Nordborg Schloss, Als, Dänemark

Die ersten Tage nach Ankunft in unserem gemütlichen „Summerhouse-with-a-view“ verbrachten wir damit, die Schlaf- und Energiedefizite der letzten Monate abzubauen. Besonders meine Wenigkeit hätte nach den langen Monaten als nebenberufliche Autorin sofort einen Winterschlaf antreten können, hätte ich nur irgendwie gedurft…

Dank ydillischer Ruhe im Ferienhausgebiet Vinkelbaek, viel Hygge und mehrerer ohnmachtsähnlicher Schlafanfälle kehrten unsere Lebensgeister jedoch recht schnell zurück und wir begannen, die diversen Flyer und Touristeninformationen durchzublättern, die im Ferienhaus auslagen. Es war an der Zeit, aus dem Schneckenhaus Vinkelbaek hervorzukriechen und die Insel Als zu erkunden.

Unser erstes Ziel: Das Schloss in Nordborg, nur wenige Kilometer von unserem Ferienhaus gelegen.

Das „Nordborg Slot“ gehört zu den ältesten Schlössern Dänemarks und beherbergt heute eine „Efterskole“, d.h. eines der zahlreichen dänischen Internate im ganzen Land, für Schüler zwischen 14 und 18 Jahren, mit ganz unterschiedlichen Fachrichtungen und Studienzielen.

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Die Innenräume des Schlosses können nicht betreten werden, aber eine Besichtigung der Außenanlagen des Schlosses sowie des zugehörigen kleinen Parks ist tagsüber möglich.

 

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Ein ehrwürdiges, altes Schloss, mitten im Grünen an einem kleinen See gelegen – die jungen Leute genießen hier wirklich eine tolle Kulisse bei ihrer Schulbildung.

„Nordborg Slot“ wäre
sicher auch ein interessanter Schauplatz für einen Internatsroman 🙂

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Wer gerne spazieren geht oder wandert, kann vom Schloss aus den See umrunden und vom anderen Ufer einen Blick auf das Gebäude werfen.

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Sehr ydillisch, das Ganze. Wäre da nicht der abrupte Stimmungsumschwung der beiden kleinsten Reiseteilnehmer gewesen, der dazu führte, dass wir nach exakt 300 Metern des ydillischen Rundweg vorzogen, den Ausflug abzubrechen.

Wenigstens konnte ich noch obiges Foto ergattern 🙂

Aus unerfindlichen Gründen stand unsere Große nämlich plötzlich übelst gelaunt im seichten Wasser des Sees, mit Strumpfhose, Röckchen und Sandalen bekleidet, das Ganze bei steifer klassisch-dänischer Brise. Auf dem Rückweg, im Entengang und mit patschnassen Füßen zeigte sich der kleine Bruder solidarisch und maulte lautstark mit. Nun ja.

Es soll  auch nicht unerwähnt bleiben, dass sich die anschließende Nahrungssuche als schwierigeres Unterfangen erwies als gedacht. Ziel war ursprünglich eine gemütliche Pizzeria, die jedoch leider geschlossen hatte. Die Sommersaison hatte noch nicht begonnen. Wir endeten daraufhin notgedrungen in einer Art Grillbar, die mein werter Ehemann jedoch trotzig verweigerte. Stattdessen verschwand er, um im Supermarkt Kvickly ein paar Sandwichs zu erwerben, und gesellte sich danach wieder zu uns an den Tisch vor der Grillbar. Nicht ohne zuzugeben, dass der gerade servierte Kebabteller gar nicht sooo übel war 🙂

Mit steigender Kalorienzufuhr stieg die Laune sämtlicher Familienmitglieder endlich wieder an. Den krönenden Abschluss stellte schließlich der Besuch des Flohmarkts gleich neben der Grillbar dar, bei dem ich ein tolles Puzzle – meine allerneueste Leidenschaft – entdeckte. 20 Kronen hätte es kosten sollen, was nicht ganz drei Euro entspricht. Für mich jedoch eine ganze Welt, denn wer zum Henker hat heute noch ganze 20 Kronen im Geldbeutel? Wofür gibt es Einkaufswagen-Chips?

Mein Däne und ich kramten in sämtlichen Geldbeuteln und Hosentaschen und brachten gemeinsam 17,5 Kronen (!) hervor. Die nette Nordborger Dame ließ sich jedoch erweichen und drückte mir das Puzzle auch zu diesem Preis in die Hand.

Ein turbulenter Ausflug war gerettet. Gerade so. 🙂

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3 Kommentare zu “Nordborg Schloss, Als, Dänemark”

  1. Sehr schöner Beitrag 🙂 Würdest Du einen Besuch des Schlosses empfehlen? Und kannst Du sagen was der Eintritt kostet oder kann man das Schloss gratis besichtigen?

    1. Hallo Baderlein,
      ja, ich kann einen Spaziergang dort empfehlen. Das Schloss kann man wiegesagt nicht von innen besichtigen, und eine Besichtigung der Außenanlagen kostet nichts. Einfach hingehen (wobei es da scheinbar Zeiten gibt, in denen man nicht dort spazieren darf. Die Studenten/Schüler brauchen ja auch mal ihre Ruhe 🙂 )
      LG
      Mary

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