aus der Heimat von der alten Kollegin!
    p.s.: Was macht eigentlich Depeche Mode in Dänemark?

    1. Huhu Nicole,
      danke für Deine guten Wünsche! Ich habe mich sehr gefreut!
      Dein Spruch passt sehr gut – ich brauche auch immer wieder einmal den Sprung ins kalte Wasser. Das macht das Leben erst interessant und spannend!
      Stillstand ist Rückschritt 🙂
      Das hat mir ein guter Freund früher oft gesagt (als ich noch stillstand) und ich war ganz bestimmt nicht seiner Meinung.
      Heute verstehe ich besser, was er meinte.

      Oha, Depeche Mode macht gerade leider gar nichts in der neuen Heimat.
      Doch, einmal – vor den Kindern – waren wir auf einem Konzert in Kopenhagen.

      Ich hoffe, sowas ist bald wieder möglich.
      Und bei Dir? Warst Du auf weiteren Konzerten?
      Ich hoffe, Du hast auch genügend Salz in der Suppe 🙂
      LG mary

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