Archiv der Kategorie: Dänische Besonderheiten

Alles weiß und schwarz – der skandinavische Einrichtungsstil

Wohndesign1

Ich gehöre nicht zu den glücklichen Frauen, die scheinbar mühelos und mit sicherem Händchen ihre Wohnung stilvoll und dekorativ einrichten. Was ich auch probiere, welche Möbel und Dekorationen ich auch kaufe und wieviel Zeit und Geld ich auch investiere: Niemals sieht es in den Räumen, in denen ICH lebe, aus wie bei „Schöner Wohnen“ oder „Living at home“. Auch wenn diese Einrichtungsmagazine Frauen wie mir vorgaukeln, dass dies möglich sei.

Mit der Begrenzung dieses Talentes habe ich leben gelernt, wie so viele andere Normalsterbliche auch. Es gibt schließlich wichtigeres im Leben als stilreine Wohnräume.

Bei meiner Auswanderung hatte ich meine 2-Zimmer-Wohnung in der alten Heimat fast unverändert zurückgelassen. Diese Wohnung war viele Jahre lang mein geliebtes, gemütliches Reich gewesen. Ich würde sie erst aufgeben, wenn ich festgestellt hatte, dass ich für ein Leben im hohen Norden geeignet war.

In meinen Augen hatte ich meine kleine Wohnung über die Jahre hinweg funktionell und hübsch eingerichtet. Bei den Möbel war meine Wahl auf „Buche furniert – mit Anthrazit-Elementen“ gefallen. Massivholz war rein preislich für die Wenigsten schon in den 20ern drin. Mein Futon-Bett war aus diskretem, matten Stahl. Mein Kleiderschrank hatte Spiegeltüren. Die Wohnzimmer-Schrankwand war abwechselnd mit thematisch zusammengehörigen Büchern und dekorativen Kerzenarrangements befüllt. Abgerundet wurde das Gesamtbild von einem riesigen, blitzeblauen Sofa, auf dem es sich herrlich fläzen ließ. Die  Teppiche waren je nach Bereich in blau, beige und hellgrau gehalten. Ich fühlte mich äußerst wohl in meinem kleinen Reich!

Als mein Däne mich zum ersten Mal besuchte, zeigte ich ihm voller Stolz meine Wohnung.

„Du hast es ja recht bunt“, war sein Kommentar. Nach ein paar Sekunden fügte er überrascht an: „Ui! Ein blaues Sofa!“ Alles weiß und schwarz – der skandinavische Einrichtungsstil weiterlesen

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Endspurt und Abschiede…

Offiziell war die letzte, zweieinhalb Wochen lange Etappe nur ein „Besuch“ in Deutschland! Denn am 20. September hatte ich mich mit meiner Aufenthaltsgenehmigung bereits als Einwohnerin in Lyngby registrieren lassen und meine CPR-Nummer beantragt.

In Dänemark erhält jeder Einwohner eine sogenannte CPR-Nummer, d.h. eine persönliche Nummer des zentralen Personenregisters (Det Centrale Personregister). Ohne CPR-Nummer kann man in Dänemark NICHTS, aber auch GAR NICHTS tun. Bevor die Babys in Dänemark einen Namen bekommen, was laut Gesetz bis zu 6 Monate nach der Geburt warten kann, haben sie schon längst ihre CPR-Nummer. Diese wird sofort am Tag der Geburt vergeben!

In Dänemark ist man eine Nummer, und diese Nummer spiegelt irgendwann alle wesentlichen Bereiche des Lebens wieder. Alle Konten sind über diese Nummer gemeldet, Telefonanschlüsse, Versicherungen, Jobs, Steuerpflicht, Finanzen, Kredite, Immobilien, Verträge mit Energieversorgern, Kabelfernsehen, Internetanschluss, Kinderbetreuung, Schule. ALLES. Der dänische Staat kann dadurch theoretisch sehr leicht detaillierten Einblick in das Leben eines jeden Einwohners in Dänemark erhalten. Und dadurch seine Schäfchen gezielter „führen“ als das in anderen Ländern möglich ist, meinen die Anhänger dieses Systems.

Für mich als Deutsche war das natürlich etwas „strange“.
1984! „Big brother is watching you!“ Endspurt und Abschiede… weiterlesen