Ein Meilenstein – der kleine Zwerg hat eingesehen….

… dass man frühmorgens nicht mit dem ersten Augenaufschlag senkrecht im Bett stehen und die ganze Welt spätestens 3 Sekunden nach dem Wachwerden ausgiebig erforschen muss, sondern dass es auch ganz gemütlich sein kann, erst noch ein bisschen mit den Eltern im Bett zu dösen und die Nacht auf diese Weise passend ausklingen zu lassen.

Dies hat den vorteilhaften Nebeneffekt, dass beide Elternteile mit deutlich besserer Laune in den Tag starten.

Julefrokost, die Dritte.

Um 13 h am Samstag verschwindet mein Mann mal wieder in Richtung eines Julefrokosts. Die nächsten 24 Stunden rechne ich mehr oder weniger mit einem Strohwitwen-Dasein, die Rückkehr ist erst wieder für Sonntagmorgen geplant, wenn die Züge wieder regelmäßig fahren.

Beide Kinder sind in ausgezeichneter Stimmung, und wir machen es uns richtig gemütlich zusammen. Der Kleine schläft volle 3 Stunden zu Mittag. Liva und ich schauen Petterson und Findus, ein Nikolausgeschenk von Oma und Opa aus Deutschland. Vor lauter himmlischer Ruhe wird auch Liva von einem Mittagsschläfchen dahingerafft.

Alle Kinder erwachen ausgeruht und mit bester Laune. Abends gibts nochmal eine Nikolausbescherung – wir kommen gar nicht hinterher mit Adventskalender und Nikoläusen. Während die obligatorische Strohwitwen-Tiefkühlpizza sich im Backofen selbst zubereitet, spielen wir das neue Angelspiel vom Nikolaus und stempeln munter Weihnachtsmotive auf ein Blatt Papier.

Zuviel Idylle darf natürlich auch nicht sein. Nicht, dass die Mama noch übermütig wird. Das Angelspiel endet daher damit, dass sich 2 Streithähne die Angeln auf den Kopf schmettern, während Fische und Krebse durch das Wohnzimmer fliegen. Aber der Streit ist schnell geschlichtet und das Spiel vorsichtshalber eingepackt und wieder weggeräumt.

Beide Kinder gehen einigermaßen friedlich ins Bett, wenn auch spät. Für Mama ist dennoch noch eine Folge „Desperate Housewives“ drin. Um 21.30 Uhr schlafen alle Zuhausegebliebenen tief und fest.

Die Nacht passt ebenfalls ins Familienidyll. Lasse jammert einmal kurz ins Babyphone, cirka 4.15 h, und ich stehe schon zur Abholung ins Elternbett bereit. Doch Fehlalarm. Er vergisst offensichtlich den Grund seines Rufens und schläft alleine weiter.

Um 6 Uhr schleicht sich Liva ins Schlafzimmer und legt sich unter meine Decke. Sehr gemütlich. Um 6.45 Uhr meldet sich Lasse, und diesmal endgültig. Liva und ich holen ihn aus seinem Bett und bringen ihn rüber zu uns. Nun ist ja auch schon Aufstehzeit. Genauer gesagt weit drüber.

Aber ich erkläre dem kleinen Knopf trotzdem versuchsweise, dass es draußen noch stockdunkel ist und man deswegen noch gar nicht aufsteht sondern noch ein bisschen weiterschläft. Liva erklärt es ihm nochmals in kindgerechteren Worten. Alle 3 schlüpfen wir wieder ins warme Bett und erstmals seit seiner Geburt vor gut 20 Monaten akzeptiert der kleine Mann unsere vernünftigen Erklärungen, legt sich friedlich zusammen mit uns hin und schnullert los.

Die darauffolgenden 45 Minuten fühle ich mich wie im 7. Himmel. Ein Kind kuschelt sich an meinen Rücken, das andere liegt neben mir und hält Händchen.

Vorbei die Zeiten, in denen man morgens total übernächtigt beim ersten Kreischlaut des Sohnemanns UNVERZÜGLICH aus dem Bett gestürzt ist und besser gestern als heute in seinem Zimmer erschienen ist, um das massive Hungerbedürfnis umgehend zu befriedigen. Jede Verzögerungssekunde konnte bedeuten, dass der kleine Mann sich schon derart selbst in Rage brachte, dass eine Bedürfniserfüllung daraufhin gar nicht mehr möglich war und erst mal 30 Minuten Beruhigung des Hitzkopfes angesagt war.

Vorbei die Zeiten, in denen ich morgens um 5 Uhr zur Beruhigung des aufgewühlten Babys mit dem Kinderwagen durch das stockdunkle und ausgestorbene Wohngebiet wanderte und mich nach unzähligen Seitenstraßen und Rundgängen theoretisch um 6 Uhr wieder hätte schlafen legen können…. wäre da nicht noch das ANDERE Kind gewesen, dessen innere Uhr sich genau 6 Uhr als Aufstehzeit auswählte.

Vorbei die vielen Monate, in denen wir mit einem fitten und gut gelaunten kleinen Lasse frühmorgens um 5 Uhr aufstanden, ihm Frühstück machten und mit ihm spielten, bis der Tag für gewöhnliche Menschen anbrach, da die Nacht unwiderbringlich vorbei war. Für ihn.

Ein echter Meilenstein also für uns !

Der Papa kam demnach gegen 9 Uhr zurück zu einer gut gelaunten, ausgeruhten Familie und wurde nicht von einer hinter der Tür mit dem Nudelholz lauernden Ehefrau erwartet.

Um 9.30 Uhr waren wir alle fertig angezogen und machten uns zu einem kleinen morgentlichen Adventsspaziergang über die Felder auf, unter einem verhangenen, grauen Himmel und im Nieselregen. Die 2 Stöpsel stapften uns in ihren warmen Thermoanzügen munter hinterher.

Ein Sonntag ganz nach meinem Geschmack!

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4 Kommentare zu “Ein Meilenstein – der kleine Zwerg hat eingesehen….”

    1. Hallo,
      ich freue mich über das Kompliment. Sowie über die Namensgebung meiner Kinder als auch über den Blog 🙂
      Du hast mir einen „Gefällt mir“-Rekord beschert, vielen Dank hierfür.
      Schöne Grüße aus Kopenhagen
      Mary

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