Goodbye Mallorca – Hello Denmark!

We are back!
Gestern Abend sind wir vier Nordlichter wieder wohlbehalten in Kopenhagen gelandet. Damit ging unser erster gemeinsamer Strandurlaub mit zwei kleinen Sprösslingen im Süden nach eineinhalb Wochen zu Ende.

Als deutsch-dänische Familie mit Wohnsitz in der Nähe der dänischen Hauptstadt sowie mit zahlreichem Familienanhang in Südhessen sind wir Experten im Fliegen mit diversen Babys und Kleinkindern. Genau das hat uns bislang auch davon abgehalten, neben den regelmäßigen Flügen zwischen Frankfurt und Kopenhagen in diesem Bereich unnötige weitere Herausforderungen  auf uns zu nehmen. Zu genau wissen wir, wie quälend lange sich eine klitzekleine Flugstunde hinziehen kann, wenn sich mindestens eines der Kinder kurzerhand dazu entschließt, schlechte Laune in klaustrophobischer Enge intensiv auszuleben.

Da jedoch ein vierjähriges Kind weitestgehend von den Eltern in Schach gehalten werden kann und somit nur noch eine einzige tickende Zeitbombe unter uns weilt, gestattete unser vorhandenes Nervenkostüm dieses Jahr erstmals noch eine weitere Flugreise.

Ich vermisse hier oben im Norden schon seit Jahren einige „richtige“ Sommertage mit konstanten Temperaturen um die 30 Grad und hielt daher Ausschau nach ein paar klassischen Urlaubszielen in Europa, gerne mit überschaubarer Flugdauer.

Nach einem kurzen ersten Blick auf die Preise der dänischen Pauschalreisenanbieter war schnell klar, dass eine Buchung über ein dänisches Reiseportal definitiv nicht in Frage kam. Auch nach so vielen Jahren im Norden kann mich dieses Land immer noch hin und wieder mit seinen Wucherpreisen in bestimmten Bereichen überraschen.

Dank EU und transparenter Märkte verabschiedete ich mich von der dänischen Pauschalreise und buchte Flug ab Kopenhagen, Hotel und Transfer einfach einzeln bei deutschen Anbietern. Auf diese Weise konnten wir statt einer Woche gleich volle 11 Tage reisen – zum selben Preis. Unsere Wahl fiel auf Ca´n Picafort an der Nordost-Küste Mallorcas.

Der Flughafen Palma de Mallorca liegt offiziell drei Flugstunden von Kopenhagen entfernt, bei gutem Wetter sind es dann aber doch nur 2,5 Stunden. Auf dem Hinweg hatte ich allerdings nur noch einen Flug mit Zwischenlandung und 3 Stunden Aufenthalt in Berlin ergattern können. Zurück ging es jedoch direkt von Palma de Mallorca nach Kopenhagen.

Die Reise klappte erstaunlich gut. Unser kleiner Sohn, die erwähnte tickende Zeitbombe, ging nicht so oft in die Luft wie mental eingeplant. Und auch unsere Tochter verhielt sich vorbildlich. Nach 12 Stunden Reise kamen wir an unserem Ziel an.

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Ca´n Picafort ist ein lebendiger Küstenort an der Nordost-Küste Mallorcas. Das Städtchen ist sehr gepflegt und sauber. Viele moderne und schicke Geschäfte laden zum Bummeln ein. Wir hatten diese Gegend jedoch vor allem wegen dem flachen, feinen Sandstrand gewählt. Ein Traum für kleine Kinder.

Wir leben in unserem Alltag in einem Land mit 7.300 Küstenkilometern. Unsere Kinder sehen das Meer und sämtliche Fjorde in unserer Umgebung daher regelmäßig. Sie haben aber bisher noch nicht erlebt, dass das Meer auch „angenehm temperiert“ sein kann und zum stundenlangen Schwimmen und Plantschen einlädt.

Die Alcudia Bucht ist herrlich für einen Urlaub mit kleinen Kindern!

