Wenn das Wort „Urlaub“ den tatsächlichen Begebenheiten wieder näher kommt…

Wir fahren jährlich mehrmals in Urlaub. Schon alleine zwei Mal jährlich nach Deutschland, um die alte Heimat und meine Familie zu besuchen.

Auch nach der Geburt der Kinder haben wir uns hiervon nicht abbringen lassen! Das Wort „Urlaub“ hat jedoch seither einen ganz neuen Charakter erhalten. Zu manchen Zeitpunkten könnte dieses Wort die tatsächliche Situation nicht gegensätzlicher beschreiben.

Wir fuhren meist schon sehr gestresst mit wahlweise einem oder zwei Zwergen in „Urlaub“ und kamen mindestens genauso gestresst zurück. Und meist noch viel mehr. Nach der anfänglichen Euphorie darüber, dass wir ein Baby haben und trotzdem Tapetenwechsel möglich ist, und nach dem darauffolgenden leichten Frust über die Anstrengungen einer derartigen Reise setzte schließlich mit den Jahren die Gewöhnung an die neuen Urlaubsbegebenheiten ein. Natürlich hatten wir die Hoffnung, es möge eines Tages wieder möglich sein, sich im Urlaub zu erholen und mit dem gewohnten Plus auf dem Energiekonto zurückzukommen.

Bis dahin ist mit 2 Kindern unter 4 Jahren natürlich noch ein gutes Stück Weg 🙂

Die gute Nachricht: Wir kommen der Sache tatsächlich etwas näher.

An den logistischen Herausforderungen hat sich bislang noch nichts geändert. Die Details einer Reise habe ich gestern in meinem Welcome-Back-Blogbeitrag schon ein bisschen erläutert. Die Kinder dienen uns leider noch nicht als Packesel. Sie steuern ganz im Gegenteil einerseits massenhaft Gepäck bei und verhalten sich andererseits noch nicht ganz so kontrolliert, wie man sich das von menschlichen Wesen wünschen würde, so dass wir neben dem Gepäcktransport auch weiterhin mit Hinterherlaufen, Bespaßen, Schleppen, Verpflegen und Trösten beschäftigt sind.

Dafür brachte die Reise unsere zwei Hübschen dieses Mal fast nicht mehr aus ihrem normalen Rhythmus. Während früher nach der Ankunft am Urlaubsort mehrere Tage vergingen, bis die Kinder wieder in den üblichen Alltags- und Schlafrhythmus eingetaktet waren, und wir Eltern daher zwischenzeitlich ein ordentliches Minus auf unserem Schlaf- und Energiekonto verbuchen durften, haben wir bei unserer Weihnachtsreise erstmals das wunderbare Gegenteil erleben dürfen.

Schon die erste Nacht schliefen sowohl die Zwerge als auch in der Folge wir  Eltern wie Steine. Ein herrliches Gefühl, auch im Urlaub morgens einmal ausgeruht aufzustehen und den Tag mit frischem Teint und guter Laune zu beginnen. Und sich voller Energie zu den geplanten Treffen und Unternehmungen aufzumachen.

Hinzu kommt, dass nun auch unser kleinstes Goldstück ein unkompliziertes Alter erlangt hat, so dass wir ihn problemlos gemeinsam mit der nicht viel älteren, aber dafür umso wilderen Schwester in andere Hände geben können. Opa Bernd und Oma Rita haben beide Zwerge mehrfach betreut. Und wir Eltern haben uns auf diese Weise auch ausnahmsweise mal ein bisschen um uns selbst kümmern können.

Es war einfach herrlich: Wir hatten ein Leben wie im 5-Sterne-Hotel. Mit Vollpension, Mini-Club, Reinigungsservice und kostenlosem Autoverleih. Toll! Danke, lieber Papa und liebe Rita!

Wir haben viele schöne Erlebnisse gehabt! Ein gemütliches Weihnachtsfest mit unzähligen Geschenken, netter Gesellschaft und fantastischem Essen. Am Tag danach noch mehr fantastisches Essen in immer noch derselben, netten Gesellschaft. Alle meine Omas und Opas haben wir abgeklappert (ich habe immerhin noch 3). Ein ausgedehntes Frühstück mit meiner guten Freundin und ein Treffen mit einem alten Studienfreund, den ich schon seit Jahren nicht mehr gesehen habe, waren ebenfalls drin. Und zusätzlich ein lange notwendiger Friseurbesuch, den ich ganz für mich alleine wahrnahm, obwohl beide Räuber auch kaum noch aus ihren Augen gucken konnten. Was von der einen Oma auch gleich kritisch bemerkt wurde. Dies hat meine Pläne jedoch nicht beeinträchtigt. Ein Besuch im dm und ein Haarspangenkauf lösten das Thema schließlich mindestens ebenso erfolgreich. Weiterhin schafften wir ein Wiedersehen mit meinem Cousinchen und meiner Patentante, zusammen mit meinem Bruderherz, meiner Lieblingsschwägerin und Livas Lieblingscousinchen Leni.

Und schließlich last but not least verbrachte ich einen ganzen Tag in der Saunalandschaft des Miramar, mit meinem sehr geduldigen Mann. Das absolute Highlight des Jahres 2013 für uns als Paar….

Und es klappte alles erstaunlich gut mit unseren zwei Kleinen. Sie waren für (fast) jede Schandtat zu haben und machten (fast) alles gut mit. Natürlich gab es auch mal die kleinen und feinen „anderen Momente“. Die Momente, in denen man in einen friedlichen Kinder-Weihnachtsgottesdienst geht und mit zerrissenen Nylon-Strumpfhosen nach Hause kommt, weil die Kinder ihn zu friedlich fanden und kaum eine Minute auf ihrem Platz stillsitzen wollten. Oder die Momente, in denen man seinen Kindern das 25. Plätzchen oder den 3. Schoko-Nikolaus aus der Hand entwenden muss, weil ihnen wie bei den meisten Kindern ihr Magen bei Süßkram (noch) nicht verlässlich meldet, dass er bei weiterer ungebremster Aufnahme der Leckereien in Kürze beabsichten wird, sich unkontrolliert zu entleeren. Und die Momente, in denen man dafür oder für andere erzieherische Tätigkeiten einen Trotzanfall erntet. Oder darüber informiert wird, dass ich die armen Kinder sicher viel zu kurz halte mit Süßigkeiten und sie sich deswegen so darauf stürzen 😉

Alles in allem waren diese Momente überschaubar und deutlich reduziert im Vergleich zu „Urlauben“ vorher.

Oder kommt uns Eltern das nur so vor, weil wir mit den Aufgaben weiter gewachsen sind? Oder weil wir dieses Mal fast jede Nacht gut schlafen durften?

Wir nehmen die neuen Entwicklungen jedenfalls dankbar an und freuen uns schon auf den nächsten Besuch in Deutschland.

Ich hoffe, dass Ihr alle einen schönen Weihnachtsurlaub hattet!

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