Da im Norden alles ein wenig länger dauert,…. muss man eben nachhelfen!

Im Norden dauert alles ein bisschen länger…
So auch der Frühlingsanfang.

Sehnsüchtig warten wir darauf, dass sich die Sonne öfter zeigt und es wärmer wird.  Wenigstens werden die Tage schon länger und heller. Muss ich im Vergleich zu meiner alten Heimat hier in Skandinavien im Winterhalbjahr deutlich kürzere und dunklere Tage hinnehmen,  werde ich  dafür so langsam wieder mit längeren Tagen  belohnt. Ausgleichende Gerechtigkeit!

Der Garten erwacht langsam wieder aus dem monatelangen Winterschlaf.

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Trotz mehrerer Stürme, die mehrere Stauden, einen Baum sowie Teile unserer Hecke verwüsteten, hat es eine Pflanze ganz unerwartet durch den unruhigen Winter geschafft:

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Die robusten Stiefmütterchen hat nicht mal Bodil aus der Erde reißen können. (zur Blog-Serie „Sturm Bodil“ mit nachfolgender Jahrhunderflut in Dänemark )
Sehr schön! Das sorgt auch zu diesem frühen Zeitpunkt im Jahr schon für den ein oder anderen Lichtblick im sonst noch tristen Garten.

Alles weitere schläft nämlich noch tief und fest. Und wartet – so wie wir alle hier im Norden – auf den „richtigen“ Frühling.

Da der Frühling hier oben auf sich warten lässt, helfe ich immer ein bisschen nach. Letztes Jahr habe mein allererstes Gartenbuch gelesen. Ich habe definitiv keinen grünen Daumen, trotz meines passenden Mädchennamens! Doch dieses dänische Gartenbuch, das übrigens von der Cousine meines Mannes geschrieben wurde und nur deswegen den Weg in unser Buchregal fand, machte mir tatsächlich erstmals Lust auf den Garten.

Ich war bis dahin bestimmt kein Fan von Gartenarbeit gewesen. Viel zu viel Unkraut und viel zu viel Arbeit! Schmutzige Hände mag ich auch nicht. Und Erde unter den Fingernägeln schon gar nicht!

Im Buch stand jedoch, dass JEDER, absolut JEDER einen bunten Garten haben kann. Auch Menschen wie ich. Und dass man nicht viel falsch machen kann. Man solle einfach probieren. Es gäbe nicht viel Regeln, die beachtet werden müssen. Und wer kein Unkraut möge, solle einfach ganz, ganz viele Pflanzen dicht zusammen pflanzen. Interessant! Und wer soll die vielen Blumen bezahlen? Auch diese Frage beantwortete das Buch beantwortet: Niemand. Man ziehe sie aus Samen einfach selbst. Kinderleicht und spottbillig.

DAS kannte ich noch nicht! Ich hatte bisher jede einzelne Blume im Gartencenter oder Supermarkt gekauft. Und hier und dort eine ins Beet gesetzt. Woraufhin zwischenrein massenhaft Platz für Unkraut war. Das ich alle 2 Wochen jäten musste.

Hier also ein neuer Plan. Motiviert machte ich mich an die Arbeit. In der letzten Gartensaison produzierte ich auf diese Weise tatsächlich 200-300 verschiedene Pflanzen. Alle Beete waren herrlich bunt und chaotisch, da ich von geschickter Beet-Anordnung natürlich keine Ahnung habe. Das Buch hielt jedoch, was es versprach: Ich hatte einen bunten Garten und das Unkraut hielt sich in Grenzen. Toll!

Das wiederhole ich dieses Jahr!
Diesmal mit ein klein wenig mehr Ahnung, aber immer noch ohne grünen Daumen. Und nur mit Gartenhandschuhen, da ich trotz Lust auf den Garten immer noch keine dreckigen Fingernägel mag.

Heute habe ich mit dem Projekt „Vorziehen aus Samen“ begonnen!

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Die, die mich persönlich kennen, wissen: Ich mache keine halben Sachen. Daher habe ich sämtliche geeigneten Behälter aus dem Keller hervorgekramt und in insgesamt 10 Schalen verschiedene Sommerblumen gesät. Nur Sommerblumen, denn für das Gemüse ist der Herr des Hauses zuständig.

Die nächsten Wochen sind damit sämtliche Fensterbänke unseres Hauses wieder überbevölkert und ich hoffe sehr, dass die meisten Pflanzen den derzeitigen Entdeckungsdrang unseres Jüngsten überleben. Der hat nämlich ein denkbar ungünstiges Alter für dieses Projekt. Aber soll der Garten deswegen nackt bleiben? Nein!

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Nein, dies ist kein Zeichen für meinen dänischen Nationalstolz. Bei 10 verschiedenen Aussaat-Schalen schreibe ich den Pflanzenname auf ein Dänemark-Fähnchen, um die Kontrolle über meine Aufzucht zu bewahren 🙂

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Eine gesäuberte Fleisch-Schale, Erde und Frischhaltefolie und schon steht ein kleines Treibhaus!

Und jetzt heißt es warten.

Eine meiner weniger starken Disziplinen…

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2 Kommentare zu “Da im Norden alles ein wenig länger dauert,…. muss man eben nachhelfen!”

  1. Deine Vorbereitungen sind ja mächtig professionell! Jaaa, das wird bestimmt ein ganzes Blumenmeer!
    Ich bin schon sehr gespannt, wie sich deine Saat entwickeln wird. Und mal ganz ehrlich. Wer hat schon Geduld? 😉

    Liebe Grüße, Emily

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