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Unsere Große war ganz verzückt von diesem Anblick und nach einem ersten Testbad im Meer kaum noch aus dem Wasser zu bekommen. Der Kleine dagegen besah sich misstrauisch den (nicht nennenswerten) Wellengang, wagte sich mit nackten Füßen bis zur Wasserkante vor und rannte schließlich panisch schreiend davon, als eine kleine Welle seine Füße überrollte. Ab diesem Zeitpunkt achtete das kleine Kerlchen peinlichst genau darauf, einen gebührenden Sicherheitsabstand zu den heranrollenden kleinen Wellen zu halten und setzte sich keinerlei weiterem Risiko mehr aus.

Niemals wären wir auf die Idee gekommen, dass unser Sohnemann NICHT auf Anhieb von der Möglichkeit begeistert sein könnte, endlich im Meer baden zu können. Im Schwimmbad war er im Gegensatz zur großen Schwester immer eine unerschrockene Wasserratte. Und jetzt auf einmal verkehrte Welt? Ratlos schauten mein Mann und ich uns an.

Panik vor dem Meer…. leicht problematisch, wenn man einen gemütlichen Badeurlaub geplant hat. Um uns herum waren deutlich kleinere Kinder, die an der Hand ihrer Eltern ohne jegliche Berührungsängste bis zu den Knien ins Wasser stolperten. Davon angespornt versuchte ich täglich, meinen kleinen Angsthasen behutsam ans seichte Wasser heranzuführen. Doch ohne Erfolg. Ein paar Rentner um uns herum beobachteten amüsiert die Totalverweigerung meines Sohnes und meine vergeblichen Bemühungen, diese zu lockern.

Schließlich gab ich auf. Mein Sohn kam wohl ganz nach mir. Mir wird nachgesagt, ein ausgeprägt wasserscheues Kind gewesen zu sein. Oftmals war ich über einen mit der großen Fußzehe ausgeführten kurzen Temperaturtest nicht herausgekommen, während sämtliche Spielkameraden bereits längst ins kühle Nass gehüpft waren.

Die Konsequenz der Wasserpanik meines Sprösslings für uns Eltern: Auf seinen lautstarken Wunsch hin mussten wir ihm pro Strandvormittag mindestens 50 mal das Eimerchen mit Wasser füllen und hinbringen. Auch wenn das Meerwasser zum Baden verschmäht wurde, zum Buddeln im Sand war es eine äußerst wichtige Zutat. Und da der kleine Mann sich selbst nicht traute, welches zu holen, mussten die Bezugspersonen heran. Auch die große Schwester spannten wir hierfür mit ein, um wenigstens ab und zu mal fünf Minuten in Ruhe auf unserem Handtuch sitzen bleiben und ein wenig entspannen zu können.

So vergingen die ersten Vormittage am Strand. Am 5. Tag nach unserer Anreise wagte sich unser Knirps ganz plötzlich zur Wasserkante vor und ließ sich eine Welle über die Füße laufen. Zu unserem großen Erstaunen rannte er daraufhin wagemutig bis zu den Knien ins Wasser. Das Eis war von jetzt auf nachher gebrochen. Zwei Tage später wurde er noch mutiger und schöpfte das fürs Buddeln benötigte Wasser fortan selbst aus dem Meer. Wir zogen ihm daraufhin ebenfalls Schwimmärmelchen an und konnten es uns fortan auf unseren Bastmatten mit einem All-Inclusive-Drink in der Hand gemütlich machen, während wir die ausgelassen plantschenden Zwerge im Auge behielten. Genau so hatten wir uns das vorgestellt!

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Vor der Reise hatte ich mich besonders darauf gefreut, mich eineinhalb Wochen lang mal nicht ums Essen kümmern zu müssen. Nicht einkaufen, nicht kochen, nichts auftischen, nichts abräumen, nicht aufräumen und so weiter. Wir Eltern wollten uns schlicht und einfach mal von diesen ständig wiederkehrenden Alltagspflichten erholen.

Soweit der Plan.

Die Realität sah natürlich ein klein wenig anders aus und wird von mir in einem der nächsten Blog-Beiträge noch etwas genauer beschrieben: Mit kleinen Kindern ein Restaurant aufmischen!

