Segeln Teil II und der Dannebrog auf See

Eineinhalb Wochen nach der Manuskriptabgabe. Ich bin immer noch müüüüüüde. Ausgepowert. Und etwas durch den Wind. Letzteres durften meine sehr verehrten E-Mail-Abonnenten gestern Abend feststellen, als ich eben nur schnell ein paar neue Segelfotos hochladen wollte, in einem Entwurf, zur späteren Verwendung in einem neuen Blog-Post. Leider sprach mich parallel mein Däne an und erzählte mir etwas (nicht so wichtiges). Ich schaltete auf Multitasking um. Eine meiner leichtesten Übungen, schließlich gehöre ich zum starken Geschlecht.

Bis mein Finger ganz plötzlich – wie ferngesteuert – auf den Button „Veröffentlichen“ drückte…

Nun ja, Schwamm drüber.

Eigentlich wollte ich mit den Fotos sowieso nur einen schnellen Eindruck von unserer zweiten, diesmal etwas längeren „Segeltour“ vermitteln.

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„Segeln“ in Anführungszeichen, da wir nach wie vor mit Motor „segeln“. Aus Rücksicht auf die kleinen Passagiere. Das müssen wir wohl auch noch einige Male wiederholen und das „richtige Segeln“ vielleicht sogar auf nächste Saison verschieben, denn Söhnchen (4) behauptete zwar steif und fest, er habe ü-b-e-r-h-a-u-p-t keine Angst, versteckte sich aber den kompletten ersten Teil der Tour in der Kajüte. Wo er schließlich tief und fest einschlief, weil das gemütliche Schaukeln urplötzlich so entspannte. So schlimm kann es also nicht gewesen sein (und den zweiten Teil des Ausflugs wagte er sich dann auch hervor).

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Die Große entspannte sich ebenfalls. Nur anders 🙂
(Wer den Kleinen auf dem Bild noch nicht entdeckt hat: Er steckt in der rechten ritzeroten Rettungsweste im Schatten der Kajüte… )

Wir Erwachsenen genossen den Ausflug auf dem Segelboot ebenfalls wieder – auf dem Wasser lassen sich die sommerlichen Temperaturen gleich viel besser aushalten. Wir sind in Dänemark und im Monat Mai nun wirklich keine Temperaturen von 28 Grad gewöhnt. Die skandinavisch gefärbten inneren Thermostate schlagen da recht schnell Alarm…

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IMG_20160529_121210Wir genossen also das laue Lüftchen auf dem Furesø und die herrliche Ruhe. Söhnchen schnarchte leise, Töchterchen malte hingebungsvoll. Motor aus, das Wasser plätscherte leise an den Rand des Segelbootes, Vögel umkreisten unseren Mast…

Idyllisch.

Plötzlich fiel mein Blick auf die Dänemark-Fahne, die ich bislang noch nie genauer betrachtet hatte. Das war ja eine „splitflag“!

Und das Flaggen mit der „splitflag“ – die deutsche Wikipedia nennt das „Doppelstander“ (vorher nie gehört) – ist dem dänischen Königshaus und staatlichen Institutionen vorbehalten…

Die dänische Splitflag: Quelle: http://www.watski.dk

Auch wenn die Dänen zu allen möglichen formellen und unformellen Gelegenheiten mit ihren rot-weißen Fähnchen munter losflaggen, gibt es offenbar exakte Regeln für den Umgang mit der dänischen Nationalflagge.

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Wir Normalsterblichen dürfen nur mit der rechteckigen Version flaggen.

Als ordnungsgetreuer Deutscher traten mir ein paar Schweißperlen auf die Stirn.

Der Däne zuckte nur mit den Achseln. Papperlapapp. Die Flagge habe er zusammen mit dem Boot von seinem Vater geerbt. Sie sei sicher so alt wie das Boot selbst und zählte seit vielen Jahrzehnten zum Bootsinventar.

Als wir zurück kamen, befragte ich in meinem stillen Kämmerlein sofort Master Google. Denn auch wenn die Dänen ein lockeres Völkchen sind: Bei gewissen Dingen hört auch hier der Spaß auf!

Google konnte mich jedoch beruhigen. Es gibt tatsächlich eine weitere Gruppe, die ebenfalls die „splitflag“ nutzen darf: Sportboote. Solche mit Deck oder Halbdeck. Und nur solche, die nicht für gewerbliche Zwecke genutzt werden. Und und und… es gibt noch weitere Regeln drumherum, schließlich muss mit einem Nationalsymbol stets ehrwürdig und verantwortungsvoll umgegangen werden.

Ich las darüber hinaus auch, dass dänische Sportsegler sehr stolz auf ihre besondere Ehre sind, unter der dänischen „splitflag“ segeln zu dürfen. Dies scheint außerhalb des dänischen Königreiches anders gehandhabt zu werden.

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Das nächste Mal sitzen wir also gleich noch etwas aufrechter, wenn wir aus dem kleinen Hafen heraussegeln, vor uns der wunderschöne See, in unserem Rücken das Nationalsymbol Dänemarks!

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4 Kommentare zu “Segeln Teil II und der Dannebrog auf See”

  1. Hab mir schon gedacht, dass was schief gegangen war beim letzten Mal und auch gleich gewusst, das wird noch korrigiert 😉
    Mittlerweile bin ich wieder daheim im Bayerwald, aber als ich am 28. Mai in Kopenhagen war, habe ich auch gestaunt über das Wetter und die Hitze. Unsere Reiseleiterin (ursprünglich Deutsche, aber wohl schon sehr lange in DK lebend), war gar nicht begeistert darüber. Dafür habe ich die drei Königsschlösser Amalienborg, Christiansborg und Rosenborg ins sonniger Erinnerung – schön war’s!
    Liebe Grüße
    Sigrid

    1. Liebe Sigrid,
      freut mich ,dass Du Kopenhagen in herrlichstem Sonnenschein erlebt hast. Da zeigt sich eine Stadt ja immer in ihrem besten Licht!
      Tja, die Dänen, denen war es tatsächlich nach 2-3 Wochen Wärme etwas zuviel des Guten 🙂 Meiner hat auch gejammert.
      Nun ja, jetzt im Juni war es ja schon wieder kühler, dem Norden angemessen. Aber ich habe es auch sehr genossen, es geht ja auch immer ein schöner Wind dazu, so dass es nie so drückend ist.

      Freut mich, dass es Dir gefallen hat.
      Ich hoffe, im Bayrischen Wald war es nicht allzu heftig mit dem schlechten Wetter im Süden???

      Liebe Grüße aus dem Norden
      Mary

      1. Der bayerische Wald ist dieses Mal nicht so betroffen gewesen, es hat zwar viel geregnet und gedonnert (die Hauptsicherung ist mehrfach rausgeflogen), aber es gab wohl keine Überschwemmungen. Schlimm hat es das Rottal erwischt, Simbach am Inn.
        Aber jetzt bin ich da und der Sonnenschein wird immer mehr 😉

      2. Dann lag die verkehrte Wetterwelt an Deinem Ausflug in den Norden 🙂 Seit Du weg bist, zeigt sich die Sonne hier oben auch nicht mehr ganz so regelmaessig 🙂

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