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Wir haben alles in allem unseren ersten gemeinsamen Urlaub im Süden sehr genossen. Nach fünf Jahren, in denen wir den Sommer ausschließlich in Dänemark oder in Deutschland verbracht haben, habe ich das heiße Mittelmeerklima geradezu aufgesogen.

Sehr interessant fand ich übrigens die derzeitige Philosophie der Touristen, vor der Abreise den Neuankömmlingen einen Teil ihrer notwendigen Badeurlaub-Utensilien zu überlassen. Ein bisschen Nachhaltigkeit scheint angesagt. Schon beim Einzug in unser Hotelzimmer ging die Zimmertür nebenan auf und der Nachbar fragte freundlich, ob wir das ein oder andere von ihm übernehmen möchten. Eine Sitzgruppe auf unserer Etage im Hotel war von den Hotelgästen zur heimlichen Tauschbörse umfunktioniert worden. Wir kamen auf diese Weise zu zwei Sonnenschirmen, einem aufblasbaren Badetier, einer Luftmatratze, zwei Kinder-Sonnencremes mit hohem LSF, einem Shampoo für sonnengestresstes Haar und zu massenweise deutschen Klatschblättern. Zwei Tage vor unserer eigenen Abreise begannen wir ebenfalls, aus unserem Bestand auszusortieren. Was wir auch hinstellten, zwei Stunden später war es verschwunden 🙂

Unsere Urlaubstage vergingen mit sonnigen Vormittagen am herrlichen Strand und im Meer, mit ausgedehnten Siestas und erholsamen Mittagsschläfchen für die ganze Familie, mit gemütlichen Momenten auf dem Balkon und Blick auf das türkisfarbene Wasser der Alcudia-Bucht, mit Abendspaziergängen an der langgezogenen Strandpromenade bei milden Temperaturen, mit leckerem Buffet, mit ein paar Nachmittagen am Pool mit phantastischer Aussicht aufs Meer, mit einigen Drinks und Cocktails, damit sich das All-Inclusive-Bändchen auch lohnt, mit Shopping in der gemütlichen Fußgängerzone bei aus dänischer Sicht traumhaften Preisen, mit Sandburgenbauen, mit Tanzen in der Mini-Disco und mit einigen kleinen Erkundungstouren durch das kleine Städtchens Ca´n Picafort.

Uns hat es hier sehr gut gefallen.
So gut, dass wir im nächsten Jahr wohl wiederkommen werden!

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Eines der Strandbilder nimmt an der Foto-Reihe „In Heaven“ teil.

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6 Kommentare zu “Goodbye Mallorca – Hello Denmark!”

  1. Das klingt echt gut! Wir sind auch gerade am überlegen, im Herbst nach Mallorca zu fliegen. Vielleicht nehmen wir dann sogar das von dir beschriebene Örtchen. Bis jetzt haben wir noch nicht wirklich geguckt, was sinnvoll ist.
    wie weit ist das vom Flughafen dann noch zu fahren?
    Und hattet ihr einen Mietwagen oder konnte man so dahin?

    1. Hi Shizuka, schön von Dir zu lesen 🙂
      Ich habe mit Schrecken Dein TB gelesen, Ihr seid ja wirklich ständig getroffen mit allen möglichen Erkältungen und Kinderkrankheiten. Gute Besserung.
      Ich kann Ca´n Picafort wirklich empfehlen für Eure Reise mit dem Zwerg. Der Strand ist so klasse für die Minis.
      Vom Flughafen ist es ungefähr eine Stunde zu fahren. Den Transfer hatte ich bei http://www.urlaubstransfers.de gebucht. Das hat super geklappt und kostete 34 EUR einfache Fahrt für uns vier (68 EUR Hin und Zurück). Mietwagen brauchten wir keinen, weil wir mit den Zwergen echt nicht genug Muße haben, auf Tour zu gehen. Sowas machen wir, wenn die Kinder mal größer sind und nicht mehr Mittagschlaf halten und man Lust hat, etwas gemeinsam zu unternehmen, ohne dass ständig irgendeine andere Welt zusammenbricht 🙂
      LG
      Mary

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